Wieder am Schreibtisch, Donnerstag 22.1.2026

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Zu einer einigermaßen normalen Uhrzeit – zwischen halb zehn und zehn – eingeschlafen, vermutlich gegen fünf wach geworden, ich schaute nicht auf die Uhr, aber auch das ziemlich normal. Und dann mit dem Weckerlicht um Viertel nach sechs aufgestanden: Mir scheint, ich bin wieder in meinem normalen deutsche-Winterzeit-Rhythmus angekommen. Immer noch blöde Erkältungssymptome (linke Nasennebenhöhle ziemlich zu, dementsprechend Zahn- und Augenschmerzen links), heiser war ich auch. Nichtsdestotrotz fühlte sich die Entscheidung, heute im Home Office wieder mit Arbeiten anzufangen, ganz richtig an. Also gleich einmal Routine mit Katzenmaintenance und Küchenrunde, Tee und zwei angezündeten Kerzen auf dem Esstisch. Nicht nur, weil es schön aussieht (und ich mir einbilde, dass es auch ein bisschen warm macht), sondern weil wir noch so Reste mit „frohe Weihnachten!“ drauf übrig haben. Und Weihnachten (überhaupt der ganze Winterurlaub) kommt mir schon sehr, sehr weit weg vor.
Müsli zum Frühstück, ein bisschen Schreiben, dann eine heiße Dusche und eine Ibu, um die Mischung aus Kopf-, Rücken- und Zahnschmerzen mal zu durchbrechen. Ab neun war ich am Schreibtisch.

Recht betriebsamer Arbeitstag mit einem geplanten, längeren QM-Meeting (recht produktiv) und einigen spontanen Calls mit Chef und Kolleg:innen. Dazu ein sehr voller Posteingang, logisch, den ich aber bis zum Feierabend ganz gut durchgearbeitet bekam. Nur ziemlich mühsam war das, mit der parallelen Husterei und überhaupt dem Krankheitsgefühl. Vormittags ging es noch ganz okay, aber als ich um Viertel nach eins zur Mittagspause runterkam (der Liebste war zwar auch daheim, hatte aber einen Meetingmarathon und deshalb keine Zeit für eine gemeinsame Pause), hätte ich mich am liebsten ins Bett gelegt.

Oh well. Restliches Pilzgeschnetzeltes mit Kartoffelbrei, eine Tasse Kaffee, dann noch arbeiten bis vier. Wo mir dann zwar die eine, entscheidende Information von den Kairo-Kollegen fehlte, aber egal, ich verschob den Punkt auf den nächsten Tag und beendete die Arbeit. Immerhin schon sieben Stunden, und ich fühlte mich wieder ziemlich angeschlagen.

Trotzdem zog ich mir eine Jeans an (bis jetzt nur in der Jogginghose unterwegs) und ging zu „meiner“ Physiotherapiepraxis, wo „mein“ Physio M schon auf mich wartete. Es war ein netter Zufall, dass er den Beratungstermin übernommen hatte, mir aber sehr recht, weil ich mit ihm gut zurechtkomme und auch das Gefühl habe, dass er keinen Quatsch erzählt.
Ein bisschen Anamnese, beide Achillessehnen wurden angeschaut und etwas durchgeknetet (was weniger weh tat, als ich befürchtet hatte), dann bekam ich eine Übung für die nächsten Wochen auf (Treppe runterhüpfen sozusagen, mal sehen, wie gut das die Sehnen vertragen) und wir besprachen die Perspektiven: Ich muss nicht ständig kommen, sondern ein Termin so alle zwei bis drei Wochen wäre gut (die Hauptsache wird sowieso das Üben daheim sein). Und es gibt durchaus ein Potenzial für Verbesserung. Teuer ist der ganze Spaß natürlich (ein Termin kostet etwas mehr als 50 Euro), aber ich habe ja die Hoffnung, dass die betriebliche Krankenversicherung das erstattet.

Einzig etwas nervig: Ich hatte bei der Jeans nicht lang nachgedacht und die genommen, die schon einen Riss am Hosenboden hatte. Nur klein, dachte ich, also egal, sieht man überhaupt nicht. Nur dass man das halt doch sieht, wenn man auf einer Physioliege liegt, und außerdem, naja, der Riss war halt mittlerweile, wie ich dann daheim sah, wirklich nicht mehr „klein“. Ups. M machte mich höflich darauf aufmerksam („falls du es noch nicht bemerkt hast“) und ich war überrascht, dass man das „so“ sehen konnte, aber da war halt quasi nichts mehr zu übersehen. Supertoll. Daheim schmiss ich die Hose direkt in den Müll. (Und hoffe, dass sich der Jeansladen in der Stadt bald meldet, wo für mich ja Hosen in verschiedenen Größen nachbestellt worden sind.)

Daheim war ich dann ganz schön platt und fühlte mich wieder richtig krank. Der Liebste war noch mit der Arbeit beschäftigt, deshalb übernahm er zwar die Medikamente für die Kater, war ansonsten aber noch abgetaucht, und ich kümmerte mich ums Abendessen, Pasta mit einer Tomatensauce und Tofuwürstchen. Das Rezept aus einem der Bosh-Bücher nennt sich „Chorizo-Pasta“, ich nahm halt die scharfen Würstchen von Taifun dazu, dazu etwas geräuchertes Paprikapulver. Ein bisschen Spinat und eine rote Paprikaschote kamen auch noch in die Sauce, und damit war das ein unkompliziertes Essen. (Bei den Bosh-Jungs hätte man natürlich die Würstchen erst noch 20 Minuten im Ofen anrösten müssen und was weiß ich, aber da kürzte ich ein bisschen ab.)

Ruhiger Abend auf dem Sofa. Nachdem Netflix herumzickte und nichts mehr starten wollte (dabei gäbe es von Queer Eye, eine neue, „finale“ Staffel, wie ich sah), suchten wir ein bisschen durch die ARD-Mediathek, schauten eher gelangweilt bei irgendeinem Biathlon-Wettbewerb zu und stolperten schließlich über Die Seenotretter. Das passte natürlich quasi zu 100% in unser Beuteschema, quasi wie die Bergretter, nur mit Wasser. Wir schauten gleich mal drei Folgen an, bis ich um halb zehn auf dem Sofa einschlief und den anstrengenden Tag für beendet erklärte.