In der Nacht blieb die Schlafzimmertür wieder zu, nachdem Magi selig auf dem Wohnzimmersofa eingeschlafen war. War auch okay, außer für den Nasenkater, der logischerweise dringend raus wollte (die Klappe ist ja noch zu, wir hatten ihn abends rausgelassen, aber er war halt wieder reingekommen. Und wollte wieder raus und wieder rein und wieder raus und wieder rein und wieder raus). Ich stand um halb fünf also auf, machte erst das Katzenklo sauber und ließ ihn dann schließlich auf den Balkon. Mit der Information, dass das jetzt keine Gewohnheit werden wird oder so. Ein Ohr, auf dem die Katzen immer erstaunlich taub sind.
Morgens einigermaßen müde um zehn nach sechs. Der Nasenkater war wieder drin, wollte dringend raus (klar), Magi wartete genügsam auf sein Medikament. Treppe runterlaufen bei ihm übrigens: Wieder fast normal. Eifriges Medikamentenaufschlecken, dann ging der Liebste mit ihm für eine Viertelstunde in den Garten, während der Nasenkater um sie herumsprang. Bei der Gelegenheit goss er gleich ein bisschen die Beete, denn so langsam wird der Boden schon wieder trocken (auch wenn die tieferen Schichten noch nass sind, es ist noch frisch in der Nacht). Wieder kein Wölkchen am Himmel.
Zum Frühstück viel Tee, Brot mit Erdnussbutter und noch etwas Sojajoghurt mit Walnüssen hinterher, Proteinzufuhr im Blick behalten und so. Ein Blick ins Internet, dann mehr oder weniger hektisches Zusammenpacken, ich war pünktlich auf neun im Büro.
Ein eigentlich geregelter, aber trotzdem irgendwie anstrengender Arbeitstag (diese langen Tage im Büro sind einfach auf eine bestimmte Art stressig, viele Leute, viel Input, viele Kleinigkeiten und „kannst du mal schnell“ und „hast du mal ne Minute“) – auch wenn es nett ist, mit Leuten zusammenzuarbeiten. (Aber allein daheim ist schon auch nett.) Vormittags zwei Beratungstermine und viel, viel Kommunikation auf unterschiedlichen Ebenen. Immerhin eine Mittagspause mit Kolleg:innen und Flauschhund und restlicher Ramen.
Am Nachmittag dann Kurstermin bis fünf, was gut lief und Spaß machte, nur ein bisschen schade: Die Yogatrainerin hatte mich gefragt, ob wir den Kurs etwas nach vorn verlegen könnten, weil sie einen Anschlusstermin in Stuttgart hatte. Ich hatte aber halt Unterricht. Und so fand der Yogakurs etwas früher und ohne mich statt, zwei Räume weiter, während ich arbeitete und die Bewegung eigentlich gut hätte gebrauchen können. Oh well.
Nach dem Unterricht richtete ich noch mit einer Kollegin zusammen die Räume für den kommenden Montag und warf dann einen letzten Blick in die Mails. Das hätte ich besser bleiben lassen, denn es waren gleich zwei Mails drin, die mich nervten, aus diversen Gründen. Nun ja. Ich überlegte kurz, schrieb eine Antwort, vertagte die andere auf die kommende Woche und ging schließlich nach Hause.
Daheim dringender Bewegungswunsch, und das Wetter war trocken (und recht frisch, Halstuch und grüne Jacke-kühl). Ich schaute also nach dem Liebsten, der kurz vor mir heimgekommen und gerade mit Magi in den Garten gegangen war. Alles sah prima aus mit der alten Katze, er kam wieder normal die Treppe runter und konnte wieder auf den Hasenstall klettern, an der Pfote sahen wir auch nichts mehr: Also machte der Liebste die Klatzenklappe wieder auf. Und wir ließen die Kater auf dem Sofa zurück (die Klappe war erst einmal uninteressant, nachdem beide draußen gewesen waren).
Langer Spaziergang (naja, „lang“: eine gute Stunde. Aber ich bin doch etwas aus der Übung, sodass ich die Strecke tatsächlich merkte), einmal das Flüsschen entlang. Eigentlich hatten wir geplant, am Sportheim essen zu gehen, es gibt dort Burger und Zeugs, aber irritierenderweise brannte zwar teilweise Licht, aber es waren irgendwie keine Gäste da und alles etwas merkwürdig. Die Tür war aber offen, also gingen wir rein und platzten drinnen in eine Art Streit (oder gerade passiertem Streit, die Atmosphäre war eisig-schweigend) zwischen dem Pächter und einem vermutlichen Vereinsvorstand. Wir wurden höflich informiert, dass die Küche heute leider zu bleiben müsse, der Vorstand schob auf dem Weg nach draußen noch hinterher, ab nächstem Monat gebe es einen neuen Pächter, dann werde auch wieder in der Küche gearbeitet – alles etwas bizarr. Nun ja. Wir zogen auf jeden Fall weiter.
Glücklicherweise gab es zweihundert Meter weiter in Richtung Innenstadt ein italienisches Restaurant, das erst vor kurzem neu eröffnet hat und das wir sowieso hatten ausprobieren wollen. Es hat einen interessanten Standort, mitten im Wohngebiet, auf weiter Flur sonst eigentlich nichts an Gastro (außer ein paar Bäckern). Dementsprechend auch keine Laufkundschaft, aber halt: großes Wohngebiet, und das schien ausreichend zu sein, denn es war ziemlich voll. Wir bekamen noch einen letzten Zweiertisch.
Wirklich sehr gutes Essen. Zwar nichts sehr Außergewöhnliches (Bruschetta, gemischter Salat, Penne Pomodoro und Spaghetti Aglio e’Olio, dazu ein alkoholfreies Bier und ein Espresso als Abschluss), aber alles wirklich sehr gut. Wir waren ausgesprochen zufrieden. Und einigermaßen günstig war es auch, wir kamen mit Trinkgeld auf unter 60 Euro, was ich in Ordnung finde. Klar, kein Alkohol, mit Wein wäre es teurer gewesen. Aber man merkt schon auch, dass es halt nicht die Innenstadt ist.
Um halb neun waren wir daheim und ziemlich müde. Deshalb noch eine Runde Sternentor, und dann ging ich ziemlich früh schlafen und der Liebste folgte kurz darauf. Beide ganz zufrieden mit dem Arbeitswochenabschluss.