Hakelige Verbindungen, Freitag 29.8.2025

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Ziemlich nassgeschwitzt in der Nacht, ansonsten keine schlimmeren Alkoholauswirkungen, ich schlief recht okay. Am Abend hatte ich mir noch den Wecker auf acht Uhr gestellt, also auf „Ausschlafen, allerletztes Backup“, weil ich morgens keine Termine hatte und mir die Chance auf Erholung gönnen wollte, aber ich wachte (wie schon vermutet) um kurz vor halb sieben auf. Mehr oder weniger ausgeschlafen, kein Kopfweh, höchstens ein wenig müde. Am deutlichsten merkte ich den Wein darin, dass ich überraschend Hunger hatte, so richtig mit Magenknurren und so. (Übrigens auch die Kater, die vor dem Rausgehen anderthalb Portionen fraßen, kaum wird es draußen wieder kühler. Regennasser Garten übrigens, aber trockener und blauer Himmel.) Nach Katzenmaintenance und Küchenrunde frühstückten wir deshalb gleich, Brot mit Mandel-Frischkäse und Quittengelee. Sehr gut. Weil damit das Brot aufgebraucht war, setzte ich gleich einen Brotteig an (schon länger nicht mehr gemacht), und der Liebste machte es mir nach und setzte den Pizzateig fürs Abendessen an.

Ein Tag im Home Office, deshalb ab halb neun eine erste Runde am Schreibtisch, Mails bearbeiten, dann Dusche und „richtig“ in den Arbeitstag gestartet. Meine Beratungstermine am Morgen waren nicht gebucht worden, ich nahm mir also den Vormittag, Unterlagen sinnvoll zu strukturieren und Dinge auf der Erlediliste abzuarbeiten, um die kommende Woche zu entlasten. Inklusive etwas Unterrichtsvorbereitung. Leicht gehetztes Gefühl, dabei konnte ich eigentlich konzentriert arbeiten und kam gut voran. Einziger Minuspunkt: Direkt vor dem Haus haben Bauarbeiten begonnen (die Straße bekommt Glasfaser), und das war so laut, dass Fenster auf und lüften ein bisschen schwierig wurde. Also arbeiten in stickig.

Um zwölf stellte ich mich auf abwesend: Der Liebste hatte ENDLICH die Tierärztin erreicht und uns angekündigt. Wir nahmen uns ein Auto und fuhren ins Nachbarviertel (wäre auch mit dem Fahrrad gegangen, hätte aber länger gedauert, und wir waren ja beide in einem Arbeitstag). Dort etwas Ärger über einen saublöden Rennradfahrer (…bestätigte mal wieder leider das Klischee), kurz warten und Hunde angucken (offensichtlich war Hundesprechstunde an diesem Vormittag), dann bekamen wir die Medikamente und waren schnell wieder daheim. Genau so, dass wir noch das restliche Curry zu Mittag essen konnten und trotzdem nicht allzu spät wieder am Schreibtisch waren.

Am Nachmittag dann ein paar Meetings. Zuerst meldete der Chef sich spontan (schon auf dem Weg in den Feierabend, aber mit ein paar wichtigen Informationen, aus denen mir neue To-dos für die kommende Woche erwuchsen). Dann ein geplantes Meeting, das mir zwei Minuten vor dem Termin von der Teilnehmerin abgesagt wurde, woraus sich ein längerer Mailwechsel entspann (denn ein paar Informationen brauchte sie dann doch, die ich ihr ehrlich gesagt im Rahmen eines Zoom-Calls einfacher und schneller hätte geben können, aber dazu hatte sie halt „keine Zeit“, harhar). Und schließlich ein Gespräch mit einer Person, die sich für freiberufliche Mitarbeit bei uns interessierte. Dann war es vier und der Rest der Kolleg:innen verabschiedete sich allmählich ins Wochenende (wie man an Teams sehen konnte), und ich konnte noch zwei Stunden konzentriert Zeugs wegarbeiten und als Allerletztes meine Zeitabrechnung machen. Zehn Minusstunden im August, sehr gut. (Der Herbst wird wieder voll.)

Um fünf vor sechs loggte ich mich bei Zoom ein: Ich war von sechs bis Viertel nach acht bei einem Webinar angemeldet. Die Schulungsleiterin war auch schon da und ließ mich in den Raum, und natürlich kam zwanzig Sekunden danach Magi ums Eck und miaute rum. Ich entschuldigte mich also kurz („muss Katze füttern“), stellte mich stumm und bildlos und versuchte die nächsten acht Minuten, Magi dazu zu bringen, möglichst schnell sein Medikament zu nehmen – was, wie man weiß, bei Katzen ja super klappt, schnelles Funktionieren unter Zeitdruck. Am Anfang wollte er nicht einmal die Treppe runterkommen, sondern setzte sich oben hin und schaute mich verständnislos an.
Irgendwann hatte ich aber drei Viertel des Medikaments in ihm drin, dazu noch etwas Futter, stresste wieder nach oben (drei Minuten zu spät jetzt, nerv), und stellte zu meiner Überraschung fest, dass der Zoom-Call beendet worden war. Als ich mich wieder einloggen wollte, konnte ich keine Zoom-App und keinen Browser und gar nichts öffnen, also etwas genauer hingeschaut: Das Internet war weg. Und zwar im ganzen Haus, wir hatten auch kein Telefon mehr (blöde VoIP-Technologie) und mein Handy war nicht mehr im WLAN.
Das Handy war dann trotzdem die Lösung, denn Mobilfunk hatte ich noch, also holte ich meinen privaten Laptop (mein Rechner kann kein WLAN), machte mir einen Hotspot, holte mir den Zoom-Link (der war mir glücklicherweise per Mail geschickt worden), und ein paar Minuten später war ich wieder im Meeting, mit insgesamt nur zehn Minuten Verspätung. Ging erstaunlich gut (offensichtlich braucht so ein Zoom-Call nicht so viel Bandbreite, oder mein Handy liefert genug Datenvolumen). Nach 25 Minuten war das Internet wieder da und ich wechselte auf den großen Rechner.
Webinar bis Viertel nach acht, zu einem mir bekannten Thema, aber ich wollte ein bisschen was auffrischen, und das war eine sehr gute Idee: Ich nahm doch einige neue Informationen mit. Kurzweilig war es auch.

Und dann endlich Feierabend! Der Liebste war mittlerweile daheim (er war noch für eine kleine Runde in den Bastelverein gegangen, an dem alten Werkzeugwagen weiterarbeiten, der ein Barwagen für uns werden soll) und war schon bei der Pizzavorbereitung. Relativ viel Teig, sodass es für zwei Bleche (und damit zwei Tage) reichte. Kurze Back-Unterbrechung, weil ich im Supermarkt nebenan veganen Streukäse holte und der Liebste das Auto der Nachbarn umparkte: Sie waren in den Urlaub gefahren, bevor wir die Information über die Glasfaser-Bauarbeiten bekommen hatten, und jetzt stand das Auto halt direkt vor ihrem Haus da, wo der Boden aufgemacht werden sollte. Über mehrere weitere Nachbarn (die Bauarbeiter hatten einfach irgendwo geklingelt) und diverse Chatnachrichten (glücklicherweise hat man hier in der Nachbarschaft die Kontaktdaten) hatten wir die Info bekommen, und da wir den Schlüssel haben wegen der Post, war alles kein Problem.

Um kurz nach neun endlich Aperitif (in alkoholfrei trotz Wochenende), Pizza (schon okay, aber weniger gut als gedacht, wir hatten eine übrige Packung Seitan-Salami drauf, das war erstaunlich langweilig), restliches Eis als Nachtisch, und dazu aufs Sofa. Die Serien haben wir ja alle leergeschaut, und Netflix hatte uns kürzlich einen Rewatch der Raumstation vorgeschlagen. Das haben wir das letzte Mal Ende 2021 geschaut (17.1.2022 Serienfinale, sagt der Blogeintrag), ist also vielleicht lang genug her, um wieder Spaß zu machen. Vielleicht nicht alle Staffeln… Aber wir starteten auf jeden Fall mit der Pilotfolge von Deep Space Nine, The Emissary, und meine Güte sind die da alle jung und ist das eine alte Serie. Aber einfach großartig.