Durchgeimpft, Mittwoch 2.4.2025

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Um fünf aufgewacht und nicht mehr einschlafen können, aber hey, fünf ist besser als halb drei, ich fühlte mich also einigermaßen ausgeschlafen, als ich um halb sieben aufstand. Wunderschöner, kühler Frühlingsmorgen, der Garten explodiert so allmählich (und der Kater kriegt sich kaum mehr ein vor lauter „so viele Vögel! Und Geräusche! Und überhaupt! Lass mich raus, nein Moment Futter rein, ne doch raus, rein, raus!!“).
Küchenrunde, Katzenmaintenance, Tee, dann schnitt der Liebste das am Vortag frisch gebackene Brot zum Frühstück an. Ich war wortwörtlich beim ersten Bissen, hatte noch nicht einmal fertig gekaut, da bekam ich schon Schluckauf. Sehr, sehr merkwürdiges Phänomen bei mir: Ich bekomme (nicht immer, aber oft) Schluckauf, sobald ich Brot esse. (Häufig auch bei rohen Karotten.) Keine Ahnung, woher das kommt, aber es ist unfassbar nervig und verleidet mir das Brotessen etwas. Nicht dass ich mir sowieso viel aus Brot machen würde.

Nun ja. Irgendwann hatte sich mein Zwerchfell wieder beruhigt. Noch etwas mehr Tee, der Liebste verschwand ins Büro und ich machte mich kurz darauf auch fertig (nach 25 Minuten Yoga, hihi) und ging aus dem Haus in Richtung Bushaltestelle: Ich hatte einen Termin auf dem Berg zur Impfsprechstunde in der Tropenklinik. Nachdem es am vergangenen Freitag so ein Gedöns mit dem Zugticket und der App gewesen war, hatte ich dieses Mal schon daheim ein Tagesticket gekauft und die möglichen Verbindungen rausgesucht. Etwas absurd, dass ich um 9:40 gehen musste für einen Termin, den ich um 10:45 hatte, aber nun ja. Die Busverbindungen sind leider etwas zusammengestrichen worden, und dann musste ich noch Fußweg einrechnen… Ich kam aber pünktlichst an, war um 20 nach 10 schon oben (morgens noch ordentlich frisch, aber strahlendblauer Himmel, man konnte zusehen, wie es wärmer wurde) und hatte nach der Anmeldung noch etwas Zeit zum Lesen.

Pünktlich wurde ich in die Sprechstunde gerufen und hatte dann eine Viertelstunde ein ausführliches, nettes Beratungsgespräch mit dem Arzt. Als ich im Januar nach Mexiko geflogen war, hatte ich an mögliche Impfungen nicht gedacht, tatsächlich empfiehlt das Auswärtige Amt aber ein paar Sachen, und da ich jetzt voraussichtlich im Sommer wieder unten bin… Und dazu steht gaaaaaanz eventuell im nächsten Jahr noch ein Trip nach Indien auf dem Plan, und dafür braucht man dann sowieso eine ganze Batterie.
Ich ließ mich also beraten und bekam einen Impfplan erstellt: Grundsätzlich war ich gut abgedeckt, aber Hepatitis A wurde geimpft, außerdem (weniger wegen Mexiko – da ist die Wahrscheinlichkeit recht gering – aber wegen eventuell Indien) eine Impfung gegen Tollwut. Diese war quasi gar nicht zu spüren, die Hepatitis-Impfung merkte ich im Arm (auch später noch). Aber alles kein Drama. Tollwut muss ich jetzt noch ein zweites Mal kommen zur Grundimmunisierung, Hepatitis in einem Jahr wieder. Außerdem: Ich bin nicht gegen Masern geimpft (ich erinnere mich vage, dass ich das als Kind hatte, also an die Krankheit selbst erinnere ich mich nicht, aber an Gespräche darüber mit meiner Mutter). Da ich weder Impfung noch gesicherten Antikörper-Status aufzuweisen hatte, empfahl der Arzt mir eine Impfung beim Hausarzt. Außerdem gleich FSME, weniger wegen Mexiko, sondern, nun ja, wegen Süddeutschland halt. Wusste ich ja schon. Masern hätte er selbst machen können, aber mit der Impfung beim Hausarzt wurde es von der Kasse übernommen. Das war mir nicht unrecht, denn der ganze Spaß war auch jetzt schon ziemlich teuer (…dreistellig, weil die Seren (Sera?) so teuer sind).

Nach dem Termin spazierte ich gemütlich in strahlender Sonne (allerdings recht kaltem Wind) den Berg runter. Holte mir beim Rewe ein Laugencroissant und einen Hafermilchkaffee, nahm dann einen Bus in Richtung Südstadt und war um kurz vor zwölf wieder daheim. Alles sehr entspannt.

Daheim ein Blick in die Mails, ein bisschen Kommunikation, dann Mittagspause mit Katzenbespaßung und restlichem Gemüseeintopf (und einem Anruf beim Hausarzt, Impftermin für Masern und FSME ausmachen). Um kurz vor halb zwei war ich wieder am Rechner, für zwei Meetings und Zeugs. Das erste Meeting war nicht so wahnsinnig wichtig für mich, das zweite aber schon, denn das führte ich das erste Mal in meiner Quasi-Funktion als Mini-Teamleiterin durch (wenn man das so nennen kann, passt nicht so ganz, aber so halb). Ich hatte es ganz gut vorbereitet  und wir bekamen einige wichtige Sachen besprochen. War ganz zufrieden.
Danach dann wichtiger Orgakrams, Unterrichtsvorbereitung, und plötzlich war es zwanzig nach sieben und ich hatte doch noch einige Stunden gearbeitet an dem Tag. Oh well.

Der Liebste war irgendwann nach Hause gekommen, hatte den Kopf zu mir ins Zimmer gesteckt und dann Katzenversorgung und Kochen übernommen: Es gab eine Art Stir Fry aus dem Wok mit Mie, Spinat, Naturtofu und recht viel Hoisinsauce. Eigentlich gutes Essen, aber die Hoisin brachte eine Süße mit, die mir in dem Essen etwas zu viel war (ich mag süße Komponenten in einem eigentlich herzhaften Essen sowieso nicht so sehr). Trotzdem gutes Essen. Noch etwas Sternentor und wirklich früh ins Bett: Ich hatte zwar außer einem schmerzenden Arm überhaupt keine Impfnebenwirkungen, aber ich war halt trotzdem einfach sehr, sehr müde. Und es warteten zwei sehr volle Tage.