Am letzten Arbeitstag war ich schon halb mit dem Kopf wieder im Flugzeug (und begann mir schon Gedanken über die Rückreise zu machen, wobei: Schnee würde es wohl kaum geben – wir hatten tagsüber durchgehend mindestens 30 Grad), hatte mir aber vorgenommen, nicht am Ende noch unkonzentriert oder nachlässig zu werden, sondern das Ganze zu einem guten Abschluss zu bringen. Dementsprechend normaler Start am Morgen mit Viertel nach 8 Abholung (das war die reale Uhrzeit, wenn wir „8 Uhr“ ausmachten), Frühstück, dann Institut. Dort kamen die Leute, ich richtete alle Rechner ein, es sah alles prima aus. Zwar bei mir ziemliches Krankheitsgefühl, neben dem Hals war jetzt auch ein fetter Schnupfen dazugekommen und ich beäugte misstrauisch meine Taschentuchvorräte, aber davon abgesehen alles okay.
Tja, und dann wollten wir den Prozess starten und bekamen eine merkwürdige Fehlermeldung. Und es ging halt nichts mehr. Ohne in die Details zu gehen, lag das Problem offensichtlich beim Server in Deutschland, und auf den hatte ich überhaupt keinen Zugriff. Weswegen ich auch nichts machen konnte, außer tausend Leute anzuschreiben und anzurufen, in der Hoffnung, dass irgendjemand die Nachricht bekommen würde – aber halt Zeitverschiebung, in Deutschland schliefen noch alle. (Bei uns 9:30 bedeutete in Deutschland fünf Uhr.)
Zwei Stunden abwarten (die Teilnehmer waren mittlerweile in den Warteraum zurückgekehrt und schlugen Zeit tot), dann meldete sich endlich jemand, ich telefonierte mit der Projektleiterin (nett, hilfsbereit) und mit dem Entwickler (clueless, nicht hilfreich: „I can’t really see what the problem is, everything looks okay from my end“) und wir beschlossen schließlich, die mündliche Prüfung vorzuziehen, während an der Technik gebastelt wurde. Der Chef koordinierte in Deutschland, die Kollegin übernahm den praktischen Orga-Teil, zwei Kolleginnen sprangen spontan zusätzlich ein, und wir konnten zur Mittagszeit mündlich starten. (Zu dem Zeitpunkt hatten die Leute bereits Samosa und Chai bekommen und waren recht guter Dinge.)
Während die mündlichen Prüfungen liefen (in mehreren Räumen und mit mehr Personal, ich mäanderte immer zwischen den Räumen hin und her), richtete ich bei allen Rechnern die Software neu ein, und keine Ahnung, was es am Ende war – aber bei ein paar Stichprobentests funktionierte es dann wieder. Sodass wir um vier Uhr schließlich mit dem schriftlichen Teil anfangen konnten und um kurz nach sieben durch waren, quasi nur zehn Minuten später als eigentlich geplant. Das war dann tatsächlich noch ein ganz versöhnlicher Abschluss eines insgesamt unglaublich stressigen Tages. Aber trotzdem war ich ganz schön genervt, vor allem, weil wir von unserer Seite aus so gut und professionell gearbeitet hatten und dann so ausgehebelt wurden wegen irgendwelcher Fehler, bei denen keiner so richtig weiterhelfen konnte. Und die beknackte Zeitverschiebung war dann noch das i-Tüpfelchen.
Nun ja. Wir hatten es hingekriegt, und ich war schon ein bisschen stolz auf mich. Allerdings war ich auch echt durch und fühlte mich richtig krank. Deshalb ließen wir das Restaurant am Abend bleiben. Ich packte mir zwei kleine Bananen zum Abendessen ein (die Bananen dort, direkt am Baum gereift, schmecken übrigens völlig anders als Bananen in Deutschland) und ließ mich ins Hotel fahren.
Dort kurzes Telefonat mit dem Liebsten, dann packte ich meinen Koffer für die Heimreise am nächsten Tag, und schließlich ging ich mit Buch ins Bett. Ganz schön am Ende, mit völlig verstopfter Nase und überhaupt einfach erkältet: Ich konnte es kaum erwarten, wieder heimzukommen.