Strohwitwe, beschäftigt – Dienstag 27.1.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Einen blöden Mist geträumt in der Nacht und danach lang wachgelegen – als ich irgendwann auf die Uhr schaute, war es 4:56. Was blöd war, denn der Liebste musste um fünf aufstehen, also erklärte ich die Nacht für beendet und stand mit auf. Ein wenig Katerbespaßung, während der Liebste sich schnell richtete und um kurz vor halb sechs auf den Zug ging (glücklicherweise bei nur knapp unter null Grad und ohne Glätte, es war alles weggetaut). Er ist die nächsten Tage beruflich unterwegs, leider auch über seinen Geburtstag, hm. Und ich halte hier ein wenig die Stellung.
Erst einmal ausgesprochen frühe Katzenfütterung, ich hoffe, dass sie sich das nicht für die nächsten Tage als neue Uhrzeit merken, dann kurze Küchenrunde und Tee. Draußen alles stockdunkel, ich war die erste in der Nachbarschaft, die wach war (erstaunlicherweise, schräg gegenüber wird auch sehr früh aufgestanden, aber offensichtlich nicht vor sechs).

Müsli zum Frühstück, ein bisschen Schreiben, dann ausführliches Internet leerlesen und schließlich lang ins Bad. Da ich so früh dran war, nutzte ich die Zeit, mir die Haare zu waschen. Und dann war ich immer noch gut in der Zeit und ging um zehn nach acht aus dem Haus. Kurz überlegte ich mir, ob ich vielleicht generell morgens den Wecker früher stellen sollte, denn man kriegt halt in einen Morgen schon deutlich mehr rein. Der Gedanke hatte sich aber im Lauf des Tages schnell erledigt – liebe Güte, war ich müde. Oh well.

Den halben Tag hatten wir eine firmeninterne Fortbildung zum Thema „Stressregulation“. Ich war eher skeptisch gewesen, weil wir schon einige wenig hilfreiche, stark verschwurbelte Fortbildungen zu irgendwelchen Psycho-Themen gehabt hatten, aber diese fand ich tatsächlich recht fundiert und mit einer guten Mischung aus Theorie und Praxis. Also halt nicht nur „hier zehn einfache Tricks, wie ihr euren Stress abbauen könnt“, sondern schon etwas unterfüttert.
Dazu natürlich viel mit den Kolleg:innen geredet, von denen ich manche seit Anfang Januar, manche seit vor Weihnachten nicht mehr gesehen hatte. Unter anderem während der Frühstückspause, in der ich zum Kaffee zwei Butterbrezeln nahm, und zwar einfach, weil es vegane Butter gab. Etwas bescheuert, ich hatte ja daheim schon gegessen und war danach sehr satt.

Das hinderte mich allerdings nicht, zur gemeinsamen Mittagspause zwei große Portionen Ratatouille mit Reis zu Essen (vom Kollegen frisch gekocht und sogar mit veganem Feta aufgepeppt, extrem lecker). Kein Wunder, dass ich den Nachmittag über (wieder am Arbeitsplatz, Schulung vorbei) so müde war.
Nun ja. Trotzdem einige wichtige Punkte abgearbeitet, so langsam sieht das alles wieder ziemlich gut und luftig aus. Um Viertel vor sechs (da war ich dann die vorletzte im Büro, alle waren schon gegangen inklusive der beiden Bürohunde) machte ich Feierabend und ging raus ins schlechte Wetter (knapp über Null, Regen).

Daheim erst einmal mit dem Liebsten hin- und hergeschrieben. Er hatte sich nämlich gleich morgens gemeldet, weil er seinen Koffer im Zug hatte liegen lassen. Und zwar schon gleich in der ersten Regionalbahn, die ihn zum ICE nach Stuttgart brachte. Ich hatte ja schon alles Mögliche an Pannen antizipiert, Regionalbahn verspätet (er hatte in Stuttgart wenig Zeit zum Umsteigen), ICE verspätet, deshalb passt der Anschluss in Mannheim nicht, aber das hatte alles super geklappt. Nur hatte er halt in der Regionalbahn einen Kollegen getroffen und war mit ihm quatschenderweise zum ICE gelatscht. Da er seinen Geschäftsrucksack auf dem Rücken hatte, war offensichtlich der Speicherplatz „Gepäck“ im Hirn ausreichend belegt und ihm war nicht aufgefallen, dass etwas fehlte. Tja.

Ich konnte auf jeden Fall wenig machen. Er hatte bei der Bahn schon eine Verlustanzeige aufgegeben (die man theoretisch online nachverfolgen kann, nur dass man – mit Passwort und Anzeigennummer – nicht zu den Fundergebnissen kommt, sondern immer wieder auf die zu-bearbeiten-Seite zurückgeführt wird, bescheuert) und ging dann halt abends in ein Kaufhaus, um sich ein bisschen Unterwäsche, zwei Hemden und Waschzeug zu besorgen. Duschgel gibt es im Hotel, und Hose, Jacke, Schuhe hatte er ja an, das wird die drei Tage reichen. Alles „wichtige“ (Handy, Laptop und so) war zum Glück im Rucksack.
…nur der Koffer an sich, den hätte ich schon gern wieder. Der war nämlich unter anderem schon in Indien und Mexiko und USA und Kanada dabei, da fände ich es schon blöd, wenn er jetzt in der Regionalbahn Richtung Heilbronn verloren geht.

Ausführliche Katzenversorgung (Magi stellte sich mit den Medikamenten etwas an, der Kater bettelte die ganze Zeit, meine Güte, wann sind die Tiere so nervig geworden), dann machte ich mir einen Quark mit restlicher Ananas und ein paar Walnüssen – ich war vom Mittagessen eigentlich immer noch satt. Stellte mich aber trotzdem in die Küche und buk ein Bananenbrot – auch wenn ich das nicht so wahnsinnig gern mag, aber wir hatten halt drei schon sehr reife Bananen, und der Liebste wird sich bis Samstag nicht darum kümmern können. Also etwas Resteverwertung.
Ansonsten wenig Abendprogramm: Ich schaute mir Zeugs auf YouTube an und ging um neun schon nach oben unter die warme Bettdecke. Noch ausführlich mit dem Liebsten telefoniert und mir berichten lassen, und dann wirklich früh Licht aus.