Wein probieren, Donnerstag 28.8.2025

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Ui, August schon wieder fast vorbei. Draußen schon deutliches Herbstgefühl, in der Nacht regnete es stark und ausdauernd und auch morgens hatte es sich noch nicht ausgeregnet. Beide Katzen trotzdem leicht angefeuchtet von draußen, Medikamente und Futter, dann gleich wieder raus, für sie zumindest ist der Sommer wohl noch nicht vorbei. (Sie verschliefen dann den Regenvormittag beide auf dem Schattendeck.)
Ich hatte einen Tag im Home Office vor mir, mit allerdings recht vielen Terminen und Unterricht am Abend. Eigentlich kam mir da ein Tag Regenwetter nicht unrecht. Die Laune trotzdem so halb gut, auch weil es sich abzeichnet, dass die nächsten Wochen sehr voll werden und ich etwas an meiner Planung zweifle, und weil sich so langsam eine Pausenzeit-vorbei-Melancholie breit macht. (Es hat was für sich, erst im September in den Urlaub zu gehen, dann kann man das Gefühl noch ein bisschen rausziehen.)

Nun ja. Erst einmal auf jeden Fall Morgenroutine, Küchenrunde, gründlich das Haus durchgelüftet, Blick in die Zeitung vermieden (da waren in den letzten Tagen wieder ein paar echte Aufreger drin). Der Liebste machte uns ein Frühstück und ging recht bald aus dem Haus, und ich ging um halb neun für die erste Runde Mails an den Schreibtisch. Dann ein bisschen Schreiben, Dusche, zweite Portion für Magi, Tee und Kaffee kochen, um zehn machte ich mich „so richtig“ ans Arbeiten. Warm angezogen mit langer Hose und Socken, Shirt und Strickjäckchen. Und trotz „nur“ Home Office mit der neuen Glasperlenkette, die ich im Sommerurlaub gekauft und bisher noch nicht getragen hatte. Sehr zufrieden damit: Sah sehr schön aus.

Geruhsamer Arbeitstag. Am Vormittag hatte ich einen Beratungstermin, ansonsten viel Kommunikation, administratives Zeug. Zwischendrin versuchte ich es bei der Tierärztin, erreichte aber nur ein besetztes Telefon. Sowieso regnete es den größten Teil des Tages in Strömen, was mich davon abhielt, hinzuradeln (wir müssen ein paar Medikamente für die Kater holen). Also noch einmal einen Tag verschoben, oh well. Die Atmosphäre war durch den Dauerregen ein bisschen melancholisch, aber eigentlich auch recht gemütlich (gegen Mittag kam sogar Magi mal rein und schlief drinnen auf dem Sofa).
Mittagspause kurz nach eins mit zweiter Hälfte Pasta alla Norma und ein bisschen Zeitungsrätsel. Ab zwei arbeitete ich weiter, noch ein bisschen kommunikatives Zeug, dann Online-Unterricht ab vier. Der war dann wieder sehr, sehr nett und machte viel Spaß (und meine Planung passte auch gut, immer wichtig). Als ich um Viertel nach sieben den Rechner runterfuhr, hatte ich eine Menge Energie aus dem Tag geholt.

Der Liebste war zu dem Zeitpunkt schon daheim, hatte die Kater versorgt und mit Kochen angefangen, und zwanzig Minuten später hatten wir wunderbares indisches Essen auf dem Tisch: Ein Linsendhal mit Zucchini und der ersten selbst geernteten Habanero (die so in Verbindung mit dem Curry, klein geschnitten und ohne Kerne, genau das richtige Maß an Schärfe lieferte), dazu Bratkartoffeln auf indische Art, nämlich gewürfelt, gedämpft, dann kurz angebraten und mit diversen Gewürzen (Cumin, Koriander, Kurkuma) abgeschmeckt. Noch ein Tomaten-Karotten-Salat (in Würfeln, mit Petersilie und Zitrone, erinnerte mich auch sehr ans indische Restaurant), und damit waren wir sehr gut versorgt.

Und dann gingen wir, sehr untypisch für einen Donnerstagabend, um acht noch einmal aus dem Haus. Der Weinhändler ums Eck hatte zum Open Wine House geladen, und weil wir beide am nächsten Tag Home Office geplant und keinen frühen Termine hatten, gönnten wir uns den Wein quasi „unter der Woche“.
Dort angekommen wurden wir gleich vom Besitzer direkt begrüßt, so langsam bekommen wir Stammkundenstatus, und setzten uns dann nach drinnen: Der Regen hatte aufgehört und draußen waren alle Tische besetzt. Freute mich sehr, ich fand es aber auch drinnen sehr gemütlich. Die nächsten zwei Stunden also ein bisschen quatschen, Grissini essen und insgesamt sechs verschiedene Weine probieren. Alle sechs sehr interessant, vermutlich hätte ich keinen davon selbst ausgesucht, aber es war durchaus spannend, sich mal darauf einzulassen. Besonders interessant war ein Sauvignon Blanc aus Südtirol, im Demeteranbau und in diversen Fässern (erst Stahl, dann Holz, dann Tonamphore) gelagert. Wir überlegten sogar, davon eine Flasche mitzunehmen, es fehlte allerdings ein wenig der letzte Kick, der uns überzeugt hätte. Aber schon guter Wein. Außerdem probierten wir einen Riesling vom Weingut Elsässer, Jahrgang 2010 (!!), wo ich ja früher gesagt hätte, das geht gar nicht, Weißwein maximal fünf Jahre und so, aber anscheinend geht es wohl doch, wenn man es richtig macht. Wobei mich der Wein dann nicht vom Hocker riss. Er war halt schon deutlich gealtert, und dann ist Riesling ja generell nicht so mein Fall. Aber auch hier: Auf jeden Fall interessant, so etwas mal im Glas zu haben.

Um kurz nach zehn daheim. Wir schauten noch einmal nach den Katern, und um ein bisschen was im Magen zu haben, was den Alkohol „aufsaugte“, schnitt der Liebste uns zwei Scheiben Brot runter und briet sie mit etwas Knoblauchöl an. Damit hatten wir dann zwar sämtliche Kalorienziele für den Tag gerissen (also so figurativ, nicht dass wir das Essen getrackt hätten), aber egal. Schöner Abend, einfach so ohne Anlass und bei uns in der Nachbarschaft (ich traf eine Frau wieder, die ich regelmäßig beim Fitness sehe, und wir begrüßten uns auch, freute mich), das ist Gold wert, und auf dem Sofa verbringen wir sowieso Zeit genug. So gesehen genau richtig, dass wir gegangen waren.