Wochenendroutinen, Sonntag 8.2.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Längere Wachphasen in der Nacht, trübe Gedanken (dieser verdammte Melatoninspiegel wieder, oder welcher auch immer dafür verantwortlich ist), am Morgen trotzdem geschlafen bis kurz nach sieben. Da war es dann draußen schon nicht mehr ganz dunkel, sondern dämmerte deutlich. Und die Vögel waren eifrig am Zwitschern.
Der Liebste hatte die Kater schon versorgt, ich widmete mich einer ausführlichen Küchenrunde und kochte Tee – heute mal in der besonderen Herausforderung „Schwarztee aus der grünen Tasse, Grüntee aus der schwarzen Tasse“. Eigentlich waren beide Tassen mal „meine“, aber ich hatte auf die schwarze mehr Lust, in erster Linie wegen der Aufschrift („Und ich bin gut so.“, für mich nur sinnvoll, wenn ironisch gelesen, dann aber lustig), während mir die Aufschrift der grünen Tasse („Tu’s doch!“) so früh am Morgen zu viel Imperativ enthielt.

Ruhiger Morgen mit Schreiben und ein bisschen Internet leerlesen (die Ruhe nur ein wenig gestört dadurch, dass der Liebste ein Problem mit unserer PV-Anlagen-Batterie zu lösen versuchte – sie verliert immer wieder die Verbindung zum WLAN, warum auch immer – und deshalb leise schimpfend am Laptop saß). Irgendwann machte er uns ein englisches Frühstück, und nach ausführlichem Frühstücken und Zeitungsrätsel zog er sich mit Laptop in sein Arbeitszimmer zurück. Ich las noch ein bisschen, dann ein Fasnetsberliner und etwas Kaffee, während um mich herum die Roboter das Erdgeschoss saugten. Als sie fertig waren, holte ich mir das Putzzeug und wischte die Räume durch. Das hatten wir letzte Woche nicht gemacht (warum eigentlich nicht, keine Ahnung, irgendetwas Anderes – Linux? – war wichtiger gewesen), und Jungejunge, die Kombination aus zwei Katern im Haus und draußen Matschwetter und eine Woche Putzen ausfallen lassen sorgt schon für SEHR viel Dreck.

Restlicher Vormittag auf dem Lesesessel, von Magi belagert. (Das kann eigentlich nicht bequem für ihn sein.) Ausführliche Körperpflege, dann zu Mittag das restliche Seitan-Gemüse-Reis-Zeug (der Liebste briet alles noch einmal ein bisschen in der Pfanne an, und mit genug Öl und ordentlich Sriracha war es dann durchaus in Ordnung). Danach der restliche Kaffee und der letzte Berliner. (Merkwürdigerweise war von meinen drei nur der Mandel-Berliner richtig üppig mit Marzipan gefüllt gewesen, sowohl Puddingberliner als auch Bienenstich-Berliner ließen die Füllung etwas vermissen. Keine Ahnung warum.)

Insgesamt ein eher langweiliger, haushaltslastiger Sonntag, wie mir beim Schreiben auffällt – währenddessen fanden wir es beide aber eigentlich ganz entspannend. Wir machten den Wochenplan gemeinsam, dann sortierte ich die Wäsche und wusch, bügelte, versorgte den restlichen Nachmittag über drei Maschinenfüllungen. Und zwischendrin lesen, und zwar richtig mit Buch. Wenig Mastodon-Timeline, irgendwie nervte mich das alles ein bisschen, und das Buch war deutlich spannender.
Der Liebste machte uns das Abendessen, während ich die letzte Maschine versorgte, und um sieben hatten wir ein wunderbares Kartoffelgratin mit Lauch und Räuchertofu. Wir hatten eigentlich über Olympia-schauen nachgedacht, aber so richtig Lust hatten wir beide nicht. Deshalb blieb der Liebste an seinem Laptop und ich mit meinem Buch auf dem Sessel, kleines Feuer im Ofen, zwei schnurrende Katzen auf dem Sofa. Um halb zehn ins Bett. Vor uns eine ziemlich dicht gedrängte Woche, auch deshalb war es schon ganz okay, dass wir sonstige Sachen (Friedhof! Sport! Raus ins graue Nebelwetter!) einfach ignoriert hatten und den Tag ruhig angegangen waren. Die nächsten Tage werden voll genug, vermutlich werde ich auch nicht jeden Tag zum Schreiben kommen. Mal sehen.