Furchtbar schlecht geschlafen, oder eigentlich müsste ich schreiben: fast gar nicht geschlafen, keine Ahnung warum. Ich wachte irgendwann auf, musste aufs Ko und konnte dann ums Verrecken nicht mehr einschlafen. Am Morgen (wie immer in solchen Fällen natürlich so eine Dreiviertelstunde vor dem Wecker doch noch eingeschlafen) war ich völlig durch. Keine Ahnung, ob es an dem Kaffee lag, den mir der Liebste um halb fünf noch gebracht hatte (würde mich allerdings wundern, ich trinke durchaus abends noch Kaffee) oder an dem späten Yoga. Auf jeden Fall: müde.
Außerdem fragten wir uns, ob Harold überhaupt sommerzeitmäßig zur richtigen Uhrzeit fahren würde? Tat er natürlich nicht, er war ja noch klassisch aus den 90er Jahren und kannte solche Sachen wie Funksignale nicht. Ich stellte also manuell seine Uhr um und schickte ihn zur Reinigung los. Wollte schließlich ein sauberes Zimmer für die Yogamatte haben.
Müsli, ein Blick in die Zeitung, und ab acht zum Yogakurs auf der Matte. Und das war dann ganz ausgesprochen gut, trotz Müdigkeit und Yoga am Abend davor und so. Sehr kraftbetont dieses Mal, also viele aktiv mit Muskelkraft gehaltene Positionen, ordentliche Beinarbeit. Guter Kurs. Danach unter die Dusche, und damit war ich dann auch richtig wach für den Tag. Gut so, er war ziemlich vollgepackt.
Ab kurz vor halb elf im Büro (weg im Übrigen ohne Mütze, aber mit roter Jacke – es war morgens noch sehr frisch und tagsüber mit viel Bewölkung auch kühl, aber keine Klagen von mir). Ich hatte schon ab sieben Uhr mehrere Anrufe auf dem Arbeitshandy gehabt (nur gesehen, nicht drangegangen) und ich wusste auch warum: An dem Morgen hatte eine Frist gestartet und jede Menge Leute riefen deshalb leicht panisch an. Die Hauptarbeit betraf meinen Kollegen, der für diesen Bereich zuständig war, und zwar exakt ab heute, denn die Kollegin war jetzt im Mutterschutz und er hatte zum Monatsanfang offiziell seinen ersten Tag allein (die Wochen davor war Einarbeitung gewesen). Er war auch schon da und hatte sich prompt auf den falschen Platz gesetzt (nämlich meinen). Da ich sowieso nicht viel am Arbeitsplatz sein würde, war das egal, ich nahm mir den Krümellaptop, aber ein bisschen lustig war es natürlich schon. (Er hatte einfach im Buchungssystem die beiden Arbeitsplätze verwechselt, also keine böse Absicht.)
Termine Schlag auf Schlag an diesem Tag: Einmal schnell durch die Mails, ein bisschen Kommunikation, ein bisschen den Kollegen unterstützen, bei dem das Kundenverwaltungsprogramm nicht richtig funktionieren wollte, ein paar Korrekturen, dann war schon Viertel vor eins und höchste Zeit für eine schnelle Mittagspause.
Am Nachmittag dann ein längeres Meeting (Neuerungen zu eben diesem morgens zickig gelaufenen Kundenverwaltungsprogramm), direkt danach in den Unterricht, mit mühselig rausgholter Mini-Toilettenpause. Unterricht bis kurz vor fünf (mit einer Kollegin als Hospitantin), noch eine letzte Stunde administratives Zeug erledigen und Mails beantworten. Um sechs war ich soweit und machte Feierabend. Letzte Amtshandlung: Yogasachen vom Freitagskurs in den Schrank räumen (aus diversen Gründen lagen sie noch im Büro gestapelt).
Den Tag hatte ich ganz gut hingekriegt, aber quasi mit dem Betreten des Hausflurs war ich am Ende meines Energielevels und so, so müde. Ich begrüßte deshalb den Liebsten, bespaßte die Katzen und überließ ihm dann das Kochen, während ich einen Blick ins Internet warf (Guardian, Mastodon, sowas). Der Liebste hielt die Dienstagstradition Rumfort-Eintopf aufrecht, und eine Dreiviertelstunde später hatten wir einen großen Topf mit weißen Bohnen, Karotten, Sellerie, Petersilie, gelber Bete (auch sehr gut, mag ich fast lieber als rote Bete), Räuchertofu und ein paar Farfalle. Sehr gutes Essen.
Abendunterhaltung dann nichts Besonderes, Blaulichtquatsch, Sternentor, und um halb zehn verschwand ich ins Bett, in der Hoffnung, ein bisschen Schlaf aufzuholen.