Abschlüsse und Fails, Freitag 28.11.2025

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Erstaunlich gut geschlafen, wenn das der Rhythmus wird (eine Nacht ätzend, eine Nacht super), dann könnte ich damit womöglich leben – ich hatte das schon deutlich schlechter. Aufgewacht mit Weckerlicht, erst einmal kurze Sorge, weil der Nasenkater sich nicht blicken ließ und nur Magi wartete – der zweite war dann aber im Erdgeschoss und wartete nur darauf, dass die Bahn frei war für die Benutzung des unteren Katzenklos. Katzenmaintenance, dabei stellte ich fest, dass der Nasenkater eine schief verbogene Kralle an der linken Vorderpfote hat. Das mag nicht so schlimm sein, vielleicht nur am Kratzbaum geschärft und die Krallenhülle nicht ganz losgeworden, hinken tat er nicht. Aber beobachten sollten wir es schon, ob es ihm Schwierigkeiten macht oder sich gar entzündet. Immer irgendetwas mit den Nasen.

Nun ja. Ausführliche Küchenrunde, dann machte ich uns ein Müsli, das der Liebste sich einpackte, er hatte einen frühen Termin bei der Arbeit und ging für einen halben Tag ins Büro. Vorher Terminabsprachen, wann er ist er hier, wann bin ich weg, welche Termine habe ich, was müssen wir aufteilen (Tee für mich im Teeladen besorgen – kann er machen, ich schreibe dazu einen Zettel, Medikamentennachschub für die Kater – kann er auch machen, aber ich muss vorher bei der Tierärztin anrufen, weil er zum Anrufen keine Zeit hat, nicht weil er das nicht selbst könnte). Dann noch etwas Ruhe für mich, ich frühstückte, startete die Spülmaschine und ging meine eigene Erlediliste für den Tag durch. Glücklicherweise wenig in der Arbeit zu tun, dafür eine lange Liste an Dingen, die ich vor meinem verlängerten Berlin-Wochenende erledigen wollte. Also zusätzlich zum Packen. Jedes Mal das gleiche Gedöns, wenn ich mal ein paar Tage wegfahre.

Ab neun am Schreibtisch. Der Arbeitstag war zum Glück ausgesprochen ruhig: Morgens ein längeres Telefonat, ansonsten konnte ich meine Mailbox leerarbeiten und Kleinkram erledigen, ein bisschen mit Kolleg:innen kommunizieren, Zeugs. Mein Nachmittagsunterricht sagte mir kurz vorher wegen Krankheit ab – also noch einmal eine Stunde mehr Zeit, damit kam ich dann wirklich gut durch. Nebenher druckte ich meine Fahrkarten aus und lud mir ein paar Podcasts herunter (…sieben Stunden Zugfahrt, mäh).
Der Liebste kam zum Mittagessen um kurz nach eins nach Hause (und hatte für mich Tee dabei, den er in der Stadt besorgt hatte, als Mitbringsel für Freund S). Ich machte aber schon vorher Pause und packte meine Sachen zusammen. Relativ knapp dieses Mal (unter anderem wegen meiner Tanzschuhe), aber es ging trotzdem wieder alles in meinen 35l-Rucksack. Ist mir sehr recht, dass ich keinen Rollkoffer brauche. Die anderen Sachen von meiner Liste waren auch fertig, und so langsam entspannte ich ein wenig.

Um halb fünf machte ich den Autoresponder rein und ging in mein verlängertes Wochenende. Das ich natürlich erst einmal mit Yogakurs startete. Auf dem Weg dahin fiel mir allerdings noch ein extrem wichtiger Arbeitspunkt ein, den ich vergessen hatte (auch deshalb, weil ich eine Information von einem Kollegen dafür nicht bekommen hatte). Das war richtig ärgerlich und ich hatte schlagartig nicht mehr so gute Laune. Nun ja. Ich legte mir in der Firma angekommen einen Zettel hin und ging dann erst einmal ins Yoga.
Ein Kurs mit vielen Hüft- und Leistenstreckpositionen dieses Mal, und ich merkte deutlich, dass ich die Woche kein einziges Mal zum Fitness gekommen war – extem steif und ungelenkig war ich. Recht anstrengend dadurch, und dass ich insgesamt angespannt und leicht gestresst war, half auch nicht. Aber so ein bisschen lockerte ich wenigstens durch das Training auf.

Direkt nach dem Kurs startete ich noch einmal meinen Rechner und erledigte den einen Punkt, der noch offen geblieben war, jetzt halt ein bisschen ins Unbestimmte, weil ich die letzte Bestätigung des Kollegen nicht hatte. War aber nicht schlimm. Prompt sah ich dabei, dass seit meinem Feierabend um halb fünf noch einmal zwei Mails reingekommen waren, eine, die mich aus Gründen schon wieder anstrengte, und ich überlegte kurz, ob ich nicht vielleicht doch… aber das wäre nicht in fünf Minuten zu machen gewesen (eher so eine halbe Stunde), und so sehr wollte ich mir meinen Feierabend nicht verhageln. Zumal der Liebste schon wartete, es war Viertel nach sieben.

Schließlich war Freitag, und das hieß Datumsnacht. Ich war so ein bisschen unbestimmt, wo wir hingehen sollten, deshalb schlug der Liebste die Boomerbar vor, die waren zwar nicht ganz günstig, hatten aber recht gutes Essen, eine okay-e vegane Auswahl und gute Getränke. War mir recht. Wir bekamen noch einen schönen Platz oben auf der Galerie.
Nun ja. Die gute vegane Auswahl stellte sich dann allerdings als Korean fried chicken (hatte ich schon, wegen der süßlichen koreanischen Sojasauce nicht mein Geschmack) und Beyond Meat Burger heraus (hatte ich natürlich auch schon, überhaupt keine Lust auf Burger). Und an vegetarischen Gerichten gab es eine Süßkartoffelbowl mit irgendeinem italienischen Frischkäse, keine Ahnung, und Kässpätzle. Das war durchaus eine ziemliche Enttäuschung. Die Karte wechselt alle vier Monate, und in der Frühlings- und Sommerzeit fällt es ihnen offensichtlich leichter, mit frischem Gemüse vegan zu kochen.

Wir schwenkten also zähneknirschend auf vegetarisch um, nach einer italienischen Antipasti-Vorspeise (die wenigstens vegan war) hatte der Liebste das Süßkartoffel-Dingsi (und fand es ganz okay) und ich die Kässpätzle (noch nicht einmal sonderlich gut, ziemlich matschig und der Käse irgendwie grieselig). Große Portion, ich aß meine Spätzle nicht auf. Der Beilagensalat war allerdings wirklich gut, genauso wie der Crémant vorneweg und das Glas Grüner Veltliner zum Essen. Und die Gespräche den Abend über waren sowieso ausgezeichnet.
Daheim dann noch eine Runde Raumschiffe und eine Nägelesbirne als Absacker, während die Katzen vorbeischauten (der Kater bekam von mir eine Katzenwurst, die allerdings sehr merkwürdig aussah – ich hoffe, dass sie noch in Ordnung war, er fraß sie begeistert) und Magi mir mal wieder quer über die Beine lag. Um halb elf ins Bett, leicht angespannt wegen der Fahrt, aber doch so ein ganz kleines bisschen vorfreudig.
Nächster Blogeintrag dann vermutlich erst wieder Mitte nächster Woche.