Abschließen und aufmachen, Freitag 10.4.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch / Whiskey

Erstaunlich gut geschlafen mit nur einmal kurz Aufwachen. Temperatur okay aufgrund gekippten Fensters, keine Magi-Störversuche aufgrund geschlossener Schlafzimmertür. (Es tut mir ja schon ein bisschen leid, dass wir ihn ausschließen müssen, aber ich sehe halt echt die Alternative nicht.) Trotzdem natürlich müde am Morgen, klar, so schnell gleicht sich das ja auch nicht aus. Der Liebste hatte die Kater schon versorgt, gemeinsame Küchenrunde und Müsli, während wir etwas missmutig auf das Regenwetter vor dem Fenster schauten. Es war mir gar nicht klar, dass ein Wetterumschwung vorhergesagt ist, oder vielleicht auch nur ein kleines Zwischentief – wie auch immer. Die Wettervorhersage ist auf jeden Fall recht unzuverlässig im Moment. Dann Tee, Schreiben, Müsli, ich schaute mir ein paar Bilder aus Barcelona an, wo S aktuell urlaubt. Sieht sehr schön aus alles (und warm).

Recht entspannte Morgenroutine, der Liebste ging um acht, ich warf noch einen Blick in Zeitung und Internet, kochte mir eine Kanne Bancha (Bancha und Kabusé lassen sich gut schwimmend direkt in der Kanne aufgießen, wobei der Bancha irgendwann bitter wird – zum Glück trinke ich den Tee schnell), ging ins Bad und war um neun am Schreibtisch. Nahm mir sogar eine Viertelstunde, um ein bisschen Rückenyoga zu machen (acht Bewegungen der Wirbelsäule), was eine sehr gute Idee war.
Ein Blick in die Mails, ein paar Sachen beantwortet, und ab halb zehn dann die Weiterbildung. In dieser Runde kamen zwei Themen dran, die ich durch Studium und Berufserfahrung nun schon sehr gut kenne. Aber vor allem eine der beiden Dozentinnen (die ab jetzt leider nicht mehr dabei sein wird) hat so einen großen Erfahrungsschatz und brachte so viele extra Informationen, dass ich immer noch richtig davon profitierte. Erst so gegen Ende wurde es für mich ein bisschen zu sehr „Anfängerniveau“ (das war auch ein bisschen der Tatsache geschuldet, dass ein Thema drankam, dass ich als Prüfungsthema im Studium hatte und deshalb sehr gut kenne).

Mittagspause um halb zwei (bisschen Haushaltszeug, restliche Nudeln mit Pesto, Katzenbespaßung – der Regen hatte aufgehört, aber es war immer noch grau und feucht und sie wollten nicht raus), nachmittags weiter im Text (mit einer Kanne Kräutertee bewaffnet), und pünktlich um halb fünf waren wir fertig. Noch ein bisschen kommunikatives Zeug, dann hatte ich eine Stunde Unterricht, der allerletzte Termin Prüfungsvorbereitung (für diese Prüfung). Es fühlte sich recht komisch an, so intensiv selbst „unterrichtet“ zu werden und direkt anschließend die Seiten zu wechseln. War aber ein guter letzter Kurstermin. Ein kleines bisschen Nachbereitung, und um sechs war ich endgültig fertig. War auch gut so, Konzentration hatte ich nämlich keine mehr.

Der Liebste war schon daheim und zeigte mir sein neuestes Spielzeug, das er bestellt hatte: eine Wärmebildkamera (aus diversen Blaulichtdokus bekannt, aber nicht ganz so fancy wie die Geräte, die die Feuerwehr benutzt). Ich probierte gleich mal ein bisschen rum: Der Liebste 32° (Oberflächentemperatur), die Decke 22°, die Glasscheibe (irgendwann nachmittags war die Sonne rausgekommen) 24°, der Nasenkater 37°, Magi 29°, aber nur, weil er frontal auf die Kamera zulief (sodass die zu erfassende Fläche zu klein war) und dann keine Lust mehr hatte und verschwand. (Ist auch gut so, mit 29° wäre er quasi schon kurz vor tot.)

Gegen sieben gingen wir aus dem Haus zur Datumsnacht, unabgesprochen hatten wir beide Lust auf das Asian Fusion Restaurant. (Es ist wirklich erstaunlich, wie häufig wir ziemlich exakt Lust auf das Gleiche haben.) Dort einerseits ein schöner Abend mit gutem Essen (Edamame, gebratene Udon, ein alkoholfreies Weizen), andererseits hatten wir ein etwas anstrengendes Thema zu besprechen. Was völlig okay war und wichtig durchzusprechen (…ich sage nur Familie, wenn an einer Ecke Ruhe ist, kommt an der nächsten Ecke eine neue Baustelle), aber es war dadurch natürlich nicht die völlig leichte und gelöste Atmosphäre, die man sich vielleicht wünscht. War aber gut, dass wir uns die Zeit genommen hatten.
Daheim dann zur Entspannung noch eine Runde aufs Sofa und etwas Blaulichtcontent (ich habe eine neue Feuerwehrdoku entdeckt). Und weil Wochenende war, auch wenn ich noch einen dritten Tag Weiterbildung vor mir habe, und überhaupt weil wir das schon soooo lange nicht mehr gemacht hatten, schenkten wir uns einen Fingerbreit schottischen Single Malt ein. Und zwar den zwölfjährigen Royal Lochnagar, den wir im Sommer 2023 gekauft, aber noch nicht geöffnet hatten. (Wir haben da noch so zwei oder drei andere Flaschen im Schrank stehen.) Ein sehr guter, ganz weicher, geschmacklich vielschichtiger Whisky. Auch knapp zwei Jahre später noch eine gute Wahl.