Erstmal Blick aufs Internet im Haus nach dem Aufwachen (um zwanzig nach sechs mit Weckerlicht): Ja, ist immer noch da. Das bedeutete für mich etwas weniger Stress, weil ich am Morgen nicht ins Büro musste, und insgesamt einen hoffentlich ruhigen Heimarbeitstag. Erst einmal Katzenmaintenance (beide Kater warteten unten, vermutlich weil das Katzenklo oben ausführlich benutzt worden war und sie auf den Geruch so wenig Lust hatten wie ich) und detaillierte Küchen- und Aufräumrunde, dann machte ich mir ein Müsli und freute mich darüber, dass das Wochenende greifbar nah war. Und der Liebste am Abend wieder kommen würde.
Ein bisschen schreiben, dann Dusche und pünktlich um neun am Schreibtisch. (Also mehr oder weniger, um ganz genau zu sein hatte ich um halb neun schon den ersten Schwung Mails und Chatnachrichten gelesen und beantwortet und war dann um zehn nach neun „ganz“ richtig am Schreibtisch. Aber egal.)
So halb hatte ich am Morgen einen Einzelunterricht ausgemacht, die Teilnehmerin hatte mir den Termin allerdings nicht bestätigt und erschien auch nicht im Onlinemeeting (vermutlich immer noch krank, wie so viele, es geht gerade wieder viel rum). Ich hatte auch sonst keine Termine und deshalb einen ausgesprochen ruhigen Vormittag. Viel administrativer Kram, den ich Schritt für Schritt abarbeiten konnte, dann ein bisschen Unterrichtsvorbereitung für die kommende Woche, alles begleitet von einer Kanne grünem Tee. (Immer noch reichlich vom Adventskalender übrig.) Und da ich ja, wie am Donnerstag festgestellt, im Januar sowieso schon zu viel gearbeitet hatte und meine Inbox und Erlediliste gut aussahen, machte ich um ein Uhr dann einfach entspannt Feierabend. SO GUT!!
Mittagessen mit dem restlichen Thai Curry, dann mit einer zweiten Kanne (die Tees eignen sich ja größtenteils hervorragend für einen zweiten Aufguss) aufs Sofa. Ganz kurz der Impuls, ich müsse den freien Nachmittag jetzt für irgendetwas „sinnvoll nutzen“ und „produktiv sein“ und überhaupt, aber das ignorierte ich tapfer und holte mir stattdessen meinen Laptop. Und las die nächsten drei Stunden, begleitet von zwei schnurrenden Katern, das komplette Internet leer. Nebenher noch ein bisschen gegoogelt (sorry: gestartpaget), was ich für den Linux-Umstieg so brauche (Schritt 1: Datensicherung, Schritt 2: einen bootfähigen USB-Stick, der Rest sollte dann recht einfach sein, harhar – famous last words) und ansonsten halt eifrig herumgeklickt. Begleitet von dem neuen Album von Christian alias jawl, dessen Blog ich ja gern lese und dessen Musik (ohne Gesang, was meinem unkonzentrierten Kopf ausgesprochen gut tat) prima in den ruhigen Nachmittag passte.
Um kurz nach halb fünf Yogasachen zusammengepackt und los zum Kurs. Ich war recht gespannt, wie ich mit dem Üben zurechtkäme, nachdem der Mittwochskurs so anstrengend war (und nachdem mir meine linke Achillessehne seit ein paar Tagen wieder richtig scharf weh tut), aber es ging erstaunlich gut. Klar anstrengend, ich wurde an manchen Stellen ziemlich kurzatmig (die letzten Erkältungsreste sind halt immer noch da), aber alle Positionen klappten schmerzfrei. Sogar ein wirklich ordentliches Kuhgesicht. Freute mich sehr.
Im Regen heim ins dunkle Haus, aber das machte mir gar nichts aus, denn der Liebste hatte mir währenddessen geschrieben: Er saß schon im Zug nach Hause. (Mit wieder mächtig Bahnchaos und fehlenden Informationen – es fielen drei aufeinanderfolgende ICEs aus und wenn er sich an die Bahnanzeige in der App gehalten hätte, wäre er spät am Abend erst daheim gewesen. Zum Glück kennt er sich um Heidelberg und Mannheim aber aus und nahm einfach eine S-Bahn und von Mannheim aus einen nicht angezeigten Zug. Das erfuhr ich aber alles erst später, als er wieder da war.)
Daheim Nudeln gekocht und von einer aufgetauten Bolognesesauce eine Portion für mich abgezweigt, außerdem die Kater versorgt, und dann war es schon halb neun und ich ging zum Bahnhof. Um dort den angestrengten, müden, leicht genervten Mann abzuholen und endlich aus der Warteposition in ein stressfreies Wochenende zu zweit abzugleiten.
Daheim erst einmal ein Feierabendbier und ein bisschen Erzählen von der Woche (viel intensiver Input für den Liebsten, aber der Kolleg:innenaustausch war prima und Heidelberg ist hübsch, und außerdem hat sich die Bahn wegen des Koffers gemeldet – aber nur mit der Nachricht, dass er bis jetzt noch nicht aufgetaucht ist, mäh), dann noch ein wenig Blaulichtquatsch zum Runterkommen. (Es gibt doch nichts Entspannenderes als die Unfälle anderer Leute.) Deutlich nach elf und damit für uns alte Leute quasi mitten in der Nacht ins Bett.