Check-Up, Montag 2.3.2026

Eigentlich ganz gut geschlafen für eine Montagsnacht, irgendwann frühmorgens aufgewacht, als ich den Liebsten unten rumklappern und die Kater versorgen hörte. Mit dem ersten Weckerlicht stand ich auch auf. Zweite Katzenrunde (beide wollten auf die Dachterrasse, beide wollten eine zweite Portion Futter, die Katzenklos waren auch benutzt worden), ausführliche Küchenrunde. Außerdem einen Blick in die Zeitung. Wo sich das ganze Elend des Nahostkriegs auf der kompletten Titelseite zeigte. Puh. Ich hoffe bloß, dass sich dieser Krieg wenigstens als eine Freiheitschance für die Iraner:innen entpuppt, aber ich bin nicht sonderlich optimistisch. Regimechange von außen, zumal nach einem offensichtlich unprovozierten Angriff, hat ja eher eine schlechte Erfolgsprognose, und das Regime in Iran hat seine Strukturen halt auch über Jahrzehnte aufgebaut. Den getöteten Anführer haben sie ja quasi direkt ersetzt. Deshalb – nun ja. Nichtsdestotrotz freute ich mich schon mit den Bildern von den tanzenden Menschen auf den Straßen. Wenn eine Bevölkerung Frieden und Freiheit so sehr verdient hätte, dann sind es die Iraner:innen.

Der Liebste und ich waren beide daheim, deshalb etwas weniger Stress am Morgen, allerdings halt doch, denn es stand der verschobene Tierarzttermin an. Müsli zum Frühstück, schnell ins Bad und am Schreibtisch ab halb neun, die verschobenen Sachen vom Freitag erledigen und überhaupt Zeugs abarbeiten. Es ging gleich ziemlich temporeich los mit einem wirklich sehr vollen Posteingang (was machen die Leute denn alle übers Wochenende), während ich noch am Beantworten und Organisieren war, kamen die nächsten Mails dazu. Nerv. Mit dem „vor die Welle kommen“ wurde das so natürlich nichts.

Trotzdem um halb elf einen einigermaßen guten Stand, als ich den Rechner runterfuhr und die Tasche für den Tierarzt packte. Der Liebste sammelte währenddessen den Nasenkater ein (nicht ganz so einfach wie bei Magi, weil wir zwar die Klappe zugemacht hatten, er konnte also nicht raus, aber er flitzte halt durchs Haus, als er die offene Transportbox entdeckte. Wurde aber unter dem Esstisch eingesammelt, hilft ja nichts.
Wir waren superpünktlich da, und dieses Mal klappte auch alles und wir kamen dran. Ausführliche Untersuchung mit einem sehr ängstlichen, aber sich vorbildlich brav verhaltenden Kater. Wollte halt nur einfach gern weg und verkroch sich schon in der Transportbox so sehr hinten, dass man ihn vorne kaum mehr sah, und versuchte auch durchs Loch im Ultraschall-Tisch abzutauchen. Diese Nase.

Genau, Ultraschall. Der Kater hat ja einen verdickten Herzmuskel, und das sieht alles nicht so wirklich gut aus. Er hatte ziemlichen Bluthochdruck (bei Katzen an der Schwanzwurzel gemessen, habe ich so auch noch nie gesehen) – der Referenzwert ist wie beim Menschen 120 zu 80, wenn man den tierärztlichen Weißkittel- und Panikeffekt bei Katzen rausrechnet, sollte man trotzdem nicht über 160 oder maximal 180 kommen. Er lag bei 220 im oberen Wert. Hm. Wir ließen also noch einen Ultraschall vom Herzen machen, sollte man eh jährlich, und da sah man schon die fortschreitende Erkrankung und eine ziemlich klare Herzinsuffizienz. Er bekommt ja schon Herztabletten und die Medikation wird jetzt noch etwas hochgefahren werden. (Übrigens sind bei Magi die Nierenwerte nicht so super, weshalb Magi jetzt auch das Nieren-Entgiftungspulver vom Kater bekommt, die beiden nähern sich in ihren Medikamenten allmählich aneinander an.)
Positiv war immerhin, dass der Rest (Ohren, Zähne – etwas Zahnstein, aber keine Entzündung zu sehen – und Krallen) okay aussah. Der Kater ist jetzt 17, das ist halt eine typische Entwicklung bei alten Katzen. Auch wenn er natürlich in unseren Herzen immer noch ein Babykater ist. (Und in seiner Vorstellung vermutlich auch.)

Kurz nach zwölf waren wir daheim und machten relativ direkt Mittagspause, wir hatten beide Hunger. Zweite Hälfte überbackenes Chili – eine Portion froren wir ein. Etwas Kaffee, und um kurz nach eins war ich am Schreibtisch für eine Runde administrativen Krams.
Gegen vier ging ich ins Büro: Neben einer Stunde Unterricht (den allerdings online) musste ich noch Material und vor allem Laptops für den kommenden Tag vorbereiten. Der Kollege hatte mir schon einen Stapel ins Büro gestellt, die eigentlich alle gecheckt worden waren, aber, nun ja, „gecheckt“ ist ja ein weites Feld. Bei einigen passte der Zugang nicht, bei manchen war der Akku komplett entladen (ich war froh, dass sie überhaupt noch hochfuhren), und quasi alle brauchten eine ganze Latte an Updates. Dazu Generve mit Windows-Zeugs, „lassen Sie uns Ihren Computer fertig einrichten“, „schwere Bedrohung erkannt, geben Sie uns Zugriff auf Ihren Standort“, nein, geh weg, lass mich in Ruhe du Pest. Bis ich fertig war, war es zehn vor sieben.

Daheim war ich leicht durchgefroren – wieder viel Sonne, aber auch ziemliche Temperaturschwankungen von 13, 14 Grad um die Mittagszeit und niedrig einstellig abends und nachts, sodass man entweder schwitzt oder friert – und freute mich sehr auf den einfachen Bohneneintopf, den der Liebste schon fertig hatte. Abendessen und dann noch ein bisschen Blaulichtquatsch und QI mit beiden Katern (der Nasenkater hatte uns schon vergeben und lag entspannt neben uns). Früh ins Bett, aktuell wieder kaum eine Chance, nach neun noch wach zu sein. Einfach sehr müde.