Gekränkel und Buchempfehlung, Montag-Mittwoch 19.-21.1.2026

  • Beitrags-Kategorie:Lesen / Tagebuch

Am Montag hatte ich mir ja eigentlich ein Überstundenfrei eingetragen, so von wegen Jetlag ausgleichen und richtig ankommen und so. Aber schon am Sonntag war mir ziemlich klar, dass das so bald mit Arbeiten nichts werden würde. Zwar nicht schlecht geschlafen (von halb acht abends bis mehr oder weniger sechs Uhr morgens, ich hatte halt auch ein echtes Defizit), aber beim Aufwachen war ich komplett heiser und so weiter. Mäh.

Erst einmal Frühstück (der Liebste musste früh los, ich machte mir ein Müsli (endlich wieder!!) selbst) und eine Kanne grünen Tee, dann rief ich beim Hausarzt an. Zu meiner Überraschung kam eine Bandansage, bei der auf eine Webseite verwiesen wurde, die es letztes Jahr sicher noch nicht gegeben hatte. Ich schaute auf der besagten Webseite nach: Ab jetzt auch Online-Termine möglich, und zwar ohne Doctolib oder sonstige Datenkraken, sondern im Eigenbau. Das fand ich ja mal eine sinnvolle Neuerung. Der Grund dafür wurde auch schnell klar: Mein Hausarzt, bis jetzt Praxiseigentümer und Chef, hatte die Praxis an eine Nachfolgerin (bis jetzt angestellte Ärztin von ihm) übergeben und arbeitete selbst „nur noch“ als angestellter Arzt. Vermutlich so eine Art erster Schritt zur Altersteilzeit und Rente. Fand ich sehr schlau.

Wie auch immer, den Termin für den Vormittag machte ich trotzdem telefonisch aus. Duschen, in der Firma Bescheid sagen, OOO und Autoresponder anpassen, und dann ging ich los und verbrachte den restlichen Vormittag in der Praxis. Extrem viel los, ich wartete bestimmt anderthalb Stunden, oh well, und kam mit einer Krankschreibung für drei Tage wieder nach Hause.

Daheim Mittagspause mit restlichem Orzo-Auflauf, der Liebste war mittlerweile auch wieder daheim. Kleine Ruhepause, dann sortierte ich ein bisschen Wäsche und ließ die Maschine dreimal laufen: Damit waren meine kompletten Indien-Kleider schon wieder gewaschen. Weil ich gerade dabei war, putzte ich noch ein bisschen das Bad.

Das war es dann aber mit Aktivitäten, den restlichen Tag verbrachte ich mit Buch auf dem Sofa. Am Abend mit dem Liebsten (der ein bisschen Schnupfen hatte und generell leicht angestrengt war) gemeinsames Kochen, ein Eintopf mit Weißkraut, Schwarzaugenbohnen und Kartoffeln. Die Bohnen standen auf unserer Aufbrauchliste, die der Liebste übrigens in meiner Abwesenheit tapfer weiter bearbeitet hatte: Es stehen 27 Sachen auf der Liste, Zielsetzung ist also 18 (zwei Drittel), und davon waren schon zehn weg. Mit den Bohnen jetzt elf.
Gutes Essen auf jeden Fall, noch etwas lesen und um halb acht wieder ins Bett, was zwar zu früh ist (man sollte ja gegen den Jetlag anarbeiten), aber ich halt auch krank.

Am Dienstag demensprechend nicht viel gemacht. Beim Aufwachen fühlte ich mich immer noch ziemlich malade, deshalb nach dem Frühstück (Brot mit Marmelade) Rückzug aufs Sofa, wo ich mehr oder weniger blieb, sehr viel las, Tee trank, ab und zu die Augen zu machte. Mittags restlicher Bohneneintopf und etwas Zeitungsrätsel mit dem Mann, der vormittags von daheim gearbeitet hatte, aber nachmittags ins Büro musste. Ein kleines bisschen in der Bude herumgeputzt (Küche, außerdem die Badezimmerteppiche ausgetauscht und den Duschvorhang gewaschen), aber das war es schon.

Etwas traurig war ich den Tag über. Nicht nur wegen krank und Winterdunkelheit und überhaupt, sondern auch weil sich der Tod von Freund D in diesen Tagen das erste Mal gejährt hat. Ich kann kaum glauben, dass das schon ein Jahr her ist. Fühlt sich immer noch auf eine schlimme Art und Weise surreal an.

Abends so eine Art Mac’n’Cheese mit Spirelli und Räuchertofu zum Abendessen (wir haben noch ein paar Packungen von dem Raclette-Vegü), danach ein wunderbarer Schokopudding, den der Liebste morgens gekocht hatte. Natürlich nur, weil die Packung auf der Liste stand, haha. Abendunterhaltung war lesen, und ich schaffte es bis neun wach zu bleiben, bevor ich das Licht ausmachte.

Am Mittwoch fühlte ich mich morgens kränker als am Dienstag, was mich erstens reichlich nervte, und zweitens dazu führte, dass ich tatsächlich am Vormittag eine Ibuprofen nahm. Was eine gute Idee war, dadurch lösten sich einige der Verkrampfungen, das Kopfweh ging zurück und ich konnte nach dem Frühstück (Brot mit Schokocreme, auf Wunsch des Liebsten) noch einmal zwei Stunden auf dem Sofa schlafen. Danach fühlte ich mich deutlich besser.

Den restlichen Tag verbrachte ich mehr oder weniger mit lesen, nur mittags von den restlichen Mac’n’Cheese und danach von einer heißen Dusche unterbrochen. Zum Buch gleich mehr.
Nachmittags schaute ich einmal in meine Mails und Teams-Nachrichten, um festzustellen, ob irgendwo etwas anbrannte. Ein bisschen Nachrichten mit dem Vertretungskollegen ausgetauscht, es sah alles okay aus, aber ich entschied trotzdem, meine Krankschreibung nicht zu verlängern, sondern mit Home Office wieder ins Arbeiten einzusteigen.

Abends mit dem Liebsten gemeinsames Kochen, ein Sojageschnetzeltes mit Pilzen in Rahmsauce, dazu Kartoffelbrei (der Liebste hat für die Woche den Wochenplan gemacht und jede Menge Comfort Food eingeplant). Und dann ein bisschen Schreiben, ich wollte den Blog auf den neuesten Stand bringen und kriegte das auch hin. Ins Bett um halb zehn und damit quasi schon wieder zu einer normalen Uhrzeit.

Buch: Ich hatte mir vor Indien noch das neueste Buch von Michael Butter bestellt, die Alarmierten – was Verschwörungstheorien anrichten, und das hatte ich direkt am Montag begonnen zu lesen. Irgendwann mit Stift in der Hand zum Unterstreichen, was ich eigentlich nur noch sehr selten mache. Und ein paar der Kapitel las ich dann direkt noch ein zweites Mal, einfach um mir die Argumentationskette zu vergegenwärtigen und die Querbezüge zu den anderen Kapiteln klar zu haben. Ein sehr lohnenswertes Buch, nicht nur weil Butter der Top-Experte zum Thema Verschwörungstheorien ist (der, man kann es nicht genug betonen, zu dem Thema wissenschaftlich forscht, anstatt journalistisch-betroffen rumzulabern wie so viele, viele andere, die in den letzten Jahren dazu veröffentlicht haben), sondern auch, weil es so aktuell ist (Stand Juni 2025) und dementsprechend Entwicklungen in Deutschland (Querdenker, Reichsbürger und ähnliches) und in den USA betrachtet und einordnet. Mir wurden einige Fragen beantwortet, die ich in den letzten Monaten gehabt hatte. Flüssig lesbar ist es auch, ausgesprochen zugänglich (wenn es auch vermutlich hilft, sein erstes Buch – Nichts ist, wie es scheint – gelesen zu haben, aber zwingend notwendig ist es nicht), und damit eine echte Leseempfehlung. Für irgendwie jeden eigentlich. Außer man wohnt unter einem Stein oder so.