Rhabarber und lesen, Samstag 4.7.2026

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Nachts mehrfach wach geworden, weil mir unter der weißen Wolldecke etwas zu warm war – nach Wechsel auf die dickere Decke dann aber schnell viel zu heiß. Nerv. Ich nahm mir irgendwann die zweite, gelbe Wolldecke (beides eigentlich Yogadecken) und schlief damit dann noch ganz okay (mal abgesehen von blöden Träumen) bis zwanzig nach sieben.
Beim Aufstehen sah ich den Liebsten im Garten, wie er den Katern auf dem Schattendeck erst ihre Medikamente gab, dann Magi von Kletten befreite, dann beiden ihr Futter nach draußen trug, diese Honks. Ausgesprochen schöner Blick in den zwar trockenen, aber trotzdem sehr sommerlich und vor allem wieder frisch gestutzten und gejäteten Garten. Von „aufgeräumt“ kann man allerdings trotzdem nicht sprechen, aber das soll ja auch gar nicht so sein.

Gemütliche Morgenroutine, ich machte uns ein Müsli und räumte ein bisschen auf, die Sauger fuhren oben und unten. Nur leicht genervt von meinen juckenden Augen – das Gras ist doch längst verblüht und gemäht? Nun ja. Beruhigte sich aber alles recht bald.
Überhaupt ruhiger Vormittag. Nach Frühstück und ein bisschen schreiben las ich ausführlich das Internet leer, dazu ein Blick in die Zeitung und viel Tee und Kaffee. Irgendwann ging ich nach oben und putzte das obere Stockwerk, ging dann duschen, und dann war es schon eins und der halbe Tag vorbei. War aber sehr okay.

Zum Mittagessen machte der Liebste uns einen Gurkensalat und briet außerdem zwei Seitanchicken-Schnitzel an und dazu eine (selbst geerntete! Freue mich sehr) Zucchini. Schnelles, gutes Essen. Direkt danach zum großen Wocheneinkauf, bei wirklich angenehmen Temperaturen (um die 27 Grad, leichte Brise, so kann es die nächsten Wochen weitergehen).

Daheim Zeugs verräumt, und dann setzte ich ein dringendes Vorhaben um und holte den seit Ewigkeiten lagernden Rhabarber aus dem Kühlschrank. (…ist ja ein Frühlingsgewächs, und jetzt haben wir Juli, harhar.) Ein bisschen in diversen Kochbüchern gegraben: Irgendwie hatte ich im Kopf, wir hätten „überhaupt gar kein g’scheites Rhabarberkuchenrezept“, aber ich fand quasi auf Anhieb sechs oder sieben. Ich nahm ein ganz klassisches zur Hand, mit Mürbteig und Streuseln, zog mich in die Küche zurück, und nach etwas Zusammenrühren und 35 Minuten im Ofen (kleine Form, ging deshalb schnell) hatten wir einen wunderbaren Kuchen. Dafür, dass das echt fix und unkompliziert ging, weiß ich gar nicht, warum ich es wochenlang vor mir hergeschoben habe. (…außer halt dass ich die letzten Wochen NUR gearbeitet habe und kaum wusste, wo mir der Kopf stand. Das könnte eine Erklärung sein.)

Mittlerweile war es kurz vor vier und ich ging mit einer Flasche Schwarzbier und meinem aufgeladenen Tablet aufs Schattendeck, von beiden Katern beäugt (sie tolerierten mich aber auf dem Deck Chair). Dort ein neues Buch angefangen (wieder einen Jennerwein-Krimi) und die nächsten drei Stunden gelesen (ich hatte die Sorge, dass es mit dem Tablet doof werden könnte, aber solang man im Schatten bleibt, kann man auch draußen gut damit lesen). Das ist genau die Entspannung, die ich gebraucht habe – ich bin SO froh, dass ich nach der stressigen Zeit nicht mit einer Anschluss-Erkältung reagiert habe, sondern gesund bin.

Um sieben ging ich wieder rein und aktivierte den Liebsten, der die Kater versorgte und dann mit mir das Abendessen machte. Das Rezept aus dem neuen VF&L nannte sich „Mushroom Moussaka“, aber von einer Moussaka hatte es nicht so richtig viel. Eher eine Art „Lasagne“, nur dass die Lasagneblätter aus längs geschnittenen Auberginenscheiben bestanden. Diese wurden geschichtet und mit abwechselnd Béchamelsauce und einer Tomaten-Pilzsauce übergossen (die klein gehackten Pilze sollten vermutlich das „Hack“ ersetzen oder so). Als Abschluss einmal Béchamel, das reichte (mit genug Hefeflocken) zum Überbacken. Dann 45 Minuten in den Ofen (…wo es nicht mehr so wahnsinnig heiß ist, kann man ja zweimal am Tag den Ofen benutzen), und am Ende war das ein schönes, mediterran angehauchtes Sommergericht. Wie auch immer man es nennt.

Nachtisch Rhabarberkuchen (gut geworden), und dann den restliche Abend durchs Stargate, und um halb elf nach oben und noch ein bisschen lesen. Ziemlich tiefenentspannt.