Indien 7: Rückreise, Samstag-Sonntag 17.-18.1.2026

  • Beitrags-Kategorie:Indien / Tagebuch

Ist ja klar: Am Tag der Abreise hatte sich mein Schlafrhythmus so umgestellt, dass ich von allein um sieben aufwachte – und das, obwohl ich eigentlich gern etwas länger geschlafen hätte. So richtig erholsam war die Nacht nämlich nicht, Husten, Schnupfen, überhaupt. Nun ja. Ich ging duschen und fragte dann erst einmal unten an der Rezeption, ob ich ein Frühstück bekommen könne. (Übrigens Rezeption, habe ich vergessen zu schreiben: Am Donnerstagmorgen sagte ich den Cleaning Ladys, sie könnten gern meinen Raum saubermachen – nachdem das die Tage davor nicht passiert war und ich gern eine frische Wasserflasche gehabt hätte. Nun ja, erklärte mir daraufhin der Portier unten, wenn ich den Raum gereinigt haben wollte, dürfe ich halt nicht das Zimmer abschließen und den Schlüssel abschließen, sondern müsse ihn an der Rezeption abgeben. Lol. Dieses System kenne ich seit bestimmt 20 Jahren nicht mehr.)

Anyway, Frühstück. Das gab es, in Form von Kaffee und dann natürlich: Dosa und verschiedenen Currys, harhar. Aber ich war ja schon beinah daran gewöhnt, und die beiden Currys, die ich auswählte (einmal Kichererbsen, einmal Tomatenstew mit – leider – Eiern), waren sehr gut. Das Restaurant war übrigens nicht rein vegetarisch, weshalb ich die beiden Currys auswählte, bei denen ich sicher sein konnte, dass sie kein Fleisch enthielten. Sehr üppiges Frühstück, ich war gut satt danach.

Den restlichen Vormittag verbrachte ich auf dem Zimmer: Ich musste um zwölf erst auschecken. Koffer endgültig fertig packen, Powerbank und Handy aufladen, dann legte ich mich aufs Bett und las mein Buch zu Ende. Das klappte hervorragend. Das Buch: Leonie Swann, Glenkill, der Schafskrimi von 2008, der damals so in die Bestsellerliste gehüpft war. Sehr niedlich, sehr lustig, wenn auch mit einigen Schwächen im Plot. Aber für ein zweites Mal lesen schon okay, und ich hatte nicht vor, das Buch wieder mit zurückzunehmen.

Um zwölf ging ich nach unten und checkte aus, nur um drei Minuten später vom Portier angesprochen zu werden: P hatte an der Rezeption angerufen und gesagt, er (bzw. der Fahrer) käme erst um eins. Hmmmmmm.
Ich ging also wieder aufs Zimmer und schrieb P, dass er doch bitte versuchen solle, vor eins zu kommen, denn ich wolle zeitig los zum Flughafen. Und überhaupt. Prompt schrieb er, er sei „gleich“ da. Also wieder runter (der Portier war etwas verwirrt), und zehn Minuten später kam P.
Wir gingen zum Lunch ins Hotelrestaurant, eine gute Wahl. Zum Essen bekamen wir 10 verschiedene tamilische Gemüsegerichte in kleinen Schälchen, zusammen mit Reis auf einem Bananenblatt angerichtet. Sehr unterschiedliche Geschmäcker, nicht alles gleichermaßen mein Fall, aber insgesamt ein schönes, sehr abwechslungsreiches Essen. Und wieder ordentlich viel. War gut so: Ich hatte echt noch einen langen Tag vor mir und wollte den Magen gut gefüllt haben.

Um eins kam der Fahrer. Ich verabschiedete mich von P (und schenkte ihm das Buch, er mir dafür ein Kilo Cashews) und überhaupt von der Stadt, und dann ließ ich mich zum Flughafen Kochi fahren.
Drei Stunden Fahrt (eine Stunde länger als am Sonntag, aber es gab auch deutlich mehr Verkehr), und da ich wach und es hell war, konnte ich mir ein bisschen was vom Land ansehen (die Palmen! Die Bananenstauden! Die tausend Leute! Die Farben! Der Staub…). Es ist gut möglich, dass das nicht mein letztes Mal in Indien war, und ich war einigermaßen versöhnt.

Überpünktlich in Kochi am Flughafen. Mit Bordkarte kam ich problemlos ins Terminal, dort durch die Security und ans Gate (der Flughafen ist nicht so groß), und damit hatte ich ein paar Stunden totzuschlagen. Die vertrieb ich mir, indem ich einen Kaffee holte, ein Buch für die Rückreise kaufte und mir schließlich in einer Pharmacy ein abschwellendes Nasenspray und eine Box Tissues kaufte (meine Taschentücher waren längst verbraucht, mein Schnupfen jetzt voll ausgeprägt und ich hatte schon überall im Restaurant und überhaupt Servietten eingesammelt, aber das ist auf Dauer ja auch keine Lösung).

Rückreise: Wieder sehr lang, aber dieses Mal klappte alles wie am Schnürchen. Boarding um Viertel vor zehn (etwas zu spät, aber nicht dramatisch), Sandwich auf dem kurzen Flug (damit war mein Abendessen auch geregelt), pünktlich um 23 Uhr Landung, dann zurechtfinden in Bangaluru: Das klappte dieses Mal problemlos. Ich fand den Shuttle Bus auf Anhieb, ich kam ohne lange Schlange ins Terminal, und als ich den Lufthansaschalter direkt dort sah, dachte ich, ach, ich frag mal nach dem Gate. Glück: Die Leute vom Schalter teilten mir mit, dass ich für die Immigration einen ausgedruckten Boarding Pass brauchte, weil man dort ein Papier für den Stempel haben wollte. Lol. Das steht halt sonst auch nirgendwo. Aber man druckte mir den Pass gern aus, und damit war ich dann tatsächlich innerhalb von vier Minuten durch die Immigration durch. Was für ein Unterschied zur Hinreise!!! (Warum man allerdings die Ausreise so dermaßen kontrollieren muss, entzieht sich mir etwas. Aber egal.)

Security ebenfalls kein Problem, wenn man mal davon absieht, dass jede einzelne Sicherheitskontrolle andere Regeln zu haben scheint: Einmal war ein in Glitzerpapier eingepacktes Geschenk ein Problem, einmal mein Plastikdöschen für mein Ohropax, einmal meine kleine Nagelfeile. Einmal musste alles, was irgendwie „elektronisch“ war, aufs Band, inklusive SmartWatch und Ladeteil vom Laptop, einmal war bis auf Laptop und Power Bank alles egal. Auch meine Schuhe wurden unterschiedlich beäugt. Aber egal, ich kam durch und war mit reichlich Zeit am Gate.

Rückflug ereignislos: Ich stöpselte mich ein, machte mir klassische Musik an und lehnte mich (Fensterplatz) gegen die Wand, und so konnte ich tatsächlich mehr oder weniger drei Stunden schlafen (es waren auch quasi keine kleinen Kinder an Bord). Den Rest der Zeit schaute ich den Film Catch Me If You Can (vor Ewigkeiten im Kino gesehen, ich wusste aber kaum noch etwas), dann gab es ein ausführliches Frühstück, und kurz darauf begann schon der Landeanflug. Beinah pünktliche Landung um acht in München: Ich war wieder daheim.

Also fast. Erst einmal ein paar Stunden am Flughafen München totschlagen, das Gate finden (der Flughafen ist so riesig) und in einem Café dort ein zweites Frühstück (Schokocroissant und Earl Grey, ich war im siebten Himmel). Um zwölf schließlich Boarding zum dritten Flug des Tages (und sechsten dieser Woche), und um Viertel vor eins landeten wir in Stuttgart, wo der Liebste mich abholte und ich zwar mit Husten Schnupfen Heiserkeit, aber trotzdem sehr glücklich ankam.

Auf der Rückfahrt hielten wir in der Südstadt und gingen in ein italienisches Restaurant zum Mittagessen (von asiatischem und spezifisch indischem Essen habe ich für die nächsten Wochen genug gehabt). Daheim Dusche, Koffer auspacken, ein bisschen mit dem Liebsten quatschen, die Kater streicheln (die fanden mich erst komisch, weil ich offensichtlich sehr „fremd“ roch). Abends machte der Liebste uns noch einen schnellen Auflauf mit Orzo, und um halb acht gab ich der doch ziemlich heftigen Erkältung nach und kroch ins Bett. Ins eigene.