Um vier aufgewacht, lang wachgelegen, im Kreis herumgedacht, irgendwann die gekippten Fenster zugemacht, eingeschlafen, morgens vom Weckerpiepen aus dem Tiefschlaf gerissen worden und völlig zermatscht aufgestanden. Ich will ja nicht unken, dass damit der Ton für den Tag gesetzt war, aber doof war es halt schon. Relativ typische Nacht auf Montag, oh well.
Der Liebste war schon wach und hatte Kater und Küche größtenteils übernommen, ich räumte nur Magi etwas hinterher, gab ihm ein zweites Mal Futter (worauf er mich verständnislos ansah und in den Garten latschte) und verlas ungefähr die Hälfte der Haferkörner, damit wir ein Müsli machen konnten. War quasi gar nichts an Fremdkörpern drin und ich dachte schon, hätte man auch so nehmen können, bis mir zwei Steinchen (!) unterkamen, die ich weder in der Flockenquetsche noch im Essen hätte haben wollen. Schon besser mit dem Verlesen.
Müsli zum Frühstück, dann ging der Liebste aus dem Haus und ich ausführlich unter die Dusche. Letzter Blick aus dem Fenster: beide Kater auf dem Schattendeck. Um Viertel nach neun war ich am Schreibtisch.
Relativ unspektakulärer Vormittag: Ich hatte eine Stunde Unterricht und beschäftigte mich den restlichen Vormittag damit, den Unterricht nachzubereiten, eine relativ große Menge an Mails zu beantworten und noch so ein bisschen administratives Gedöns zu erledigen (Datensicherung, Rechnungen schreiben, so was). Zwischendrin eine zweite und dritte Tasse Tee gekocht und dabei blöderweise meine kleine Sanduhr auf den Boden fallen lassen. Die Sanduhr habe ich vor langer, langer Zeit irgendwo (ich glaube, in so einem Spielzeugladen mit so Holz-Ökospielzeug) mal gekauft, eigentlich zeigt sie die Zeit zum Zähneputzen an. Abgemessen waren das genau 1.56 min, das war absolut perfekt für meinen grünen Tee. Aber jetzt halt: Futsch, denn das Glas hielt den Sturz nicht aus. SO blöd.
(Aber immerhin gut: Der Akkusauger saugte Sand und Scherben klaglos weg, und das ist schon bequemer als mit dem alten, sperrigen Sauger.)
Mittagspause um Viertel vor eins mit ein bisschen Tidal-Musikuntermalung (unter anderem hörte ich mir das neueste Album von Ringo Starr an – ich sag mal, es hat schon seinen Grund, warum die vier Beatles eigentlich nur als Band richtig große Musik erschaffen haben und man die Solosachen eher vergessen kann) und dem restlichen Tikka Masala. (Immer noch ein bisschen zu sauer für mich.) Dazu ein paar Seiten im Buch, einmal kurz in den Garten geschaut (Biomüll leeren, nach den Katzen suchen – der Nasenkater war da, Magi ließ sich nicht blicken) und um kurz nach halb zwei schließlich aus dem Haus und ins Büro. Beim letzten Blick aus dem Fenster sah ich Magi dann wenigstens wieder auf dem Schattendeck liegen.
Es war ein sehr sonniger Tag, aber im Schatten war die Luft schon frisch, sodass ich mich mit orangefarbenem Baumwollpulli und ohne Jacke ganz okay angezogen fühlte. Natürlich kamen mir im Büro mehrere Kolleg:innen mit kurzärmligen oder sogar ärmellosen Shirts entgegen, aber nun ja. Ich bin durchaus dran gewöhnt, dass ich mich in einer anderen Temperaturzone aufhalte als andere Leute.
Der Nachmittag ging recht schnell vorbei mit einem längeren QM-Meeting (Thema Datensicherheit), aus dem mir dann mehrere weitere Aufgaben erwuchsen, die ich direkt im Anschluss erledigte, und dann war es kurz nach sechs und der Tag vorbei. Noch ein letzter Blick in die Räume für den nächsten Tag, dann ging ich heim.
Daheim erst einmal Blick zu den Katern, die BEIDE nicht da waren. Ich suchte Garten, Kohleweg und Nachbarschaft ab und fand sie schließlich bei der Junge-Menschen-WG (meiner ehemaligen WG, aber das wissen die Katzen nicht, und ich kenne auch keinen mehr da) auf der Terrasse. Diese Vollhonks! Magi kam mir laut schreiend (klarer Protest, wie KONNTE ich nur weg sein??) entgegen, der Kater eifrig hinterher, beide ins Haus, wo sie sich ihre Medikamente geben ließen. Dann wieder draußen und aufs Schattendeck, erst später kamen sie wieder rein und zu uns, als wir auf dem Sofa waren. Das wird noch ein Drama diesen Sommer.
Der Liebste kam kurz nach mehr, genau richtig zum gemeinsamen Kochen. Wir hatten ein bisschen Comfort Food geplant, klassisches englisches Pub Food, nämlich Bangers and Mash and Mushy Peas (Würstchen, Taifuntofuwürstchen in unserem Fall, mit Kartoffelbrei und Erbsen und einer schönen Gravy dazu). Sehr gutes Essen, nur dass uns irgendwann zwischendrin einfiel, dass uns vor ein paar Monaten ja unser Kartoffelstampfer kaputtgegangen war. Aber glücklicherweise wohnen wir ja in der Nachbarschaft eines Supermarkts. Ich ging also einen kaufen (vier zur Auswahl, war prompt leicht überfordert, aber zwei hatten das Stampf-Teil aus Hartplastik und einer hatte so eine merkwürdige Feder-Konstruktion, die kein Mensch braucht), der Liebste machte den Kartoffelbrei fertig und wir hatten ein wirklich SEHR gutes Essen. Nachtisch hatten wir auch, weil ich aus dem Supermarkt spontan noch einen Nussstriezel mitgebracht hatte. Danach sehr satt.
Restlicher Abend war der gepflegten Feuerwehrdoku gewidmet, mit Katergesellschaft, und ich hielt sogar durch bis kurz vor zehn und ging dann nach oben. Dort noch ein paar Takte Asterix. Das verzögert zwar, dass ich das Buch fertig bekomme, aber es ist halt keine so gute Idee, so düstere Sachen direkt vor dem Einschlafen zu lesen. (So spannend Lyneham auch ist.) Steigert meine Schlafqualität tendenziell eher nicht.