Elend schlecht geschlafen, ewig wach gelegen, heiß, kalt, blödes Kopfweh, you name it. Wenig vielversprechender Start ins Wochenende. Um zehn nach sechs kratzte es an der Tür, aber ich hatte meinen Stapel an Tierratgebern gelesen (Verhalten verstärken und so) und stand erst um kurz nach halb sieben auf, als die Kratzerei lang genug aufgehört hatte. (Und ich weniger müde war.)
Katzenmaintenance, kurze Küchenrunde, der Liebste kam kurz nach mir aus dem Bett. Draußen merkwürdig diesiger Himmel, das strahlend blaue Frühlingshoch wird sich doch nicht schon wieder verzogen haben? Hm.
Ich hatte mir für den Tag ein paar Sachen vorgenommen, deshalb nicht allzu viel Rumbummelei am Morgen. Der Liebste machte uns ein Porridge mit Erdnussbutter und Bananen und zog sich dann aufs Sofa zurück, er fühlte sich nicht so ganz auf der Höhe. Ich schrieb ein bisschen, las im Internet herum, aber mit Blick auf die Uhr, damit es nicht völlig ausuferte und plötzlich der gesamte Vormittag weg war. Stattdessen machte ich uns eine Kanne Kaffee und mir eine Kanne Tee (wieder den Gunpowder) und verbrachte den restlichen Vormittag oben: Erst Schlaf- und Arbeitszimmer durchwischen (Harold hatte brav vorgesaugt), dann ausführliche Körperpflege, und aus mir selbst nicht ganz erklärlichen Gründen nahm ich mir dann Schwamm, Lappen und Eimer mit Wasser und Seifenreiniger (Glasreiniger scheinen wir nicht mehr zu haben) und putzte im ganzen oberen Stockwerk die Fenster.
Also, der offensichtliche Grund war natürlich, dass die Fenster (und Fensterrahmen!) extrem schmutzig waren und man so langsam Mühe mit dem Durchsehen hatte, aber das allein reicht bei mir als Motivation eigentlich nicht fürs Fensterputzen aus. (Für mich eine der unnötigsten Haushaltstätigkeiten und deshalb meist vom Liebsten übernommen, der da eine deutlich niedrigere Toleranzgrenze hat als ich – ich erinnere mich nicht, wann ich das letzte Mal Fenster geputzt habe. Vermutlich, als wir oben die neuen Fenster bekommen haben und ich danach die Aufkleberreste weggeputzt habe, das muss in der zweiten Jahreshälfte 2024 gewesen sein.) Kurz gesagt: Es war nötig und das Putzwasser danach ziemlich dunkel. Und das bewölkte, aber trockene Wetter passte perfekt.
Mittagessen übernahm ich: Neben dem restlichen Feldsalat mit Fertigdressing machte ich uns einen warmen Karottensalat, ein neues Rezept, das ich schon ewig hatte ausprobieren wollen, aber immer vor mir hergeschoben hatte, weil fertig geschälte und abgepackte Snack-Karotten im Rezept stehen. Und so was haben wir ja quasi nie da. Im Moment aber große Karottenschwemme bei uns (wir haben zwei Gemüsekistenlieferungen noch nicht verbraucht, das gibt in Summe ein Kilo), also machte ich den Salat mit „normalen“ Karotten, schälte sie halt selbst und schnitt sie in handliche Stücke (halbiert oder gedrittelt und dann längs in Scheiben). Diese wurden mit etwas Öl in der Pfanne angeröstet, dann Ahornsirup und Limettensaft dazu, ein bisschen karamelisiert, Pinienkerne dazu und noch eine Minute anrösten, dann mit Wasser abgelöscht und fünf Minuten einköcheln lassen, bis die Flüssigkeit rausgekocht ist und eine Art sämiges Dressing ergibt. Ein Bund Petersilie dazu, Pfeffer, Salz, Knoblauchpulver, Korianderpulver, fertig. Dauerte insgesamt inklusive Schälen maximal 20 Minuten und war wirklich eine schöne neue Variante.
Nachtisch Kaffee und für jeden von uns zwei Berliner (für mich Bienenstich – mit Vanillepudding gefüllt – und gebrannte Mandel mit Marzipan), damit war die Berlinerbox wieder leer und wir hatten unser Kalorienziel auf jeden Fall erreicht, haha.
Am Nachmittag restliches Internet-Leerlesen, außerdem etwas Interaktion mit dem Liebsten: Er bürstete einen sich ordentlich wehrenden Magi, während ich händeringend daneben stand (Magi muss dringend täglich gebürstet werden, weil sich durch den Fellwechsel richtige Klötze im Fell bilden, die er selbst nicht mehr rausgeputzt bekommt, aber er findet es natürlich maximal doof und ich bin zwischen „ARME KATZE!“ und „ARME KATZE!!!“ hin- und hergerissen).
Danach eine Runde Jenga, einfach weil das Spiel mir ins Auge fiel, schon Ewigkeiten nicht mehr gespielt. Nicht mehr so ganz sicher mit den Regeln, aber ich gewann auf jeden Fall.
Um drei ging der Liebste in den Bastelverein, wo er eine Veranstaltung hatte, und ich zog mich mit Krimi auf den Lesesessel zurück. Überlegte kurz, eine Stunde zum Arbeiten nach oben zu gehen, entschied mich aber dagegen – die Woche war sooo voll gewesen. Lieber ein früher Start am Montag und da gleich die aufgeschobenen Sachen abarbeiten (am Wochenende antwortet sowieso niemand auf Mails). Stattdessen also Lesezeit. Das ist ja sowieso auch immer etwas, was ich mir vornehme, und wenn ich dazu nicht komme, bin ich unzufrieden mit mir – also muss ich mir die Zeit auch einräumen.
Gegen halb fünf Wocheneinkauf, um es mir einfach zu machen (und weil wir sowieso Flaschenwasser brauchten), ging ich zum Supermarkt nebenan. Bekam dort auch fast alles. Nur keine Blumen – es gab zwar Fair Trade-Rosen im Supermarkt, aber mir war nicht ersichtlich, wo die gewachsen waren (ich tippe auf Afrika, der Importeur saß in den Niederlanden), und das war mir dann doch deutlich zu wenig regional. Der Blumenladen neben dem Supermarkt hatte auch nichts, was mich so richtig ansprach. Vermutlich müssen wir noch zwei oder drei Wochen warten, bis es dann Tulpen und so Gedöns gibt.
Daheim Einkäufe wegräumen und Kater versorgen, von diversen Podcasts begleitet (Dark Matters, der neue Lage-Podcast, einen Teil von OK, America).
Überhaupt, Podcasts und Weltlage. Gerade bei OK, America, überholt gerade die Wirklichkeit die Podcast-Welt, die letzte Podcastfolge ist am Donnerstag veröffentlicht worden und spekuliert noch darüber, ob Trump wohl wirklich ernst macht mit dem Iran und wie es da weitergehen mag, während morgens der Guardian mir schon die Push-Nachricht über den Angriff Israels auf den Iran geschickt hatte (und kurz darauf die Beteiligung der USA).
Puh. Was für ein riesiger Mist. Ich habe ja arbeitshalber einige gute Bekannte aus dem Iran und es tut mir im Herzen weh, daran zu denken, dass diese gebeutelten Menschen, von den Tyrannen im eigenen Land massakriert und zutiefst traumatisiert, jetzt auch noch von außen angegriffen werden. Überhaupt ist die ganze Situation ein Musterbeispiel an Ambiguitäten: Ich bin mir komplett dessen bewusst, dass Israel seit Jahren massiv vom Iran und den fanatischen Hetzern des Mullah-Regimes bedroht wird, und ich mag mir nicht ausmalen, wie das Leben unter diesem alltäglichen Bedrohungsszenario aussehen muss. Aber… ein Präventivschlag bedeutet am Ende halt trotzdem, dass du den Krieg angefangen und Bomben gegen bloße Worte gesetzt hast. Im Übrigen ist beides möglich: Den Menschen in Israel von Herzen ein Leben in Frieden und Sicherheit in ihrem Land wünschen und gleichzeitig tiefstes Mitleid mit den drangsalierten Menschen im Iran haben. Das Selbstverteidigungsrecht Israels absolut anerkennen und gleichzeitig den israelischen Ministerpräsidenten und seine rechtsradikale Clique am liebsten im Knast sehen. Und was für eine unsägliche Allianz mit dem furchtbaren Orangenkopf. Ach ja, und die Mullahs gleichzeitig einfach zur Hölle wünschen sowieso. Es ist alles sehr unerträglich.
Deshalb auch keine Nachrichten am Abend, stattdessen noch etwas Krimi (mit Magi auf dem Schoß). Der Liebste machte uns, als er (gut gelaunt, er hatte einen schönen Nachmittag gehabt) um Viertel vor sieben wieder daheim war, eine Pizza (mit vielen gekauften Zutaten, fertigem Pizzateig, fertiger Sauce, gekauftem Mandelstreukäse – eher ungesundes Essen, aber oh well). Als Aperitif ein alkoholfreier Crodino Spritz, und dann zur Pizza für jeden ein Glas Rotwein. Denn es ist zwar Fastenzeit, aber der Rotwein ist jetzt seit zwei Wochen schon offen im Kühlschrank und ich will ihn nicht bis Ostern rumstehen haben.
Abendunterhaltung ein altes Big Fat Quiz und dann eine Runde QI, schon ewig nicht mehr gesehen (so lang nicht mehr, dass ich den Namen vergessen hatte und bei YouTube nach „IQ“ suchte – und natürlich nur Quatsch angezeigt bekam). Um kurz nach neun ins Bett zu noch einer Runde lesen. So langsam komme ich ins Buch rein, aber insgesamt trotzdem deutlich zu wenig Handlungsentwicklung und deutlich zu viel Befindlichkeiten der Protagonistin. Nun ja. Mal sehen, ob das im dritten Band anders wird.