Barking mad, Samstag 14.2.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Alkoholbedingt recht unruhig geschlafen, aber immerhin ein bisschen und kopfwehfrei. Ich wachte irgendwann morgens halb auf, hörte den Liebsten unten klappern und die Kater füttern, schlief wieder ein und träumte prompt, dass ich aufwachen würde. Mit diversen absurden Traumelementen, aber doch realistisch genug, dass ich beim wieder Aufwachen erst einmal leicht verwirrt war und mich im Kopf sortieren musste (beispielsweise war Harold noch nicht im Schlafzimmer gefahren und hatte keine Socken von mir gefressen).
Aufgestanden um acht (ausgeschlafen!) und erst einmal den Schwarztee des Liebsten versehentlich mit 80 Grad heißem Wasser aufgegossen – wohl noch nicht so ganz wach. Was sich auch daran zeigte, dass ich eine knappe Minute auf zwei Pakete im Wohnzimmer starrte, auf denen ich die Aufschrift „Back-Ups“ auf dem Kopf lesen konnte und mich fragte, seit wann der Paketversand UPS etwas mit Backutensilien zu tun hat und warum der Liebste uns irgendein Gerät zum Backen bestellt hat (und dann gleich zweimal). Bis ich das Wort „Battery“ daneben las und der Groschen fiel. …nicht ganz wach, wie gesagt.

Erst einmal Tee und den gestern aufgetauten restlichen indischen Grieß-Masala-Dings mit Apfelmus zum Frühstück (in der Pfanne angebraten). Sehr, sehr lecker. Dazu ein bisschen schreiben und den Tag langsam starten. Und zwar wirklich sehr langsam: Den restlichen Vormittag legte ich mich aufs Sofa, nachdem ich eine zweite Kanne grünen Tee gemacht hatte (einen japanischen Tamaryokucha), und las das Internet leer. Harold saugte oben, und ich dachte darüber nach, im hinterherzuwischen, aber außer dran denken passierte nichts weiter. (Ein typischer Effekt von vollen Arbeitswochen, dass die Motivation von Arbeit daheim schlagartig sinkt.)
Um eins ausführliche Körperpflege, dann zwei Scheiben Brot mit Aufstrich und ein Tofuwürstchen zu Mittag. Die eigentlich angedachte Suppe verwarf ich wegen erstens Arbeitsmotivation, siehe letzter Abschnitt, und zweitens hatten wir am Vorabend ein üppiges Abendessen und morgens ein üppiges Frühstück gehabt. Und für den Abend Lasagne geplant.

Wirklich ereignisarmer Samstag, fürchte ich: Ich las am Nachmittag nach, wie man meinen Outlook-Kalender mit einem Nextcloud-Kalender synchronisieren kann (geht wohl, braucht aber ein bisschen Konzentration von meiner Seite, die ich da nicht hatte), und schaute dann ein bisschen YouTube, bis es mir langweilig wurde und ich gegen vier den Liebsten aus seinem Arbeitszimmer holte (er ist gerade dabei, unser Heimnetzwerk neu aufzusetzen, inklusive zweier neuer NAS und so, und war sehr absorbiert).
Gemeinsamer Wocheneinkauf im Nieselregen (es hatte den ganzen Tag mehr oder weniger durchgeregnet), erst einmal zu Alnatura, dann zum Bäcker für sechs Fasnetsberliner, wo wir aber vor leeren Regalen standen. Schockschwerenot. Soooo… spät waren wir gar nicht dran (der Bäcker hat bis sieben offen), aber jetzt ist halt so richtig Fasnetszeit, und auch wenn das in Tübingen weniger eine Rolle spielt, haben sich jetzt offensichtlich doch genug Leute dran erinnert, dass es das ab Mittwoch nicht mehr gibt. Es war auf jeden Fall alles ausverkauft bis auf eine „Tropical“-Variante mit so generischer „Südfrüchte“-Puddingfüllung, die der Liebste für sich mitnahm.

Zweite Runde direkt anschließend zum großen Supermarkt, wo wir neben Wasserkisten und ein bisschen anderem Zeugs einen alkoholfreien Gin, eine Flasche Tonic Water, einen Sixpack Sanbitter und einen alkoholfreien Prosecco mitnahmen. Uns ist nämlich auch eingefallen, dass am Mittwoch die Fastenzeit beginnt (und wir werden traditionell wieder auf Alkohol und Süßkram verzichten, so zumindest der Plan, mit zwei ebenso traditionellen erlaubten Ausnahmen (Schwesterngeburtstag, dieses Jahr sogar ein runder, und unser Hochzeitstag)). Außerdem zum Bäcker dort für Fasnetsberliner, aber das ist ein anderer Bäcker und er hatte dieses spezielle Angebot nicht. Und sowieso bis auf eine Sorte auch fast keine Berliner mehr. Okay.

Daheim räumte ich alles weg, und dann war es schon Viertel vor sechs und Zeit für langsames Kochen. Der Liebste war mit seinem Gedöns ziemlich absorbiert und sowieso leicht angespannt (von allem Anderen abgesehen war es ihm mittags auch noch blöd in den Nacken gefahren), deshalb startete ich allein und holte ihn erst später dazu. Eine ziemlich klassische Lasagne mit Rügenwalder Hack und 400 Gramm geschnetzelten Pilzen in der Bolognesesauce. Die Pilze wurden im Food Processor allerding komplett zu Matsch – vermutlich hätte ich sie portionsweise häckseln müssen, anstatt sie gleich alle reinzuwerfen. Nun ja. War egal, die Sauce wurde trotzdem gut. Die Béchamel übernahm der Liebste, das Zusammenbauen wir beide, und 50 Minuten später hatten wir eine sehr gute Lasagne. Dazu ein Glas Primitivo. Nachtisch brauchte ich keinen mehr.

Ich hatte mir mittags ein neues Buch bestellt und wollte jetzt erst mal kein neues anfangen. (Etwas merkwürdig: Ich kam mit meinem Passwort nicht mehr in meinen Buchbestellungsaccount, ich musste erst das Passwort ändern. Konnte aber nicht sehen, dass sich jemand reingehackt hätte, zumindest gab es keine merkwürdigen Bestellungen.) Deshalb wieder etwas Olympia als Abendunterhaltung: Nach Frauenskeleton (was für eine Wahnsinnssportart) und dem Männerfinale im Skispringen von der Großschanze (well done, Domen Prevc) schauten wir für den restlichen Abend die Qualifikations-Läufe („runs“) beim Feestyle Skiing der Frauen. Ein bisschen lustig, denn die fahren dort eine vergleichbar steile Schanze runter wie vorher beim Skispringen, nur halt teilweise rückwärts und mit einem fünffachen Salto in der Luft, bevor man dann rückwärts landet. Wie es Anke Gröner sinngemäß in ihrem Blog schrieb: Bei der Sommerolympiade denkt man sich, ui, der kann aber schnell laufen, die kann aber hoch springen, der kann aber weit werfen, supi, gut gemacht. Bei der Winterolympiade eher so: You are all just mad. Just barking mad.