Schon wieder keine gute Nacht, das wird gerade irgendwie zu einem Muster und nervt gewaltig. Nun ja. Wenigstens ein Tag im Home Office für uns beide, und da der Liebste mit mir aufstand und wir Kater und Küche gemeinsam übernahmen, war es ein einigermaßen entspannter Morgen. Draußen wieder frisch, blauer Himmel. Ich war nur so halb gut gelaunt (oft eine Nachwirkung von übervollen Arbeitstagen davor).
Ein bisschen schreiben, ein Blick in die Zeitung, der Liebste holte uns Brot und Brötchen beim Viertel-Lieblingsbäcker. Diese gab es zum Frühstück mit Mandelfrischkäse und einer sehr guten Orangenmarmelade, die wir neu vom Alnatura mitgenommen hatten. Ich bin ja nicht soooo ein Fan von Orangenmarmelade, aber die ist wirklich sehr gut, nicht so süß, nicht so bitter, nicht so sauer, gerade richtig ausbalanciert.
Pünktlich um acht auf der Matte. Eine angenehme Folge des Frühlingswetters (wo es zwar nachts noch abkühlt, aber tags schon warm ist): Unsere Zimmer sind nicht mehr so elend kalt. Yoga bei über 19 Grad macht definitiv mehr Spaß als bei knapp 17 Grad. Trotzdem anstrengender Kurs, ich war sehr steif und verkrampft und ungelenkig. Einerseits natürlich Mittwochsphänomen (im Mittwochskurs morgens um acht läuft es immer weniger rund als am Freitagabend), andererseits habe ich das Gefühl, ich kann – trotz Yoga und Fitness – dabei zusehen, wie mir die Beweglichkeit abhanden kommt. Altern im Schnelldurchlauf sozusagen. Wäre ja auch albern gewesen zu denken, es würde mir besser ergehen als anderen.
Nach dem Kurs noch ein paar Minuten etwas mit der Trainerin besprochen, und dann war es schon Viertel nach neun und ich etwas knapp dran. Zeugs weggeräumt, Arbeitsrechner gestartet, Gesicht eingecremt, und um halb zehn saß ich vor dem Bildschirm und startete den Arbeitstag mit einer Stunde Unterricht.
Guter Kurs, aber ansonsten etwas unbefriedigender Vormittag, weil mir die Zeit weglief. Tausend Sachen zu machen, und nachdem ich eine Viertelstunde unstrukturiert herumgehektikt hatte, machte ich mir schließlich eine priorisierte Liste. Es war nämlich nur ein Gefühl, dass alles irgendwie gleich wichtig war, in Wirklichkeit konnte man es schon sortieren. Was ich tat und dann stur abarbeitete.
Um kurz vor halb eins endlich unter die Dusche, dann Mittagspause mit dem Liebsten (der auch daheim war) und dem restlichen Nudelsalat. Etwas Kaffee, dann putzte ich das obere Bad, weil mich der Staub nervte und ich nicht bis zum Wochenende warten wollte, wusch eine Katzendecke und räumte die Spülmaschine aus. Ab halb zwei wieder am Schreibtisch.
Am Nachmittag ein Bewerbungsgespräch, ansonsten wurde es etwas ruhiger und ich konnte mit meiner Liste weitermachen und administratives Zeug erledigen. Um kurz nach sechs machte ich Feierabend und hatte 80% abgehakt – was ein sehr guter Stand war und mehr, als ich morgens erwartet hatte. (Brauchte natürlich trotzdem zehn Minuten, bis ich mich davon überzeugt hatte, dass es kein VÖLLIG VERLORENER Tag war, weil ich die letzten 20% auf Donnerstag verschoben hatte.) Insgesamt also sehr zufrieden.
Kochen mehr oder weniger gemeinsam, ich suchte dem Liebsten alle Zutaten zusammen und er kochte damit. Dem Nasenkater hatte er seine Medikamente schon gegeben (er hatte mittags schnell bei der Tierärztin das neue Zeug geholt), Magi war aber zur Abendfütterung nicht aufgetaucht. Ich ging also mit dem Nasenkater in den Garten und dann den kompletten Kohleweg auf und ab, halblaut nach Magi rufend (und von einem aufgeregt neben mir her flitzenden Kater begleitet) und vorsichtig bei den Nachbarn in die Erdgeschossräume linsend, ob er dort irgendwo saß (etwas in Sorge, für einen bekloppten Stalker gehalten zu werden). Nette Abendrunde mit dem Kater, aber kein Magi zu sehen. Ich ging also rein und kam dann erst auf die Idee, im oberen Schlafzimmer zu schauen, wo er mich müde anblinzelte. Seufz.
Zum Abendessen ein neues Rezept, eine Suppe mit Roter Bete, Linsen, Hirseflocken, Apfel und Meerrettich, was nach einer komischen Kombination klingt, aber sehr gut war (wenn man Rote Bete mag, sie war schon sehr dominant im Geschmack), getoppt mit gebratenen Pilzen, Kresse und etwas Chiliöl. Dazu ein paar abgepackte glutenfreie Brötchen, die der Liebste von irgendeinem Büro-Buffet mitgenommen und erst daheim als glutenfrei identifiziert hatte. Nun ja. Nach zehn Minuten im Ofen waren sie ganz okay, aber ich bin schon ganz froh, dass wir normalerweise frische Brötchen essen können (glutenfrei war dabei weniger das Problem, eher dass sie aus einer Packung kamen).
Abendunterhaltung nach den Nachrichten drei Folgen QI – ich blieb tapfer und ging erst um zehn ins Bett (dann allerdings ohne Lesen). Die Zeitumstellung kommt zwar demnächst, aber trotzdem möchte ich etwas dagegen arbeiten, dass ich immer früher und früher müde werde. Dann schlafe ich vielleicht auch mal wieder besser durch oder so. Wäre durchaus schön.