Im dunklen Zimmer aufgewacht und mich gefragt, ob es jetzt wohl noch mitten in der Nacht und ich einfach so glockenwach wäre, aber der Blick auf die Uhr zeigte mir: Nö, nur halt winterdunkel. Ein bisschen blieb ich noch liegen, um zwanzig vor sieben stand ich aber zu den wartenden Katern auf, insgesamt recht ausgeschlafen. Der Liebste kam so eine knappe Dreiviertelstunde nach mir – da war ich gerade mit Katzenmaintenance, Küchenrunde und Teekochen fertig.
Gemütlicher Morgen mit einem Müsli, einem Blick in die Zeitung und ein bisschen Internet leerlesen, während oben Harold fuhr. Wir genossen beide sehr die Tatsache, dass wir ein normales Wochenende gemeinsam hatten (und es in absehbarer Zeit erst einmal keine Geschäftsreisen mehr vom Liebsten oder mir gibt.)
Wichtigster Programmpunkt: Torte backen, für den Liebsten nachträglich zum Geburtstag.Das Rezept für die Zitronencremetorte improvisierten wir ein bisschen: Zunächst einmal gemeinsam Lemon Curd gekocht, aus drei sehr saftigen Zitronen wurden insgesamt vier Gläschen eine fünfte Portion blieb für die Tortencreme im Topf. Easy Rezept: Zitronen auspressen, Zesten abziehen, Saft und (ein paar) Zesten mit Pflanzenmilch, Zucker und Maisstärke verrühren, bisschen gute Haferbutter reinschmelzen (das vergaßen wir allerdings – ging aber auch so), vorsichtig aufkochen und fünf Minuten köcheln lassen, dabei permanent mit Schneebesen rühren, rühren, rühren, bis es irgendwann dick wird. Noch heiß in Gläschen abfüllen. Das Lemon Curd dickt in den Gläschen noch nach. Original kämen noch Eier rein und manchmal Gelatine, das braucht man aber nicht. Wenn man den Curd besonders dick haben möchte, kann man Agar Agar nehmen, machten wir aber nicht.
Damit waren wir richtig schön im Flow und machten gleich weiter. Der Liebste wischte unten, ich oben, und um kurz nach zehn gingen wir aus dem Haus. Kein schönes Wetter, knapp über Null und feuchtkalt, aber egal, wir hatten Einkaufspläne.
Erst einmal gingen wir zum Jeansladen, der mich angerufen hatte: Die im Dezember zur Ansicht bestellten Jeans waren gekommen. Kurze Anprobe, sie passten beide, und da ich mir ja sowieso kürzlich eine zerrissen habe, wurden beide gekauft. So cool, dass es wieder richtigen Boot Cut gibt. Und, Merksatz: Meine Hosenlänge ist 34. Wiederhole: 34. In Worten: Vierunddreißig. Isso.
Da wir schon in der Stadt waren, noch eine kleine Einkaufsrunde: Irish Breakfast gekauft (hurra: wieder da), Karten für ein Whiskytasting im März gekauft (das im Februar war bereits ausverkauft – da sind wir aber eventuell sowieso am Bodensee), nochmal Pappschachteln für mein Arbeitszimmer nicht gekauft, aber bestellt – damit haben wir dann in drei Wochen wieder einen Grund, in die Innenstadt zu gehen.
Ausführliche Pause mit Kaffee und Prosecco im liebsten italienischen Bistro (wo wir eigentlich komplett unsere Bubble treffen müssten, was Alter und Tübingerigheit und „Chattering Class“-Zugehörigkeit angeht, wir kannten aber tatsächlich niemanden, wir eremitischen Sozialkrüppel, also mal abgesehen vom Wirt und seiner Tochter, da wurden wir direkt begrüßt). Langes Reden, was gut und wichtig war, nur war es in dem Bistro so laut, dass ich leider ziemlich heiser war, als wir schließlich gingen. Nun ja.
Um kurz nach eins waren wir daheim und machten ein paar frische Nudeln mit der restlichen aufgetauten Bolognesesauce. Dann eine Pause und versuchter Mittagsschlaf oben im Schlafzimmer, wo ich trotz (allerdings dünner) Decke so dermaßen auskühlte, dass ich irgendwann zum Liebsten runter ins Wohnzimmer und dort unter die Decke kroch, um mich wieder aufzuwärmen. In fast allen Räumen im Haus hatte es nur knapp über 17 Grad, größtenteils, weil die Heizung runterregelt, wenn wir nicht da sind. Ist aber halt schon etwas kühl.
Um vier gingen wir zum Wocheneinkauf zu dm und Alnatura, immer noch groß und schön (obwohl ich eine Kollegin samt Partner traf, die überhaupt nicht begeistert waren: „so weite Wege, der andere war viel gemütlicher!“ – okay). Außerdem kauften wir, unvernünftig (aber es gibt halt jahreszeitliche Verpflichtungen), eine Sechserschachtel mit Berlinern in der Sonder-Fasnetsedition (Nougat, gebrannte Mandel, „Tropic“, Vanillepudding, Pistazie). Daheim Zeugs wegräumen, dann nochmal für eine Stunde aufs Sofa, während ein Feuer im Ofen brannte und die Räume (und wir) so ganz langsam wieder warm wurden.
Eigentlich hatten wir auswärts essen geplant, aber wir waren ja schon so viel unterwegs gewesen und wollten nicht mehr raus in die Kälte. Deshalb machte der Liebste uns eine Pizza zum Abendessen, sehr, sehr gut. Trotzdem aßen wir vernünftigerweise nur die halbe. Dazu ein Glas ganz wunderbarer Bardolino. Und danach (deshalb nur die halbe Pizza, wir mussten noch Platz lassen) einen „gebrannte Mandel“-Berliner (mit so einer Art Marzipancreme als Füllung, natürlich sehr üppig, aber lecker).
Blaulichtcontent als Abendunterhaltung (DMAX ist momentan nicht über den Browser erreichbar, keine Ahnung warum, beziehungsweise man sieht die Seite, aber es ist kein Link anklickbar – ich behalf mir mit Joyn). Und um halb zehn krochen wir ganz furchtbar müde ins Bett.