Durchgeschlafen, aber mit blödem Kopfweh und ziemlich kaputt gegen halb sieben aufgewacht. Da ich aufs Klo musste und es draußen hell wurde und überhaupt die Nacht vorbei war, stand ich halt auf. Die Kater warteten sowieso schon. Ausführliches Aufräumen, damit im Ober- und Untergeschoss die drei Roboter fahren konnten, Küchenrunde, Katzenfütterung, Tee. Alles leicht verlangsamt, weil ich mich echt nicht ausgeschlafen und ein bisschen malade fühlte (dunkle Ränder unter den Augen und so). Nun ja. Draußen war es ein bisschen weniger kalt (ich sah keinen Bodenfrost mehr), der Himmel leicht diesig.
Die Stimmung und überhaupt das ganze Körpergefühl wurden schlagartig besser mit der ersten Tasse Tee und dem Frühstück: restlicher Nusszopf (war okay, aber wir hatten von diesem Bäcker schon besseren bekommen), danach einen Apfel, quasi so als Gesundheitselement. Danach noch etwas mehr Tee: Ich machte die letzte Packung meiner Adventskalendertees auf – stimmt nicht ganz, es sind noch zwei geschlossen, aber diese Sorten hatte ich doppelt, sie sind also nicht neu. Das war jetzt die letzte wirklich neue Sorte: ein japanischer Schatten-Grüntee, ein Gyokuro Miyazaki. Schatten-Grüntee steht für die Herstellungsart (die Teeblätter werden die letzten drei Wochen vor der Ernte mit Bambusmatten beschattet – nicht zu verwechseln mit Kabusé-Tee („Halbschatten-Tee“), wo der Tee mit Netzen beschattet wird), Gyokuro für die Sorte, der bekannteste der Schatten-Grüntees, Miyazaki ist eine Stadt in Japan. So weit so gut (alles Wikipedia-Wissen hier, oder genauer gesagt Teapedia, denn natürlich gibt es ein Wikipedia speziell für Tee). Superspezialität, dementsprechend teuer kann man ihn kaufen, aber das war für mich keine Überraschung (Grüntee kann durchaus dreistellig kosten, nicht dass ich das bezahlen würde).
Der Tee selbst war dann sehr frisch duftend, die Tasse hell, der Geschmack allerdings… für mich ein bisschen zu kräuterig und grasig bei den ersten Schlucken. Wurde dann allerdings runder und besser, vor allem beim zweiten Aufguss. Man soll diesen Tee übrigens nur bei 60-70° aufgießen, was eine echt lange Wartezeit bedeutet, aber einen Unterschied macht: Er entfaltet sein Aroma deutlich besser, wenn er nicht so heiß aufgegossen (und getrunken) wird. Natürlich vorher aufgewärmte Kanne und yadayada, aber das mache ich eh. (Sehr glücklich im Übrigen, keine Ahnung ob ich es schon mal geschrieben habe, mit meiner kleinen Terrakotta-Teekanne, die ich vor vielen, vielen Jahren mal meinem Bruder zum Geburtstag schenkte und nach seinem Tod quasi als Erbstück wieder übernahm. Hat jetzt eine perfekte Anwendung als Grüntee-Kanne gefunden.)
Ausführliches Internet-Leerlesen am Vormittag, bis ungefähr halb elf, dann ging ich duschen und putzte das obere Stockwerk durch, begleitet vom restlichen Lage-Podcast und dem Streitkräfte und Strategien-Podcast (schon länger nicht mehr gehört). Und um zwölf mit dem Liebsten zum Wocheneinkauf zu Alnatura.
Wir brauchten nicht viel und konnten ohne Wagen gehen (gerade wieder die darbende Zeit im März, wo man so wenig frische Sachen regional bekommen kann, seufz – sogar der ganze Kohl kam aus Italien oder Frankreich), und wir kamen auch schnell durch, weil wenig los war. Kurz vor dem Mittagessen ist eine gute Einkaufszeit. Leicht entsetzt, dass die Summe am Ende beträchtlich war. Vielleicht merken wir den Nahostkrieg und überhaupt die angespannte Lage und „Stimmung“ und Wirtschaft und blah so langsam doch am Geldbeutel, auch wenn wir unseren Strom teilweise selbst produzieren (die Balkon-PV läuft durch den Sonnenschein die letzten Tage wieder eifrig) und kein Auto haben. Aber die gestiegenen Energiepreise schlagen halt am Ende doch durch.
Daheim machte der Liebste uns ein paar gebratene Maultaschen (mit geschmälzten Zwiebeln und die letzten zehn Minuten mit ein paar Scheiben Vegü im Ofen überbacken). Gutes, wenn auch sehr fettiges Mittagessen. Danach Kaffee und ein Stück Zwetschgenkuchen vom Bäcker – sehr gut, nur ein bisschen irritierend, dass der Bäcker überhaupt Zwetschgen gehabt hatte, aber ich vermute mal eingefrorene Ware. Geht ja bei Zwetschgen gut.
Und damit war es nachmittags und wir hatten unser komplettes Pflichtprogramm (schreiben, duschen, putzen, einkaufen) schon erledigt und damit Zeit für SPASS. Der Liebste setzte das um, indem er für ein paar Stunden in der Garage verschwand, und ich holte mein Buch und ging auf den Lesesessel. Wo ich bis halb sechs blieb und das Buch komplett zu Ende las. Hihi.
Das Buch war wie schon erwähnt Mick Herrons zweiter Zoë Boehm-Band, The Last Voice You Hear. Nachdem die erste Hälfte sich ziemlich hingezogen hatte und in erster Linie den inneren Monolog und die Befindlichkeiten der Protagonistin beschrieb (gähn), wurde es mit einem Schlag in der Mitte plötzlich sehr spannend. Ordentlich Tempo in der Geschichte, ein paar lose Fäden wurden verknüpft und trieben die Handlung voran, und dass Sarah Tucker auch wieder auftaucht (ich hatte mich nach dem ersten Band gefragt, ob sie eine weitere Rolle spielen dürfte), hilft enorm, weil sich jetzt nicht mehr der größte Teil der Handlung im Kopf der Hauptfigur abspielt. Schlüssiges, befriedigendes Ende. Der dritte Band ist durchaus eine Option.
Als ich fertig war, ging ich den Liebsten in der Garage besuchen beziehungsweise (weil er dort mit Fräsen und Lärmen beschäftigt war) mit den Katern erst einmal eine Runde in den Garten, nach den Pflanzen schauen (Blausterne und Krokusse in voller Blüte, Schneeglöckchen quasi schon durch, und die Narzissen und Schlüsselblumen kriegen schon Knospen). Und Magi dabei zuschauen, wie er sein großes Geschäft verrichtete, und okay: Durchfall hat er auf jeden Fall nicht. Was erleichternd zu wissen ist. (Es bleibt als Tierhalter einfach nicht aus, dass man sich irgendwann unangenehm detailliert für die Hinterlassenschaften seiner Tiere zu interessieren beginnt.)
Dann war der Liebste fertig und zeigte mir sein Werk: Er hatte mir eine kleine Holzkiste gefräst, auf der mein großer, zentraler Bildschirm in meinem Arbeitszimmer stehen kann. Der Bildschirm muss erhöht stehen, erstens damit meine Blickrichtung geradeaus ist (meine Nackenmuskeln freuen sich) und zweitens damit mein Laptop noch drunter passt. Bisher hatte ich zwei Bände Metzler Lexika als Erhöhung benutzt (das Literaturlexikon und das Autorenlexikon), aber das ist ja keine dauerhafte Lösung, wenn man ein Lexikon als Nachschlagewerk benutzen möchte (oder sich zumindest die Option erhalten möchte, faktisch habe ich seit ein paar Jahren nicht mehr reingeschaut). Deshalb also: Kistchen. Das wurde noch verleimt und eingespannt und kam zum Trocknen auf die Werkbank, und wir gingen rein, begleitet vom Nasenkater (Magi blieb noch draußen).
Gemeinsames Kochen, begleitet von einem Iterol & Tonic (keine schlechte Mischung), und vierzig Minuten später hatten wir gebratenen Reis mit Spinat, Pilzen, Karotten, Nüssen und einer unfassbar scharfen Habanero (wir hatten richtig Probleme beim Atmen, während sie im Wok war). Später beim Essen aber genau richtig scharf, also wenn man scharf mag. Dazu ein Chicoréesalat, und das war ein hervorragendes Abendessen.
Ein bisschen Diskussionen mit Magi, der irgendwann zwar zu uns aufs Sofa kam, aber nur die Hälfte seiner Medikamente nehmen wollte, seufz, dann Abendunterhaltung QI, nachdem wir ein bisschen in der Mediathek herumgegrast und nichts gefunden hatten (ich habe eigentlich eine Ideenliste auf Trello, aber wir waren faul). Durchgehalten bis kurz nach zehn.