Kleinklein, Mittwoch 4.2.2026

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Wach seit halb fünf, was irgendwie keine sonderlich gute Uhrzeit ist, und natürlich jede Menge trübe Gedanken gewälzt. Dementsprechend die Laune beim Aufstehen. Feuchtkalt und dunkel war es draußen auch (aber nicht kalt genug, dass es richtig Schnee gegeben hätte, natürlich nicht, warum reg ich mich da überhaupt noch auf), und überhaupt hatte ich nicht so richtig viel Lust auf den Tag. Der im Übrigen ausgesprochen terminarm war, also eigentlich alles entspannt, aber das half der Stimmung eher auch nicht.
Nun ja. Morgenroutine wenigstens ohne Missgeschicke, beide Kater waren da, das Futter blieb in der Schüssel, und wir hatten sogar schon am Vorabend daran gedacht, den Mülleimer rauszustellen. Küchenrunde, Tee, schreiben – mir gefällt der neue Rechner immer besser. Ich habe LibreOffice jetzt auf den dunklen Modus eingestellt, eher als Notlösung, weil beim hellen Modus einige Schaltflächen nicht zu erkennen waren, aber auch das gefällt mir eigentlich ganz gut.

Zum Frühstück briet der Liebste uns die zweite Hälfte des indischen Chana Dal-Desserts in der Pfanne an (so eine Art Grießschnitten, nur halt mit Kichererbsen und Kokos). Dazu wieder Apfelmus, und in der Kombination war das schon ein ausgesprochen gutes (und warmes) Frühstück. Dazu ein bisschen Schreiben, Internet leerlesen, und pünktlichst um zwei Minuten vor acht (sehr zufrieden, sonst ist es meistens eher so zwei Minuten zu spät) war ich auf der Yogamatte.

Guter Kurs, allerdings für meinen Geschmack dieses Mal mit etwas zu vielen Vorbeugen und Vorwärtsstreckungen und insgesamt die Positionen etwas zu lang gehalten – ich hätte mir ein bisschen mehr Muskelkräftigung (von verschiedenen Partien) gewünscht. Und ich konnte auch nicht alle Positionen so lang halten oder musste sie von vornherein schon anders ansetzen, weil die Vorbeugen mit gestreckten Beinen mir generell immer sehr den Ischias reizen. Dafür stellte ich fest, dass der halbe Lotus, der früher problemlos ging, aber zwischenzeitlich auch gar nicht mehr, mittlerweile wieder schmerzfrei und bequem funktioniert. Das fand ich mal so richtig ermutigend.

Körperpflege, ich kochte mir eine Kanne Tee und außerdem eine Kanne Kaffee, denn der Liebste war zwar vor acht schon zur Arbeit verschwunden, schrieb mir aber von unterwegs, dass er auf elf schon wieder heimkommen und von dort aus weiterarbeiten würde. Ab zehn war ich am Schreibtisch.
Arbeitsamer Vormittag mit einem spontanen Meeting mit einer Kollegin, die Hilfestellung brauchte, und viel organisatorischem Kram – irgendwie nichts davon das, was ich mir eigentlich für den Tag vorgenommen hatte, aber alles halt trotzdem jetzt akut wichtig. Fühlte sich trotzdem ein bisschen unbefriedigend an, weil es so viel Alltags-Kleinklein war und ich am Ende gar nicht richtig sagen konnte, was ich denn jetzt „weggearbeitet“ hätte. Oh well.

Mittagspause mit dem Liebsten und den restlichen Krautnudeln, Orange als Nachtisch. Ohne Zeitungsrätsel, weil die Zeitung seit einigen Wochen deutlich weniger Kreuzworträtsel druckt, fast nur noch Sudoku (was den Liebsten freut, mich eher langweilt). Ab halb zwei wieder oben. Keine Sekunde draußen gewesen im Übrigen an diesem Tag, was für mich aber völlig okay war: Knapp über Null, das Höchste der Gefühle waren fünf Grad plus. Immerhin war es trocken, aber zäher, grauer Hochnebel. Ich war ziemlich überrascht, als ich den Kater mittags draußen auf dem Lauerbrett am Schattendeck sitzen und auf fiktive Mäuse lauern sah. Er kam aber auch bald wieder rein.
Nachmittags ähnlich weiter wie vormittags, wieder ein spontanes Kolleginnenmeeting zur Kursübergabe (das etwas holprig startete, weil ich Honk vergessen hatte, dass mein Laptop auf Mute geschaltet war), wieder viel organisatorischer Kram (dazu noch mehrfach klingelndes Telefon). Und ziemliche Müdigkeit bei mir, weshalb ich die Sachen, die intensive Konzentration erforderten, noch einmal verschob. Alle Terminsachen auf meiner Erlediliste für den Tag hatte ich hinbekommen, deshalb machte ich Feierabend um Viertel nach fünf.

Der Liebste war zwar daheim, hatte aber am Nachmittag Meetings nonstop bis kurz nach sieben, also übernahm ich „den Haushalt“ allein. Eine durchgelaufene Maschine Bettwäsche aufhängen, die zweite Maschine starten (es ist SO cool, dass wir durch den Luftentfeuchter jetzt problemloser waschen und aufhängen können, ohne dass die Wäsche ewig hängt und muffelig wird), Katzen medikamentieren und füttern, Küche aufräumen, dann ausführliches Kochen.
Das Rezept war eigentlich ein recht einfacher Gemüseeintopf mit Brokkoli, Lauch und Pilzen, aber mit jeder Menge aromatischer Zutaten (Ingwer, Kurkuma, Kokosmilch, Koriander) und insgesamt von der „normalen Suppe“ damit doch weit entfernt. Dazu ein bisschen Reis. (Tolles Rezept vom hochgeschätzten Hugh Fearnley-Whittingstall.) Einzig etwas mühsam: Während des Kochens klingelte das Telefon und das Gespräch ließ sich aus diversen Gründen (Kommunikationsmängel des Gesprächspartners in erster Linie) nicht so schnell beenden. („Ach du kochst gerade? Na da will ich nicht länger stören… Was gibt es denn? Ich hab ja auch überlegt, ob ich für mich mal öfter kochen sollte…“) Ich hantierte also mit Kochlöffel und schmorendem Gemüse, während der Telefonlautsprecher auf laut gestellt war und alles etwas unpraktisch. Nun ja.

Geruhsamer Abend mit gutem Essen, ein bisschen Vanilleskyr als Nachtisch. Dann mit Mann und zwei Katzen aufs Sofa, Feuer im Ofen, Bodkin (Folge vier und fünf) im TV. Alles prima also, nur dass ich mich leicht angeschlagen fühlte. Die Nase ist wieder einigermaßen frei, aber der Husten ist ausgesprochen hartnäckig, dazu kratziger Hals und sehr schnell heiser werde ich auch. Nachdem der Hasel bei uns vorm Haus mittlerweile in voller Blüte ist, frage ich mich natürlich, ob sich hier Erkältung und Allergie nahtlos abwechseln. (…aber ich war früher NIE gegen Frühblüher allergisch!)
Auf jeden Fall doch recht schnell müde am Abend, sodass wir um halb zehn schon hochgingen, ganz ohne Buch.