Alles tippitoppi untenrum, Donnerstag und Freitag 27.-28.3.2025

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Am Donnerstag unruhige Nacht, in der ich übermäßig lang wach lag und überlegte, ob es nicht vielleicht doch einen kleinen Tick zu kalt war und ich eine Wolldecke zusätzlich nehmen sollte, aber was, wenn es dann gerade zu warm wäre und ich schwitzen müsste… Irgendwann döste ich wieder weg, aber merke: Wenn man ewig Zeit mit Hin- und Herüberlegen verbringt, dann einfach machen. Morgens dementsprechend nicht so wirklich ausgeschlafen, als ich wach wurde (vor dem Weckerlicht, nur durch das Morgenlicht durchs Fenster – das wird sich zum Wochenende auch wieder ändern).
Morgenroutine mit viel Katzenmaintenance und einer Neuerung: Zu zweit (ich hielt, der Liebste tupfte) versorgten wir die Pfote von Magi mit Betaisadona-Tinktur. Sehr klecksiges, braunrotes Zeug, das uns vermutlich innerhalb kürzester Zeit das Sofa ruinieren wird, aber wenigstens tolerierte Magi es (nachdem ich ihn vorsichtig hielt und kraulte und er merkte, dass ihm nicht weh getan wurde). Nur der Nasenkater fand es ausgesprochen unheimlich und verschwand erst einmal vom Sofa. Nicht dass wir mit ihm auch noch merkwürdige Dinge vorhatten.

Müsli zum Frühstück, dann verschwand der Liebste ins Büro und ich nahm mir etwas mehr Zeit für Schreiben und eine ausführliche Dusche. Am Ende war ich erst um zehn im Büro. War aber auch okay, es war ein langer Arbeitstag geplant. Vormittags viel Orgakram, ein paar wichtige Dinge abgehakt, eine spontane Besprechung, ich bereitete einen Jourfixe für den Abend vor, Zeugs. Währenddessen den Flauschhund gekrault und eine schnelle Mittagspause um kurz vor eins mit der restlichen Mushroom Pasta.
Ab halb zwei war ich im Kurs, ein langer Nachmittag bis halb sechs. Für mich aber praktisch: Da wir eine Probeprüfung hatten (also quasi Stillarbeit der Leute), konnte ich parallel am Laptop den ganzen Nachmittag arbeiten, Mails beantworten, die Erlediliste kleiner machen, ein bisschen korrigieren. Sehr angenehm.

Nach dem Unterricht noch ein Meeting, der morgens vorbereitete Jourfixe, und da das halt mit Mexiko war, ging es erst spät. Ein paar wichtige Sachen besprochen, mein zweiter Mexikoaufenthalt nimmt so langsam Formen an (wird auch Zeit). Noch nicht in trockenen Tüchern, aber wir kamen auf jeden Fall ein paar Schritte weiter. Um kurz nach sieben war ich endgültig fertig und ging nach Hause (komplett die Allerletzte im Büro, so richtig mit im ganzen Gebäude Lichter ausmachen und so).
Der Liebste hatte daheim das Essen schon fertig und schon die erste Portion probegegessen, ein Kartoffelsalat mit angebratenem Räuchertofu. Statt einem klassischen (also norddeutsch-klassisch) Dressing mit Mayo hatte er eines aus Öl, Senf, Joghurt und der halben Avocado zusammengerührt, und das war ganz erstaunlich lecker. Dazu ein bisschen Sternentor und früh ins Bett, mit Comic statt Buch.

Freitag dann ein sehr früher Start: Ich stand um zehn nach sechs auf, Katzenmaintenance, eine schnelle Tasse Tee, eine schnelle Dusche, und trotzdem musste ich mich dann sehr beeilen, um rechtzeitig am Bahnhof zu sein und den Zug um zehn nach halb acht noch zu bekommen – eine Minute vor Abfahrt hetzte ich in den Zug (leicht verschwitzt, außer Atem und mit ziemlich schmerzenden Füßen und Schienbeinen vom schnellen Gehen und gelegentlichen Sprints).
Zum Ticketkaufen blieb mir natürlich keine Zeit, aber haha, ist ja kein Problem, schließlich hat man die App des Verkehrsverbunds auf dem Handy, richtig? …falsch, denn zuerst war es unmöglich, die Ticketkaufoption zu finden, und dann musste ich auch noch feststellen, dass ich aus der App ausgeloggt war (was sie gar nicht selbstständig machen sollte). Ich musste mich also wieder einloggen, dazu das Passwort in der Cloud suchen, mittlerweile fuhr der Zug bereits und ich konnte die Verbindung nicht mehr anwählen. Ich versuchte es über die DB-App: Ging auch nicht mehr, denn „Verbindung liegt in der Vergangenheit“. Das ist bei Zugtickets ja aber egal, ich nahm einfach den nächsten Zug zehn Minuten später in der Auswahl, nur um festzustellen, dass das Ticket 32 Euro mit Bahncard gekostet hätte. WTF??? Am Ende kaufte ich ein Netzticket im Verkehrsverbund für knapp 12 Euro, immer noch viel zu teuer und reichlich angenervt. Nun ja.

Um acht also in der Nachbarstadt, wo ich einen Frauenarzttermin hatte. Ich holte mir vorher noch (sehr unbefriedigendes, nicht richtig durchgebackenes, ausgesprochen unlecker schmeckendes) Laugenzeugs zum Frühstück und war überpünktlich da (…ich hatte bei der Bahn halt Verspätung eingerechnet, die sie nicht hatte, also ich zu früh. Bessere Alternative).
Ein schneller, angenehmer Arzttermin. Routineuntersuchung, ein paar Wechseljahresbeschwerden wurden abgefragt (habe ich keine), ein paar Informationen wurden gegeben, dann war ich durch. Alles zügig, aber nicht gehetzt, ich fühlte mich gut aufgehoben. (Sehr großes Glück mit dieser Gyn-Praxis hatte ich da.)

Für die Rückfahrt holte ich mir oldschool ein Papierticket am Automaten (und stellte dabei fest, dass das Netzticket von der Hinfahrt viel zu teuer gewesen war – die Strecke kostet 4,80 – und die Verkehrsverbund-App einfach wirklich bodenlos, katastrophal schlecht ist. Schlechter geht nicht), war wieder zwei Minuten vor Abfahrt am Gleis und tatsächlich um halb zehn im Büro. Da ich mir den Vormittag mal bis elf geblockt hatte, war das eine angenehme Überraschung.

Im Großen und Ganzen ein ziemlich erfolgreicher Arbeitstag. Vormittags ein paar sehr wichtige Punkte weggearbeitet, dazu ein spontanes und ein geplantes Meeting, ziemlich späte Mittagspause um kurz nach halb zwei mit restlichem Kartoffelsalat. Nachmittags hatte ich dann einen (sehr netten) Unterricht bis fünf. Vorher verabschiedete ich aber noch meine langjährige Abteilungs- und Vertretungskollegin, die jetzt in den Mutterschutz geht. Das war schon ein bisschen traurig. Nach einer ersten Einarbeitungsphase, in der ich mit der Arbeitsweise der Kollegin etwas fremdelte und wir uns aneinander gewöhnen mussten (und ich auch ihre Vorgängerin sehr vermisste, mit der die Zusammenarbeit ausgesprochen gut gelaufen war), hatten wir als Team prima zusammengearbeitet. Ich bin sicher, dass es mit ihrer Mutterschutzvertretung auch gut werden wird (und sie kommt ja zurück), aber trotzdem natürlich erst einmal schade. Wenn auch schön für sie.

Nach dem Unterricht dann anderthalb Stunden Yogakurs, in einem anderen Raum (da im halben Gebäude währenddessen ein spanisches Koch- und Kulturevent stattfand, wir wurden aus der Ferne von Essensdüften und Musik begleitet). Ich war natürlich froh, dass ich gehen konnte, aber: Jungejunge, da klappte mal so wirklich wenig und ich war richtig steif und schmerzgeplagt. Achillessehne sowieso (ich hinkte schon den ganzen Tag), im rechten Bein dazu noch Schmerzen aus dem Ischias, der linke Arm begann wieder weh zu tun, beim linken Knie musste ich höllisch aufpassen und überhaupt war alles mühsam und ich wirklich am Ende sehr frustiert. Logischerweise sind genau diese Schmerzen das Zeichen dafür, dass das Yoga nötig ist, aber trotzdem. Ich ging etwas traurig (und ärgerlich über mich selbst) aus dem Kurs.

Der Liebste wartete bereits vor der Tür und holte mich zum Essengehen ab (endlich mal wieder eine normale Date Night, wo nicht einer von uns beiden krank ist oder der Yogakurs ausgefallen ist oder sonst etwas). Da er Lust auf Burger hatte, gingen wir in unsere eigentlich liebste Bar in Bahnhofsnähe, wo wir gerade noch so einen Zweiertisch bekamen.
Als Aperitif einen sehr guten Crodino Spritz: Für mich komplett neu, ich kannte Crodino überhaupt nicht. Ganz leicht bitter, leicht orangig, mit einem überraschenden Vanilleton, dann aufgegossen mit alkoholfreiem Prosecco auf Eis: Richtig leckere Kombination und definitiv etwas, was man sich auch für nach der Fastenzeit merken kann.
Zum Essen hatten wir italienische Antipasti vorneweg und dann beide den Beyond Meat-Burger in der Cheeseburger-Variante (mit veganem Käse) und Pommes, und das war dann… naja, etwas underwhelming. Ich bin ja sowieso kein Burger-und-Pommes-Fan, und wie es der Liebste ausdrückte: Das war okay, aber jetzt braucht man dann erstmal keinen Burger mehr. So für ein Jahr oder zwei. Es war halt auch einfach sehr, sehr viel, was ich damit löste, dass ich ein Drittel der Pommes stehen ließ, der Liebste aber tapfer aufaß. Nicht so gute Entscheidung, denn damit war er dann ziemlich vollgefressen und fühlte sich nicht mehr soooo super.

Dementsprechend waren wir um halb neun daheim und machten nichts mehr außer einer (neuen!) Blaulichtporno-Folge auf DMAX. (Da Notaufnahme hautnah und 112 auf dem Kanal DMAX kommen, der schwachsinnigerweise ja immer als „Männerfernsehen“ betitelt wird, könnte man meinen, das mit dem Porno würde ich wortwörtlich meinen, aber es geht wie immer nur darum, vom Sofa aus anderen beim Retten zuzusehen). Und wir spielten noch ein bisschen mit einem neuen Spielzeug herum, das der Liebste von der Arbeit mitgebracht hat, nämlich einem ausgemusterten (Übungs-) Stethoskop. So ein dieselartiges Katzenschnurren klingt beim Abhören schon sehr merkwürdig, muss ich sagen.