Digitale Unabhängigkeit 2 (The Big One), Sonntag 1.2.2026

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Schau mal her, schon Februar. Wobei, „schon“. Der Januar hat sich gefühlt ewig hingezogen und war vollgepackt, von wegen ruhiger Jahresanfang, und richtig winterlich war er auch. Gegen einen entspannteren Monat hätte ich auf jeden Fall nichts einzuwenden.

Anyway. Erstaunlicherweise durchgeschlafen, ich stand um halb sieben ziemlich ausgeschlafen auf. Übliche Katzenmaintenance, Küchenrunde und gründliches Aufräumen, dann kochte ich Tee und hörte den Liebsten aufwachen und nach oben kommen. Wir hatten für den Morgen große Pläne: Die verspätete Geburtstagstorte sollte auf jeden Fall fertiggestellt werden. Als allererste gemeinsame Morgenaktion noch vor dem Frühstück machten wir also gemeinsam einen Bisquit-Tortenboden. Ein Veganista-Rezept, wir ersetzten ein bisschen Mehl durch gemahlene Mandeln, ansonsten hielten wir uns mehr oder weniger an die Angaben. Klappte hervorragend, nur dass wir keine 26cm-Backform hatten und stattdessen die 28cm-Form nahmen – das machte den Tortenboden etwas flach. Oh well.

Dann ausführliches englisches Frühstück, von mir noch ergänzt um die am Donnerstag spontan gekaufte Avocado, die jetzt den absolut perfekten Reifegrad hatte. Sehr üppiges Frühstück, sehr gut. Dazu viel Tee, etwas Kaffee. Den restlichen Vormittag, naja, und auch einen gewissen Teil des Nachmittags verbrachte ich am Laptop: viel Schreiben, Internet leerlesen, Lieblingströts zusammensuchen und posten, so Zeugs. Mittags nur einmal unterbrochen von der restlichen Pizza und den restlichen Berlinern (mit Nougatfüllung, sehr süß).

Nach dem Mittagessen machten der Liebste und ich die Torte fertig: Aus Sojaquark, Milch, Stärke und Agar Agar sowie geschlagener Sahne wurde eine Tortencreme, und dann wurde die Torte (nachdem der Liebste den dünnen Boden unter Mühen längs halbiert hatte) geschichtet. Eine dicke Schicht Lemon Curd auf den ersten Boden, ein wenig Lemon Curd in die Creme, dazu ein paar Zesten: Fertig war die Zitronencremetorte. Kam aber erst einmal in den Kühlschrank.

Und ich wendete mich dem zweiten großen Projekt dieses Sonntags zu: Meinen Laptop plattmachen und Linux aufspielen. Ich hatte ja so ein bisschen rumgelesen und nahm das jetzt einfach mal in Angriff. Nicht ganz allein ehrlicherweise, der Liebste war im Arbeitszimmer und kam bei Fragen (und ich hatte ein paar) zur Hilfe.
Das waren mehr oder weniger die Schritte:

– Erst einmal meine Dateien vom Laptop irgendwo zwischensichern. Ich habe alle Dateien auf der Cloud, und eigentlich wollten wir sie zusätzlich noch auf unserem Haus-Netzwerk sichern, aber da klappte es dann nicht, weil mir der Zugriff ständig verweigert wurde (das Problem hatten wir schon mehrfach gehabt), der Liebste war leicht genervt. Ich irgendwann auch und schob die Daten auf meine Dropbox. War sowieso nicht viel, ein paar Textdokumente halt, Fotos und alles liegen generell schon auf der Cloud.

– Dann sicherstellen, dass ich alle Programme, die ich brauche, auch auf Linux kriege. Das hatte ich schon mehr oder weniger am Freitag gemacht, jetzt nochmal letzte Rückversicherung: LibreOffice, VLC Media Player und Firefox ist bei Linux Mint sowieso vorinstalliert mit dabei, und Keepass (mein Passwortmanager und EXTREM wichtig) läuft wohl auch. Okay.

– Nochmal Festplatte und RAM abchecken, dass alles wirklich genug Platz hat, aber das war kein Problem, und dann wurde es ernst: Ich stöpselte einen (großen) USB-Stick ein und lud mir Rufus herunter. Mit dem Programm kann man einen USB-Stick bootfähig machen. Es gibt auch andere Programme, und dieses war komplizierter, als es sich hier so schreibt (zwischendrin kamen Stellen in der Beschreibung, bei denen ich jedes dritte Wort nicht verstand), aber es ging recht schnell.

– Dann das Betriebssystem herunterladen und dabei einen Spiegelserver aussuchen, ein Wort, das ich noch nie gehört hatte, aber es bedeutet, dass das Betriebssystem nicht zentral von einer Stelle heruntergeladen wird (die dann unter Umständen bei vielen parallelen Zugriffen Probleme hätte), sondern an diversen Stellen liegen auf Netzwerkservern Kopien des Betriebssystems, von wo man sie sich herunterlädt. Das senkt dann die Belastung eines einzelnen Servers. So habe ich es auf jeden Fall verstanden. Superwichtig ist, dass man sich eine vertrauenswürdige Stelle als Spiegelserver raussucht (Hochschulen oder sonstige öffentliche Stellen sind eine gute Wahl) – ich nahm die Informatik der Hochschule Esslingen, die ist bei uns in der Nähe und schien mir vertrauenswürdig genug.

– Tja, und dann Doppelklick auf „install“, weil ich weder die Festplatte partitionieren wollte noch erst einmal vom Stick booten und ausprobieren – wenn schon, dann richtig. (Es gibt sehr gute Gründe, die anderen beiden Wege zu wählen, aber ich wollte nicht.) Der eigentliche Installationsprozess ging dann sehr easy. Ich musste im Verlauf das WLAN verbinden, einen Namen für meinen Rechner und einen Nutzernamen mit Passwort anlegen, und das war es schon. Dauerte halt nur ein bisschen, ich ging währenddessen duschen.

Als der Rechner neu aufgesetzt war, spielte ich natürlich ein bisschen damit rum. Sah alles sehr gut aus, nur die Dropbox-App ließ sich irgendwie nicht verbinden (Nextcloud dagegen schon, nach ein bisschen Herumsuchen). Ich kann auf die Dropbox-Daten (die ja sowieso nur Backup sind) aber über den Browser zugreifen, also auch da kein Problem. Ich lud noch ein linuxfähiges Keepass herunter (über KeepassXC hatte ich Gutes gelesen), und damit war ich dann mehr oder weniger startklar. Gleich mal ein bisschen herumgesurft (Videos gingen auch) und die Oberflächen für mich so eingerichtet, wie ich sie kenne, und damit war ich fertig und hatte am zweiten Diday einen großen Schritt in die digitale Unabhängigkeit gemacht. (…also bei meinem privaten Rechner. Beim Krümellaptop, der zwar auch mir gehört, aber halt arbeitskompatibel sein muss, sieht das leider anders aus.) Ich postete gleich mal einen stolzen Eintrag mit #diday auf Mastodon und bekam prompt zahlreiche Antworten. Hihi.

Mittlerweile war es abends und Zeit fürs gemeinsame Kochen. Ich hatte am Abend davor das restliche Chana Dal eingeweicht und der Liebste und ich kochten parallel einen Eintopf mit Wirsing und Sojahack und machten ein südindisches Dessert aus dem Lotus Indien-Kochbuch.
Das Dessert funktionierte allerdings nicht so ganz nach Rezept. Eigentlich sollte man das Dal nach dem Einweichen in Öl anrösten, dann mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten stehen lassen, dann zusammen mit Kokosmilch pürieren. Dann Kokosraspel anrösten und mit Zucker karamellisieren, Gewürze dazu, mit dem Dal vermischen, geröstete Cashews obendrauf, und das Ganze dann in Förmchen glattstreichen – es soll so ein festerer Brei werden. Aber ehrlich: Mit der Methode werden die Kichererbsen, auch wenn sie halbiert sind, ja nie weich geschweige denn gar (…und es sind schließlich Hülsenfrüchte, ich fände es schon nicht schlecht, wenn sie durch sind). Wir gossen also etwas mehr Wasser dazu und ließen die Kichererbsen 30 Minuten kochen, bis sie komplett weich waren. Dann pürieren, und naja: Das gab dann halt eine komplett flüssige Suppe. Auch als die Kokosraspel dazukamen. Der Liebste rührte deshalb noch Weichweizengrieß unter und ließ das noch einmal 10 Minuten köcheln, und damit hatten wir dann eine Art Brei. Den wir in zwei kleine Auflaufformen strichen und erst einmal für den nächsten Tag im Kühlschrank parkten.

Nachtisch hatten wir nämlich schon: Nach einem sehr guten Wirsingeintopf schnitten wir die Zitronencremetorte an. Beziehungsweise der Liebste schnitt, es war ja schließlich seine nachgeholte Geburtstagstorte. Sehr gut geworden, sehr zitronig (der Lemon Curd ist eine tolle Creme), wir aßen jeweils zwei Stück und waren danach pappsatt. Vermutlich wäre es schlauer gewesen, nur die Menge für eine kleine Form zu machen, aber nun ja. Egal.
Restlicher Abend verging mit britischer Comedy, es gab ein neues Big Fat Quiz Of Telly vom Januar 2026 auf YouTube. Um halb elf schließlich sehr müde ins Bett, nach einem sehr vollen (aber auch sehr erfolgreichen) Wochenende.