Aufgestanden um halb sieben nach recht guter Nacht. Früh für Samstag, aber schon einmal vorgelegt für die Zeitumstellung. So gesehen übliche Morgenroutine trotz Wochenende, ich räumte das obere Stockwerk für Harold frei, machte Katzenmaintenance und Küchenrunde, kochte Tee. Einigermaßen wach. Mir war es recht: Ich hatte mir für den Tag ein paar Sachen vorgenommen. Einkaufen in erster Linie.
Erst einmal Zeitung Frühstück, nachdem der Liebste auch wach war (dieser etwas angekratzt mit blödem Kopfweh), einfach zwei Brote mit Erdnussbutter, während oben Harold fuhr. Und dann kamen wir recht bald in die Gänge: Ich sortierte die Schmutzwäsche und putzte das obere Stockwerk, wir gingen duschen und um kurz vor elf aus dem Haus zum Baumarkt, Blumen kaufen.
Vielleicht noch ein bisschen früh: Es war so kalt, dass ich neben Schal und Mütze wieder auf den blauen Wintermantel umgestiegen war. Allerdings schon über null (der Boden wird nicht mehr gefroren sein), und dementsprechend gab es reichlich Auswahl an Frühlingsblühern und winterharten Stauden. Wir nahmen eine kleine Kollektion mit, in erster Linie Mini-Narzissen und Schlüsselblumen, dazu ein paar Polsterstauden, die hoffentlich anwachsen und etwas größer werden (ansonsten laufen sie vermutlich Gefahr, von mir beim nächsten Jäten wieder ausgerissen zu werden). Relativ wenige Leute übrigens im Baumarkt, wegen der Kälte waren die meisten wohl nicht so auf Gartenarbeit eingestimmt.
Daheim stellten wir die Blumen ab und ich drehte quasi auf der Schwelle wieder um: Während der Liebste da blieb und uns ein Mittagessen in die Pfanne warf (einmal Rumfort durchs Gemüseregal, in erster Linie Pak Choi und Kartoffeln), ging ich noch für eine halbe Stunde in die Firma, aber nicht zum Arbeiten, sondern weil ich beim Bücherflohmarkt vorbeischauen wollte. Der Flohmarkt war bis eins geplant, um kurz vor halb eins kam ich an.
Erfreulich viele Leute da, und zwar nicht *nur* Kolleg:innen (wenn auch viele), sondern auch Kursteilnehmende und Bekannte. Sehr nette Atmosphäre, alle unterhielten sich mit einer Tasse Kaffee oder blätterten in den ausgelegten Büchern. Diese waren erstaunlich reduziert: Soweit ich das sehen konnte, war ungefähr die Hälfte der Bücher schon mitgenommen worden, was wirklich eine Menge ist. Sehr schön. Ich schaute mich auch ein bisschen um und fand (natürlich) auch zwei, ein Buch über deutsche Auswanderinnen nach Island nach dem 2. Weltkrieg und eines von Dörte Hansen, Altes Land. In Anbetracht der Tatsache, dass wir drei große Klappkisten an Büchern weggebracht hatten, ist das keine schlechte Quote.
Um eins daheim, Mittagessen und Espresso. Ich startete eine Maschine Wäsche und ging dann für eine Stunde auf den Lesesessel. (Habe übrigens mittlerweile rausgefunden, was am neunten Rath-Roman für die Längen sorgt: Neben unfassbar vielen Querverbindungen zu den früheren Büchern, meine Güte, ist es vor allem die Nebenhandlung um Fritze und Hannah, die nervig ist. Meine Güte, ständig dieses Weglaufen-Eingefangen werden, Weglaufen-Eingefangen werden, kann der Junge sich nicht mal was anderes einfallen lassen. Oder eben der Autor.)
Dem Liebsten ging es mittlerweile nicht mehr so supergut, ziemliche Kopfschmerzen, deshalb bot ich ihm an, den großen Wocheneinkauf allein zu machen. Um drei ging ich also mit Einkaufswagen zum Alnatura und dm. Daheim Zeugs auspacken, ich hängte die durchgelaufene Maschine aus und verlas eine Packung Haferkörner. Daneben hörte ich zwei neue Podcasts, beide von BBC4: Einmal You’re Dead To Me, wo jeweils eine Historiker:in und eine Comedian mit dem Host über ein historisches Ereignis oder eine historische Figur sprechen (neueste Folge: Hernán Cortés, so als gedankliche Vorbereitung auf das zweite Mal Mexiko, harhar), dann What? Seriously?? mit (unter anderem) dem von mir sehr geschätzten Dara O’Brien als Host und einer Person, die eine spannende, überraschende Geschichte erzählt (erste Folge: die erste britische Astronautin erzählt von der Entwicklung von Weltraumanzügen). Beide sehr nett und vor allem der zweite Podcast mit unter 30 Minuten auch nicht zu lang.
Schließlich noch einmal schnell zum Supermarkt nebenan, eine leere Wasserkiste wegbringen und ein paar Sachen holen (Silikonstrohhalme und kleine Bürste, ich hatte Kartoffeln vergessen, ein Zitronenjoghurt). Was ich nicht mitnahm, war ein Bund Tulpen aus der Blumenhandlung neben dem Supermarkt. Ein Bund kostete 10 Euro, und ich kann zwar nicht behaupten, dass es übertrieben teuer wäre (ich kenne mich mit Blumenpreisen zu wenig aus), aber es war zu teuer für mich. Obwohl sie schon sehr schön waren.
Als ich daheim war und alles weggeräumt hatte, war es sieben Uhr, der Tag mehr oder weniger vorbei und ich ordentlich müde. Der Liebste (der den Nachmittag an der Schleifmaschine in der Garage verbracht hatte, Wunderheilung) übernahm deshalb das Kochen, machte uns ein paar Nudeln mit Pesto und briet zwei Seitansteaks dazu an. Eigentlich hatten wir geplant, abends noch einmal raus und etwas trinken zu gehen, nachdem wir am Freitag schon so früh wieder daheim gewesen waren, aber dann war es uns beiden einfach zu kalt. (…hatte ich am Freitagabend schon fast vermutet, dass es darauf rauslaufen würde.) War aber egal: Wir hatten ja jetzt Strohhalme. Wir schauten also ein bisschen Sternentor und tranken dazu zwei alkoholfreie G&T. Und ich zog mich irgendwann unter die warme Decke zum Lesen zurück.