Am Samstag ausgesprochen früh aufgestanden, ohne besonderen Grund, einfach nur weil ich wach war (und ein bisschen, weil ich mir um Magi Sorgen machte, wir hatten ja abends noch die Klappe wieder aufgemacht – er war aber da und wartete aufs Futter). Es war mir nicht unrecht. Ich wollte gern ein paar Sachen an dem Tag erledigt kriegen, wir hatten abends einen Termin und der Liebste war nachmittags weg: Es gab also keine Zeit zu vertrödeln. Morgenroutine und Katzenmaintenance, ich machte uns ein Peanut Butter Porridge, oben fuhr Harold.
Restlicher Vormittag Haushaltszeug, begleitet von diversen Podcasts: Ich sortierte Wäsche und ließ eine Maschine laufen, wischte das obere Stockwerk, räumte ein bisschen auf, und schließlich schafften wir es noch am Vormittag zu unserem großen Wocheneinkauf (diesmal mit überschaubarer Menge, wir mussten aber in zwei Läden). Damit war ein wichtiger Punkt schon mal erledigt.
Zum Mittag machte ich uns eine einfache Suppe mit roten Linsen, der Liebste dazu einen Chicoree-Salat. Danach einen Espresso, und dann verschwand er für den restlichen Nachmittag im Bastelverein, um an seiner antiken Drehmaschine weiterzuspielen.
Ich hängte noch eine zweite Maschine Wäsche auf, bügelte ein bisschen und machte zwei Gläschen Dukkah, und um halb vier ging ich auch aus dem Haus und in die Innenstadt. In erster Linie brauchte ich ein Geschenk für die Kollegin, die demnächst in Mutterschutz geht (ich fand auch etwas, mit dem ich ganz zufrieden bin), außerdem suchte ich noch so ein bisschen herum. Für Blumen war ich zu spät, also zumindest für den Blumenladen in der Innenstadt, aber es gab noch genug anderes Zeugs. Ich ging in diverse Schreibwarengeschäfte und in den Butlers und kam schließlich mit Körbchen und Schächtelchen und Stiften wieder nach Hause. Eine Korb-Dreierkombination vom Butlers, eigentlich als Besteckkorb gedacht, legte ich zum Katzenfutter auf die Seite als Mini-Regal mit drei Fächern: Magi-Medikamente morgens, Magi-Medikamente abends, Magi-Medikamente morgens UND abends. Sah ganz nett aus und wird uns hoffentlich den wilden Medikamentenschachtel-Stapel ersetzen.
Um halb sieben kam der Liebste heim, ich war gerade mitten am Kochen: Pasta mit Pilzen in Sahnesauce (die Pilze eine Mischung aus Kräuterseitlingen und Champignons – von den Kräuterseitlingen war ich nicht so ganz überzeugt, Champignons sind mir generell lieber). Schnelles Essen und eine gute Grundlage für den Abend, das erste Whiskytasting des Jahres. (Und damit eine kleine Ausnahme von der Fastenzeit.)
Und das war gleich ein kleines Highlight, denn es war mal wieder ein Blind Tasting. fünf schottische Single Malts, ein irischer Single Malt (und als siebtes ein Bourbon daruntergemogelt, der Starter war ein indischer Single Malt), die in unterschiedlichen Fässern ausgebaut waren, die Challenge lautete Guess the cask. Was halt eigentlich gar nicht geht. Dementsprechend war auch unsere Ausbeute: Ich erkannte original einen einzigen. Und das war prompt der einzige Ire, ein leicht rauchiger, weicher Whiskey mit wunderbar rotgoldener Farbe und einem sehr angenehmen Nachklang. Der Whiskey entpuppte sich als Teeling Blackpitts, und da der Liebste genauso begeistert war wie ich, nahmen wir diese Flasche am Ende mit.
Außerdem erwähnenswert: ein süßlicher schottischer Legent und ein wunderbarer, vanilliger Lochlea Harvest Edition. Und natürlich der Trostpreis, ein Caol Isla Peated. Dazu hatten wir zwei sehr nette Menschen am Tisch, die beide nicht so wirklich viel Ahnung von Whisky hatten (muss man fürs Tasting auch nicht), aber dafür umso bessere Laune, und insgesamt war die Stimmung sehr nett und es machte einfach wieder Spaß. Hihi.
Der Sonntag verlief dann komplett auf halber Flamme. Ich wachte um acht auf (der Liebste war um kurz nach sechs schon einmal aufgestanden und hatte die Nasen versorgt, glücklicherweise) und fühlte mich zwar nicht direkt verkatert (kein Kopfweh), aber ziemlich schwindelig und kreislaufig und generell mit einem hohen Bedürfnis nach einem Tag auf dem Sofa. Und das machten wir dann mehr oder weniger auch.
Morgens ein üppiges englisches Frühstück, noch zwei Maschinen Wäsche, Howard fuhr im Erdgeschoss, mittags ein paar Reste, an die ich mich ehrlich gesagt schon gar nicht mehr erinnere. Irgendwann nachmittags ging ich sogar mal duschen. Ansonsten waren wir mehr oder weniger auf dem Sofa, ich las das Internet leer und schaute mir eine Menge Zeugs auf YouTube an. Dazu passte es, dass das Wetter umgeschlagen war: Nach einem sehr sonnigen Samstag war der Sonntag komplett grautrüb und verhangen. Da mussten wir auch nicht raus.
Außer halt zum Abendessen: Um halb acht rafften wir und dann doch auf und gingen zu Fuß eine halbe Stunde in die Weststadt. Es war nämlich, müder Sonntag hin oder her, unser Hochzeitstag, und den Tag so ganz sang- und klanglos zu ignorieren, hätten wir schon schade gefunden. Schließlich gibt es definitiv einen Grund zu feiern, dass wir es gut miteinander getroffen haben und das schon seit jetzt 13 Jahren, und überhaupt dass es uns doch wirklich gut geht, so im Großen und Ganzen.
Wir gingen also essen. Der Liebste hatte nachmittags bei einem für uns neuen vietnamesischen Restaurant angerufen (es gibt es seit zweieinhalb Jahren) und einen Tisch reserviert. Gute Wahl, denn das Restaurant war zwar recht klein und nicht sonderlich luxuriös, aber es war komplett voll und das Essen ausgezeichnet. Wir erlaubten uns einen Prosecco zum Anstoßen, wechselten dann auf Nichtalkoholisches (ich Jasmintee, der Liebste ein alkoholfreies Krombacher, das erstaunlich gut war). Dazu als Vorspeise Frühlingsrollen und als Hauptgang für mich Tofu mit einer Koriander-Tomatensauce auf Jasminreis und für den Liebsten frittierten Tofu und Gemüse mit Glasnudeln. Alles unspektakulär, aber wirklich sehr gut. Und angenehm günstig. Es ist zwar für uns nicht gerade ums Eck (zu Fuß eine gute halbe Stunde eine Strecke), aber wir merken es uns trotzdem mal als weitere Essens-Option. Auf jeden Fall gingen wir sehr zufrieden nach Hause.