Gut und schlecht gelaunt, Sonntag 8.3.2026

Durchgeschlafen und um halb sieben (bei Dämmerlicht durch die Fensterläden <3) aufgewacht. Ein bisschen mit mir selbst diskutiert, um mich zu überzeugen, jetzt mal aufstehen zu müssen, bis mir einfiel, dass ja Sonntag war und ich keine Termine hatte, und wenn ich einfach noch eine halbe Stunde liegen bleiben wollte, dann durfte ich das total tun. Zumindest solang halt, bis mein Rücken oder mein Kopf oder beides weh zu tun begann. Das machte ich also bis sieben, ich Rebell, dann aufgestanden und Katzen- und Küchenrunde. Für den Tag tatsächlich mehr oder weniger keine Termine, nur ins Fitness wollte ich gern, ein bisschen Haushalt stand an, bei dem strahlend blauen Himmel wollten wir außerdem vielleicht etwas länger rausgehen. Und Wahlsonntag war natürlich auch. So gesehen dann doch einiges.

Erst einmal ruhiger Vormittag mit englischem Frühstück, ein bisschen schreiben, ein bisschen Internet leerlesen, ausführlicher Körperpflege. Und zwei Neuigkeiten: Einmal holte der Liebste das getrocknete und abgeschliffene Kistchen aus der Garage und wir platzierten es auf meinem Schreibtisch – sah gut aus, nur frage ich mich jetzt natürlich, ob der andere Bildschirm auch ein Kistchen braucht – und dann meldete ich mich bei Le Chat an, der KI von Mistral. Habe nämlich keinen Bock mehr auf ChatGPT.
Erster Eindruck: Extrem schnell (liegt aber eventuell auch daran, dass er bei mir noch wenig Daten zu verarbeiten hat), und mit dem gleichen nervigen Verhalten, jeden Dialog mit einer Anschlussfrage zu beenden. Ansonsten: Ich fragte, da ich noch eine Packung da habe, ob die Zubereitung im Papierfilter für Oolong-Tees empfohlen wird oder was er stattdessen empfehlen würde. Die Antwort war nur so halb überraschend: Teefilter sind nicht optimal, am besten wäre eine Gaiwan-Tasse oder die Zubereitung lose in der vorgewärmten Kanne. Als Alternative auch okay: Die Blätter in den tönernen Kanneneinsatz geben. Und da meine Kanne solch einen Einsatz hat, machte ich dann genau das (allerdings nicht mit Oolong, sondern dem Gyokuro).

Um zwölf gingen wir aus dem Haus, der Liebste für eine Stunde in den Bastelverein und ich ins Fitness. Gutes Training: Es war nicht zu voll (die Trainingszeit kann ich mir für den Sonntag merken), und ich kam ausgesprochen gut durch die Geräte durch. Podcasthören klappte auch. Ich habe in diesem Zyklus noch einen Termin (…angefangen habe ich ihn am 29.12., oh well), und danach wäre die Überlegung, ob ich mein Trainingsprogramm wechsle und vom Allgemein-Programm auf spezifischen Muskelaufbau gehe. Traue mich nicht so richtig, weil ich mich noch gar nicht so sehr fit fühle, aber andererseits muss ich es vielleicht einfach mal machen.

Am Nachmittag war dann die Stimmung nicht so gut. Der Liebste hatte im Bastelverein eine kaputte Maschine entdeckt und zwar repariert, ärgerte sich allerdings ziemlich, weil die Maschine durch falsche Anwendung kaputt gemacht worden war. Außerdem hatte er Kopfweh und war müde und gestresst und überhaupt. Unseren Plan, eine längere Runde in die Stadt zu machen, verwarfen wir deshalb ziemlich schnell (obwohl es warm genug gewesen wäre – ich war in der grünen Jacke unterwegs, die rote war schon zu viel).
Stattdessen Mittagessen (restlicher gebratener Reis, nicht mehr so scharf), dann ging ich wählen, in erster Linie weil ich unruhig war und diesen Termin erledigt haben wollte (der Liebste verzog sich in seinem Arbeitszimmer und ging zwei Stunden später). Interessanterweise traf ich beim Wählen eine ehemalige Klassenkameradin von mir, die dort als Wahlhelferin mitmachte.

Restlicher Nachmittag: Wäschewaschen. Etwas unbefriedigend, nicht nur, weil irgendwie so viel Wäsche da war, dass ich nicht alles waschen konnte, sondern auch, weil ich ein paar Handtücher mehrmals waschen musste: Eines schien so schmutzig gewesen zu sein, dass es die anderen in der Maschine verdreckt hatte, und das war dann beim ersten Waschen nicht rausgegangen. Keine Ahnung, was das war (wollte ich vielleicht gar nicht so genau wissen). Es half auch nicht, dass der Liebste Flecken auf seinem Bettbezug entdeckte und deshalb das Bett außer der Reihe abziehen musste (naja, ehrlich gesagt wäre es sowieso recht bald wieder dran gewesen), und natürlich kotzte der Nasenkater auf eine Sofadecke, während ich noch am Waschen war. Diese Katzen machen so viel Dreck, dass man mit dem Waschen quasi nicht hinterher kommt.

Das war es mit Haushalt. Ich fing noch etwas halbherzig einen Wochenplan für die kommende Woche an und telefonierte dann eine Stunde lang mit S in Berlin, bis ich abbrechen musste, weil sonst das Abendessen zu spät geworden wäre. Schon länger nicht mehr telefoniert, die Stunde reichte dementsprechend nicht für alles, und wir versprachen uns, nicht so lang zu warten bis zum nächsten Mal. Es kommt uns halt nur immer wieder das Leben dazwischen.

Da der Liebste immer noch schlecht gelaunt war und außerdem Kopfweh hatte, übernahm ich das Kochen allein und machte uns aus Belugalinsen, Kartoffeln, Blumenkohl und Spinat ein Thai Curry. Gut, nur etwas in den Portionen verschätzt, es blieb einiges übrig. Nun ja.
Während des Kochens hatte ich schon auf die Hochrechnungen geschielt, und beim Essen schauten wir dann die Nachrichten. Das hob die Laune beim Liebsten ein bisschen, bei mir aber nicht so richtig: Klar, Glückwunsch an die Grünen, dass sie die Wahl gewonnen haben, aber grün-schwarz hatten wir jetzt 1seit 5 Jahren, und das sagt halt auch viel über die Grünen hier im Land aus. Und die AfD verdoppelt, die SPD halbiert, die Linken ganz rausgeflogen? Für mich keine guten Nachrichten aus dieser Wahl. Dementsprechend missgestimmt hakte ich den Abend ab und ging nach oben. Bisschen schade, denn eigentlich war es ein gutes Wochenende gewesen. Aber irgendwie zu viele Baustellen, zu viele Stimmungskiller. Da hilft die Sonne auch nicht mehr weiter.