Erholung, Samstag 24.1.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

In der Nacht gelang mir ein ausgesprochen seltener Trick: Ich wachte irgendwann auf und hätte eigentlich aufs Klo gemusst, aber noch während ich dabei war nachzudenken, ob ich jetzt wirklich das warme Bett verlassen sollte (und danach so richtig wach wäre), schlief ich wieder ein. Das nächste Mal wurde ich durch eine empört miauende Katze wach, und da war es dann schon zwanzig nach sechs. Noch eine Viertelstunde liegen geblieben, dann stand ich zu üblicher Küchenrunde und Katzenmaintenance auf, alles leise und gemütlich, um den Liebsten nicht zu wecken. Zumindest so lang leise, bis mir eine der kleinen Terrakottaschalen, die wir für die Medikamente der Kater benutzen, auf den Steinboden fiel und dort in tausend Teile zersprang. Der Nasenkater, der mir wie immer um die Beine marschiert war und deshalb direkt nebendran stand (zum Glück traf sie ihn nicht), schaffte den Trick, mit allen vier Beinen gleichzeitig in die Luft zu hüpfen, und flitzte dann leicht panisch nach oben. War aber zum Futter dreißig Sekunden später wieder da, das Trauma scheint sich also in Grenzen gehalten zu haben.

Tee, ein bisschen schreiben, dabei leichte Genervtheit durch den blöden Schnitt an meinem rechten Mittelfinger, der zwar nicht so richtig schlimm ist, aber halt an einer doof empfindlichen Stelle sitzt. Erst recht beim Schreiben. So nervig. Andererseits gibt es natürlich wirklich Schlimmeres, also ignorierte ich ihn irgendwann.
Brot mit Marmelade zum Frühstück, Blick in die Zeitung und ausführliches Internet-Leerlesen. Alles mit verlangsamtem Tempo, weil eine wichtige Sache, die ich mir vorgenommen hatte, ausführliche Erholung war, um die blöde Erkältung endlich in den Griff zu bekommen. Das klappte auch recht gut, muss ich sagen, zumindest ließ der Druck auf die Nasennebenhöhle nach und damit verzogen sich auch Kopfweh und Augenschmerzen. Einzige Arbeitsaktion am Vormittag: Ich putzte das obere Stockwerk durch und hörte nebenher ausführlich Podcasts – auch das schon lang nicht mehr gemacht. Unter anderem habe ich von den ganzen Podcasts, die ich mir eigentlich für die Langstreckenflüge runtergeladen hatte, noch keinen einzigen angehört. Jetzt allerdings erst einmal die neueste Lage-Folge nach der Weihnachtspause – dringend benötigte Einordnung der aktuellen Entwicklungen, es ist ja wirklich genug passiert in den ersten drei Jahreswochen.

Zum Mittagessen die restlichen Penne mit Seitanchicken-Zeugs. Danach lange Sofapause, während der ich eigentlich schlafen wollte, ging aber nicht so richtig. Also las ich stattdessen ein langes Stück in meinem Buch weiter, der zweite Teil der Mortal Engines-Reihe, den ich im Dezember schon angefangen und dann zwischendrin zur Seite gelegt hatte, weil er sich schon etwas in die Länge zieht. So langsam ist aber die Ziellinie in Sicht.

Etwas Kaffee, ein bisschen in der Bude herumräumen, und um halb vier gingen der Liebste und ich auf Wocheneinkaufs-Runde zu Alnatura und dm. Der Alnatura hat umgebaut und letzte Woche die neuen Räumlichkeiten eröffnet, der größte Alnatura-Markt Deutschlands, wie stolz verkündet wurde. Ich war dementsprechend sehr gespannt, und ich muss sagen: Das ist schon sehr, sehr toll. Er hat jetzt nicht wahnsinnig viel mehr Sortiment (etwas mehr Auswahl gibt es allerdings schon), aber er ist vor allem sehr viel größer und bietet deshalb großzügig Platz für entspanntes Einkaufen. (Der alte Alnatura war dazu quasi das Gegenbeispiel gewesen, sehr eng und knapp, man kam sich ständig gegenseitig mit den Einkaufswägen in die Quere). Dazu ein großer Bistro-Bereich, was ich auch nett finde, und dann am allerbesten: Es gibt jetzt vier Selbst-Checkout-Kassen. SO COOL!! Wir waren ganz im Glück.

Auf dem Heimweg noch ein kurzer Stopp im Schuhladen, weil meine Winter-Hausschuhe durch sind (letztes Jahr sehr billig bestellt, sie haben also gerade mal anderthalb Saisons gehalten – wie gesagt billig) und ich neue wollte. Es gab eine Menge an echt fragwürdigen Designs und vor allem nur sehr wenige in meiner Größe, aber schließlich fand ich ein Paar warm gefütterte in Blau mit einem Schaf vorne drauf und der Aufschrift „ICH SCHAF HEUT NIX“, harharhar. Das war noch das am wenigsten alberne Paar und eigentlich recht hübsch, vom Spruch mal abgesehen.

Daheim Zeugs wegräumen und dann noch einmal aus dem Haus und zum Baumarkt, weil wir eine Lampe fürs Esszimmer wollten. Unsere Lichterkette dort am Fenster ist vor ein paar Tagen endgültig kaputtgegangen, und wir hätten gern ein indirektes Licht, das wir fürs Fernsehen anmachen können (die Deckenleuchte ist dafür zu hell und blendet ins Wohnzimmer rüber). Wir kamen also mit einer LED-Stableuchte nach Hause, die der Liebste hinter der Heizung unterhalb des Fensters hinfummelte. Das stellte sich allerdings als Fehlgriff heraus: Der Platz ist zwar okay und das Licht auch indirekt genug (wenn man dafür sorgt, dass es eher nach oben abstrahlt und nicht auf den Boden, weil man sonst den Dreck dort so sehr sieht, haha), aber es ist sehr unangenehm kaltweiß. Das war beim Einkaufen leider nicht so ganz klar. So wirkt es jetzt kein bisschen gemütlich, sondern eher wie die Gruselbeleuchtung aus einem Horrorfilm. Der Liebste wird die Lampe also für die Garage nehmen und wir müssen weitersuchen.

Das Abendessen übernahm ich und kochte uns (nachdem der Liebste Zeugs geschnippelt hatte) einen großen Topf Pasta e Fagioli. Dazu der restliche Sekt mit einem Sanbitter (dieses Mal als Aperitif), und damit sind wir unserem Ziel von zwei Dritteln der Aufbrauchliste schon sehr, sehr nah gekommen. Vielleicht kriegen wir es sogar am Wochenende noch hin.
Abendunterhaltung – neben einem Fingerbreit irischem und dann einem Fingerbreit englischem (!) Single Malt – waren drei Folgen der queeren Jungs, nachdem Netflix sich wieder berappelt hatte (nicht die neueste – zehnte und scheinbar finale – Staffel, sondern wir sind noch irgendwo in Staffel neun). Nett anzusehen (auch wenn ich über Antonis Kurzhaarfrisur immer noch nicht hinweg bin), nach drei Folgen war es dann allerdings auch wieder okay mit Tränendrüse und Wohlfühlfernsehen und genereller amerikanischer Emotionalität. Da war es dann aber sowieso schon nach zehn und dringend Zeit fürs Bett.