Festplatten und Tulpen, Dienstag 7.4.2026

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Viertel nach sechs nach recht guter Nacht aufgewacht, einmal weil ich mehr oder weniger ausgeschlafen war, und dann natürlich weil der Lichtwecker anging. Und zwar mit dem neu aufgespielten Programm und kleinen Hakeligkeiten: Das Sonnenaufgangssymbol zeigte sich nicht mehr im Display, der Zyklus ließ sich nicht unterbrechen (was ja die eigentliche Motivation für das Update gewesen war – allerdings hatte der Liebste wohl nur vergessen, mir die richtige Taste dafür zu sagen) und am gravierendsten: Das Display ging gleichzeitig mit dem Sonnenaufgangszyklus an. Was natürlich etwas sinnbefreit ist, wenn man durch sanft ansteigendes, mildes Licht geweckt werden soll und sich gleichzeitig das Weckerdisplay mit gefühlt 3000 Lux einschaltet. Aber laut dem Liebsten alles Kleinigkeiten, die sich schnell lösen lassen.

Katzenmaintenance war schon erledigt, ich machte eine kleine Küchenrunde und stellte die Katzenfutternäpfe auf zwei Metallschüsseln, in der Hoffnung, dass die Ameisen nicht so gut am Metall hochkommen (aktuell keine zu sehen). Dann Tee und ein bisschen schreiben, einigermaßen entspannt: beide im Home Office, vormittags für mich keine Termine, und dass ich die zweite Aufgabe für meine Weiterbildung am Abend noch fertiggemacht hatte (quasi, ich muss die Antworten noch übertragen), fand ich ebenfalls sehr entlastend. Müsli zum Frühstück, Dusche, und um kurz vor neun war ich am Schreibtisch.

Anstrengender Arbeitstag, nicht weil es wahnsinnig viel gewesen wäre (schon zu tun, aber im Rahmen), sondern weil ich nach dem Osterwochenende nicht so wirklich motiviert war. Nun ja. Nutzt ja nix. Also Routinezeug am Morgen, Kommunikation, Unterrichtsvorbereitung, so was. Etwas ausgebremst allerdings durch die Tatsache, dass meine externe Festplatte sich endgültig zu verabschieden schien und der VPN meinen Rechner so unfassbar langsam machte, dass ich Mühe hatte, auf meine Daten auf dem Remote Desktop zuzugreifen. Ich zog mir die wichtigsten Daten für den Unterricht am Nachmittag auf meinen lokalen Desktop (schon das dauerte zwanzig Minuten) und machte dann den VPN wieder aus, damit ich überhaupt arbeiten konnte. Natürlich rappelte sich die Festplatte dann wieder (sie scheint einen Wackelkontakt zu haben), aber trotzdem bestellte ich mir eine neue. Und ich muss auch dringend in Angriff nehmen, die Festplatte am Krümellaptop zu partitionieren und auch Sachen dort lokal zu speichern. Es war eigentlich nie so gedacht gewesen, dass ich immer alles mit der externen Festplatte mache.

Längere Mittagspause ab halb eins mit dem Liebsten, ein paar frischen Nudeln zum restlichen Ragú, Ananasquark als Nachtisch, Espresso. Katzenbespaßung, außerdem ließ ich eine Maschine Feinwäsche durchlaufen und setzte dann einen Vorsatz der letzten Wochen um: Ich sammelte unsere Winterjacken und -mäntel ein und weichte sie in einer Seifenlauge ein. Vor allem die Krägen und Ärmel und alle Kanten haben mittlerweile sehr unansehnliche Schmutzränder. Und draußen ist Sonne und warmes Wetter (die erste Tulpe im Garten ist aufgegangen), ich vermute deshalb, die Wintermantelzeit ist jetzt endgültig vorbei.

Ab zwei wieder am Schreibtisch. Ein bisschen administrativer Orgakrams, dann Unterricht-Beratungstermin-Unterricht ab halb vier. Etwas knapp geplant, aber naja (ich merkte meine Stimme nach den Meetings). Guter Unterricht (es klappte auch alles, weil ich ja erstens meine Daten jetzt lokal hatte und zweitens die Festplatte plötzlich wieder funktionierte, als wäre nie was gewesen), eher nerviger Beratungstermin – der betreffenden Person mangelte es an Lesekompetenz und sie hatte sich deshalb für etwas für sie Unpassendes angemeldet. Was meine Planung etwas durcheinander warf. Nun ja.
Nachbereitung und letztes Gedöns, mir fielen noch tausend wichtige Sachen ein, und am Ende war es zehn vor sieben. Aber damit hatte ich dann doch einiges geschafft an diesem Arbeitstag.

Der Liebste war schon fertig, hatte die Kater versorgt und war beim Kochen, und eine halbe Stunde später hatten wir einen Topf Minestrone zum Abendessen (ein Klassiker und immer gut, dieses Mal extra großartig durch Borlotti- und grüne Bohnen).
Direkt nach dem Essen gingen wir aus dem Haus: Der Liebste musste etwas im Bastelverein erledigen und wir nutzten das für eine Spazierrunde in der Dämmerung. Immer noch recht warm, die grüne Jacke reichte völlig aus (die eingeweichten Winterjacken waren von mir in die Waschmaschine gesteckt worden, bevor wir losgingen), und nicht so viele Leute unterwegs. Sehr gute Idee, noch eine Dreiviertelstunde unterwegs zu sein nach dem langem Tag am Schreibtisch. Haben wir früher viel öfter gemacht, sollten wir wieder aufgreifen. Bonus: Auf dem Rückweg kamen wir am Supermarkt vorbei, der gerade noch letzte Blumen hatte, darunter Tulpen – so kam ich endlich zu meinem Frühlingsstrauß an weißen Tulpen. (Hätte auch eine andere Farbe genommen, aber die anderen passten alle irgendwie nicht.)

Daheim noch aufs Sofa, von beiden Katern begleitet. Kein TV, stattdessen startete ich ein neues Buch (den dritten Band von Mick Herrons Zoë Boehm-Reihe). Eine Stunde lesen – bin ja sehr froh über die Konzentration – und um zehn nach oben. Ich war ja schon den ganzen Tag müde genug fürs Bett.