Hoch die Hände, Freitag 23.1.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Eigentlich viel geschlafen, trotzdem am Morgen todmüde, aufgewacht durch Weckerlicht, direkt wieder eingeschlafen und dreimal gesnoozt. Als ich endlich aus dem Bett kam, hatte der Liebste schon die Kater versorgt und war dabei, Nudeln fürs Mittagessen zu kochen. Kurze Küchenrunde und Tee, ein Blick in die Zeitung, alles mit schmerzender linker Gesichtsseite: Der doofe Schnupfen und die verstopfte Nasennebenhöhle (etwas, was ich ja eigentlich in dem Maß so gar nicht kenne) tut mir bis in die linke Kauleiste und ins Auge weh.
Zielsetzung deshalb, heute nicht allzulang zu arbeiten. Meinen Unterricht hatte ich schon abgesagt, ich hatte „nur“ ein langes Meeting mit dem Chef und eine recht lange Erlediliste. Trotzdem hoffentlich früher Arbeitsstopp, zumindest schwebte mir das so vor.

Der Liebste war leicht gestresst und hatte wenig Zeit, er ging deshalb ohne Frühstück früh los. Ich machte mir mein Müsli zum Frühstück also selbst und schnitt mir dabei prompt doof in den rechten Mittelfinger, direkt vorne an der Kuppe ein kleiner Cut. Nicht schlimm, aber eine saublöde Stelle, und bei der generellen Angeschlagenheit und dem Mimimi-Gefühl half das irgendwie auch nicht. Hm.
Was auch nicht half: Morgenroutine im Bad wurde untermalt durch die neueste Podcast-Folge OK, America, wo es in erster Linie um Trumps Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos ging. Meine Güte, saugt dieser furchtbare Mensch Energie auf allen Ebenen. Natürlich ist es wichtig, so einigermaßen informiert zu bleiben, wenn sich die etablierte Nachkriegs-Weltordnung vor unseren Augen auflöst, aber es ist halt auch beschissen, wie dadurch alle anderen Themen (Ukrainekrieg? Klimakatastrophe?) in den Hintergrund treten.

Anyway. Am Schreibtisch ab halb zehn, dort konzentriertes Arbeiten und vor allem ein längeres Meeting mit dem Chef bis halb eins. Wir besprachen Indien etwas nach (es gab genug zu besprechen) und die nächsten Monate vor, und ich denke mal, langweilig wird mir nicht. Insgesamt recht effektiv, ich bekam auch meine sonstigen Sachen gut hin, nur total doof war das permanente Kopf- und Augenweh. Gerade so, dass ich keine Tablette nehmen wollte, aber doch genug, dass ich reichlich genervt war.

Dementsprechend lange, zweistündige Mittagspause (restliche Pasta mit scharfer Tomatensauce, gut durchgezogen). Kein Kaffee, weil ich ja allein daheim war und für mich selbst keinen machen wollte, aber ich fühlte mich kreislaufig und durchgefroren und hätte vermutlich gut einen vertragen können. Stattdessen machte ich mir einen Earl Grey, auch gut.
Außerdem machte ich einen Coronatest in der Mittagspause, einfach weil ich die Erkältung so langsam doch zu hartnäckig fand (seit letztem Montag!), war aber negativ. Einfach nur normal nerviges Zeug, scheinbar.

Weiterarbeit ab halb drei, mit noch einmal einem spontanen Chefmeeting, ein paar wichtigen Dingen abzuhaken (unter anderem dem verschobenen Punkt von Donnerstag, wo ich dann endlich auch aus Kairo ein paar Informationen bekam), ein paar Rechnungen zu schreiben und nachzubearbeiten und schließlich noch etwas Unterricht für den Montag vorzubereiten. Da möchte ich wieder ins Büro und hoffe sehr, dass sich die Erkältung soweit zurückgezogen hat, dass das geht.
Um kurz nach fünf Feierabend, gerade als der Liebste unten zur Tür reinkam. Gutes Timing.

Der normale Freitag hätte ja Yoga und Datumsnacht vorgesehen, aber Yoga fiel sowieso aus (die Trainerin ist unterwegs) und ich fühlte mich dazu auch zu krank, und essen gehen kam für mich auch nicht in Frage, das Letzte was ich wollte, war mit meiner Schnupfennase und dem schmerzenden Kopf raus in die Kälte. Der Liebste ging deshalb schnell zum Supermarkt nebenan, holte uns böses Sauigel-Fleischersatzzeug (Seitanchicken in diesem Fall) und machte uns damit und mit etwas Mais, Pilzen, Zwiebeln, Mandelmus eine schöne Portion Penne mit Zeugs. Gutes Essen. Dazu ein Weihnachtsbier (von der lokalen Brauerei Schimpf), weil das erstens ein gutes Bier ist und zweitens Weihnachten schon vorbei.

Nach dem Essen, wenn auch etwas falsche Reihenfolge (es ist ja eher ein Aperitif als ein Digestif), machten wir eine Flasche Sekt auf und mischten uns einen Crodino Spritz. Der Sekt war im Weihnachts-Bestellpaket von dem Kaiserstuhl-Winzer, wo wir ganz gelegentlich mal bestellen, und war so gesehen ein bisschen „übrig“ (an sich hätte ich ihn nicht bestellt, wir trinken eher Crémant oder Prosecco, wenn wir was Schaumiges wollen). Ursprünglich hatte ich ihn für Silvester kalt gestellt, aber da hatten wir uns dann ja an Weißwein gehalten und damit genug gehabt, und jetzt hatte ich ihn für Januar auf die Aufbrauchliste geschrieben. Sachzwänge also. Was kann man machen. Die Laune wurde damit gleich ein bisschen besser.

Dazu Abendunterhaltung drei Folgen Seenotretter, oder wie ich dem Liebsten sagte: Nachdem wir nicht mehr so gern Autobahn fahren und in jedem Gebäude als erstes nach den Fluchtwegen suchen (Feuer und Flamme) und nachdem wir bei Wanderungen im Gebirge tendenziell auch eher unten bleiben (In höchster Not), sorgen wir jetzt dafür, dass wir auch nicht mehr mit dem Schiff fahren können. Schlauer Move. Vielleicht sollten wir unsere Dokuserien-Auswahl mal ein bisschen überdenken. Aber es ist halt ausgesprochen spannend.