Ein Konzert! Donnerstag 1.1.2026

  • Beitrags-Kategorie:Konzert / Tagebuch

Leidlich gut geschlafen bis halb sechs, wo ich aufs Klo musste und danach dann nicht mehr richtig einschlafen konnte. Die Kater waren nicht schuld dran (auch wenn der Nasenkater zweimal durchs Zimmer tigerte und Magi ab sechs schnurrend neben mir lag), eher so eine innere Unruhe, Hustenreiz, Zappeligkeit auf meiner Seite, und dass ich vergessen hatte, die Heizung für die Nacht auszustellen, und es dementsprechend sehr warm wurde, half auch nicht. (Und das ein einziger Vollidiot morgens um sechs immer noch Böller zündete – dies allerdings in ziemlicher Distanz und nur leise zu hören.)

Um sieben stand ich schließlich auf. Katzenmaintenance, Küchen- und Aufräumrunde, und die Katzenklappe machte ich auch wieder auf (sie war über Nacht leicht zugefroren oder zugeklebt, keine Ahnung, nach etwas Putzen ging sie wieder und der Kater nahm sie auch gleich in Anspruch). Tee, ein bisschen schreiben. Außerdem, sehr wichtig: Kalender im Haus austauschen. Und mich (ich schaute natürlich dreimal vorbei) an meinem neuen Arbeitszimmer erfreuen. BESTE Idee seit langem, das Zimmer anzugehen und die Regale zu tauschen. Es fühlt sich nach einem richtig coolen neuen Start an.

Als der Liebste wach war, Porridge zum Frühstück, dann recht bald unter die Dusche, eine Kanne Grüntee, und den restlichen Vormittag verbrachte ich gemütlich am Esstisch: Internet leerlesen, dann ausführliches Blogschreiben (neben dem Eintrag für den 31.12. machte ich den Jahresrückblick fertig und noch die Lieblingströts für Dezember, das dauerte alles seine Zeit). Noch ein bisschen auf Mastodon vorbeischauen, zwei oder drei Kleinigkeiten im Arbeitszimmer aufräumen oder einrichten, dann war der Vormittag vorbei.

Mittags die zweite Hälfte Sahnegeschnetzeltes mit frischen Nudeln, danach ein Vanilleskyr und ein Kaffee, und dann gemütlich aufs Sofa: Skispringen in Garmisch anschauen und nebenher ein bisschen im Internet herumklicken. Irgendwann noch ein bisschen Wäsche, ich hängte trockenes Zeug ab und ließ eine Maschine durchlaufen. Und dann war es plötzlich schon fünf und wir mussten recht dringend aus dem Haus, weil wir nämlich für abends Konzertkarten hatten. (Ich komme nämlich dieses Jahr schon vor die Welle und erfülle einen guten Vorsatz – auf Konzerte gehen – gleich am ersten Tag des neuen Jahres.) Also Katzen versorgt, sehr warm eingepackt (mit Pulswärmern und Stulpen und Stiefeln und so weiter, der Liebste zog sogar eine lange Unterhose an) und dann marschierten wir in die Stiftskirche.

Das Konzert war Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Elias“, ein Werk, über das ich quasi gar nichts wusste (über den Komponisten auch nicht wirklich viel), und im Übrigen fiel mir so im Lauf des Abends auf, dass ich noch nie so richtig (zumindest meiner Erinnerung nach) in einem Oratorium gewesen war. Geistliche klassische Musik kenne ich in erster Linie in Form von Motetten (oft im Rahmen von Gottesdiensten), aber die größte Anzahl von klassischen Konzerten waren Sinfonien oder eben, naja, Konzerte (Klavierkonzerte und ähnliches). Natürlich kenne ich Oratorien, aber nicht als Live-Aufführung.
Sehr schöner Abend, gutes Konzert mit einem hervorragenden Bassisten und auch sonst alles in hoher Qualität. Ich war froh, dass ich ein Programmheft gekauft hatte, so konnte man ein bisschen mitlesen (so ein Oratorium erzählt halt eine biblische Geschichte, und so großartig gut verstehen kann man den gesungenen Text nicht, schon gleich mal nicht in den mehrstimmigen Chorpassagen.
Zwei kleine Abstriche, die allerdings nichts mit der Aufführung als solcher zu tun hatten: Erstens war es in der Kirche (trotz – hörbar brummender – Heizung) wirklich kalt, alle Leute saßen in ihren Mänteln da, und zweitens wären wir vermutlich beide aufmerksamer und Kunstgenuss-bereiter gewesen mit mehr als nur vier oder fünf Stunden Schlaf. (Wobei wir beide tapfer wach blieben, der Liebste nur einmal kurz die Augen zumachte, und um uns herum reihenweise Leute schliefen, ich zählte in unmittelbarer Nähe allein drei.)

Schöner Abend auf jeden Fall, wir kamen um kurz nach acht allerdings recht durchgefroren raus. Deshalb waren wir froh um das neu aufgemachte Ramen-Restaurant, das auf unserem Heimweg lag, geöffnet hatte und halb leer war. Einmal Edamame für uns beide vorneweg, dann ein heißer Tee und eine Portion Ramen für den Liebsten und einmal Tom Kha für mich, und damit war es uns wieder warm. Mir war die Portion nur etwas zu groß, am Ende fühlte ich mich unangenehm überfressen.

Daheim schnelle Katzenversorgung, ein Blick zur Wäsche (den Tank des Luftentfeuchters leeren), und dann war es schon kurz vor zehn. Wir schauten nur noch schnell die Nachrichten (in erster Linie wegen des schrecklichen Unglücks in Crans-Montana in der Schweiz, von dem ich tagsüber über den Guardian schon mitbekommen hatte, was für eine Katastrophe) und dann ging ich direkt nach oben ins Bett.