Rödeln und runterkommen, Freitag 9.10.2026

  • Beitrag veröffentlicht:
  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Ziemlich gut geschlafen (gekipptes Fenster, so langsam werden die Temperaturen hoffentlich normaler), das erste Aufwachen war um kurz vor sechs und damit kurz vor Weckerlicht. Nicht so schön war das wieder ziemlich penetrante Kopfweh beim Aufwachen. Ich nahm mir vor, dieses Mal nicht so lang mit einer Kopfschmerztablette zu warten, zumal ich den Tag im Büro geplant hatte.
Schnelle Morgenrunde, vereinfacht dadurch, dass es in der Küche wenig zu tun gab, der Kater manierlich Medikamente und Futter nahm und der Liebste ja wieder da war und die Futternäpfe verräumte. Dann zwar kurzer, aber ruhiger Morgen mit Tee, Schreiben und Zeitung. Schnelle Dusche, und um zehn vor acht radelten der Liebste und ich zur Arbeit, mit schnellem Zwischenstopp beim Viertel-Lieblingsbäcker für ein Frühstück. Der Morgen feucht und kalt (eine Mütze für die Ohren wäre kein Fehler gewesen, vielleicht sogar Handschuhe), aber es regnete nicht und eigentlich war die Luft sehr angenehm frisch.

Intensiver Arbeitstag mit tausend Sachen parallel zu erledigen. Sachen für das Indienprojekt (das gut lief, also keine Feuerwehr, nur die „normalen“ Sachen), eine Tonne an Rechnungen, und dann verbiss ich mich endlich in meine Inbox und arbeitete konsequent die Mails durch. Was natürlich zu Folgeaufgaben und Rückfragen und weiteren Mails und… führte. Eigentlich hatte ich noch Korrekturen und Unterrichtsvorbereitung eingeplant, aber das verschob ich auf „irgendwann später“ (= Wochenende). Stattdessen Haken setzen und nebenher eine große Thermoskanne Tee schon am Vormittag leertrinken. Was dazu führte, dass meine Kopfschmerzen sich tatsächlich von selbst verabschiedeten, ohne Tablette. (Vermutlich hatte auch das Radfahren am Morgen ein bisschen geholfen.)

Mittagspause um eins, eine halbe Stunde mit Mastodon-Timeline, Rätselzeug und Tabbouleh. (Immer noch nicht mein Lieblingssalat, aber schon okay.) Nachmittags ging es mit einer ähnlichen Schlagzahl weiter: zwei Beratungstermine, tausend neue Anfragen, die meisten davon ziemlich erfreulich – vielleicht wird ein Kurs, den ich schon abgeschrieben hatte, doch starten können. (Gute Idee, dass ich die Anmeldefrist noch etwas verschoben habe.) Hohes Tempo auf jeden Fall bis fünf Uhr. Und ich hätte noch weiterarbeiten können.

Machte ich aber nicht, denn ich konnte ENDLICH mal wieder in den Yogakurs. Trainerin wieder da, ich noch nicht operiert, die Voraussetzungen passten. Mir war zwar nachmittags zwischenzeitlich etwas schummrig, wogegen die Notfallschokolade aus dem Büroschrank half, aber das hielt mich nicht davon ab, auf jeden Fall in den Kurs zu gehen.
Anstrengendes Training, wobei es eigentlich okay war – ich fühlte mich nur, wenig überraschend, sehr steif und ungelenkig und irgendwie „verklebt“ an. Ich kam schon in alle Positionen, aber da war überhaupt keine Geschmeidigkeit und Lockerheit in den Gelenken, und in jeder Position hatte ich ein paar Zentimeter verloren. Kaum ist man mal vier Wochen nur mit Arbeiten beschäftigt, schon kommt man wie ein mürbes Gummiband daher. Pöh. Echt entspannt fühlte ich mich auch nicht (Gedankenrasen während Shavasana), aber egal.

Guter Kurs auf jeden Fall, ich war zufrieden am Ende. Nicht so toll war, dass es nachmittags irgendwann, von mir gar nicht bemerkt, ausdauernd zu regnen begonnen hatte. Als ich aus dem Gebäude kam, hatte es mehr oder weniger aufgehört, aber mein Fahrrad war natürlich klatschnass. Vor ein paar Tagen war mir mein Sattelüberzug (eigentlich wasserdicht, naja, und außerdem gepolstert) nass geworden, sodass ich ihn weggenommen und dabei leichten Schimmel am Sattel entdeckt hatte – nur sehr oberflächlich, der Sattel ist nicht kaputt. Nur jetzt halt ungeschützt. Ich hatte also morgens eine Plastiktüte drübergestülpt, die den Regen einigermaßen abgehalten hatte, aber optimal war das natürlich nicht. Kalt war der Sattel außerdem.
…ich bin absolut, hundertprozentig, eine Schönwetterfahrerin, was das Fahrrad angeht. Viel zu schnell genervt von so Gedöns. Na egal. Ich radelte heim und stellte das Fahrrad hinten im Garten auf der Terrasse ab, da ist es sicher und trocken (Schuppen geht schlecht, da steht ja aktuell das Mopedle).

Der Liebste war nachmittags schon heimgekommen und hatte unser Abendessen schon fertig – keine Datumsnacht für uns, weil ich am Samstag noch einen Tag Arbeit geplant habe. Passend zur Saison hatte er aus einer Tonne Zwiebeln und Hefeteig einen Zwiebelkuchen vom Blech gemacht. (Inspiration haben wir kürzlich vom Bodensee bekommen. <3 ) Der Kuchen war nicht so, wie wir ihn klassisch kennen mit Mürbeteig, sondern eher wie ein Zwiebelbeet. Etwas merkwürdiges Rezept allerdings, der Hefeteig war recht hart und wäre noch härter gewesen, wenn er nicht die Flüssigkeitsmenge verdoppelt hätte. Und auch für den Joghurtguss hatte er die doppelte Menge Sojajoghurt genommen. So war es ein sehr gutes Essen, nur ein bisschen anstrengend, weil der Zwiebelbelag ständig vom Boden wegrutschte. Das nächste Mal machen wir vielleicht wieder ein klassisches Rezept. (Zwiebelkuchen machen wir sowieso nicht so oft.)

Rückzug aufs Sofa. Draußen sehr ungemütliches Wetter, typisch herbstlich – ich finde es einfach SOOO gemütlich, wenn die Temperaturen okay sind (kurzes Zeitfenster, bis es im Winter wieder kalt wird im Haus) und man sich gern drinnen aufhält. Wir verbrachten den Abend auf jeden Fall mit Zwiebelkuchen und einem Glas Rotwein (kein Heuriger) zu dritt auf dem Sofa, schauten bei den kalifornischen Polizeianfängern vorbei und hatten einen entspannten Feierabend. Recht zufrieden mit dem Tagwerk, sozusagen.