Gartenzeit, Sonntag 26.4.2026

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ENDLICH mal ausgeschlafen und um kurz nach halb sieben (!!) aufgewacht. Lol. Aber ich war wach und fühlte mich schön erfrischt, und dass der Liebste kurz vor mir wach, schon Kater (beide gut gefressen) und Küche und Teekochen übernommen hatte, war auch recht angenehm. Also ein ruhiger Morgen vor uns, mit einem Englischen Frühstück und dann hoffentlich ein Lese- und Gartentag: Draußen wieder kein Wölkchen am Himmel und zwar noch richtig kalt, aber es versprach warm zu werden. Deshalb Dachterrasse, Balkon, untere Terrasse, es gab ein paar Ecken „gemütlich“ zu machen.

Erst einmal aber ein bisschen am Esstisch, eben Frühstück, bisschen Schreiben, Internet leerlesen, ein bisschen in der Wohnung herumkramen, duschen, das April-Heft Vegan Food & Living durchlesen und einen Wochenplan machen, und dann war es plötzlich halb zwölf und Zeit fürs Fitness. Nur in der grauen Mexikojacke und in einer Cargohose unterwegs, Jacke brauchte man definitiv keine (ungefähr 20 Grad).

Es war recht wenig los und ich kam gut durch, war aber trotzdem etwas angestrengt, nicht nur weil es halt immer noch ein wirklich heftiges Programm ist, sondern auch weil da zwei Möchtegern-Sportler unterwegs waren, die die Geräte nicht in der logischen Reihenfolge benutzten (es gibt eigentlich so eine Art Zirkeltraining, bei dem die Trainingsphasen durch Farben markiert sind und alle in der mehr oder weniger gleichen Reihenfolge und in der gleichen Zeit die Geräte wechseln), sondern vogelwild hin- und hersprangen und sich teilweise den anderen direkt vor die Nase setzten und ihnen ihr Gerät wegschnappten. Echte Volldeppen, und vor allem deshalb unnötig, weil es ja genug Platz gab und man problemlos an freie Geräte hätte gehen können. Zum Glück in diesem Studio eher untypisch. Ich hoffe mal, die kommen nicht so oft.

Daheim gleich Mittagessen mit dem Liebsten, restliches Pastítsios (zwei Portionen froren wir ein), danach ein Mokka und die letzte Packung indisches Nutty Munch. Ich sortierte noch die Wäsche und beschäftigte mich bis zum Abend mit waschen-aufhängen-bügeln. Da der größte Teil davon ja aber ohne meine Beteiligung stattfand, hatte ich den Nachmittag für Gartenarbeit. Genauer gesagt: Der Liebste ging in den Garten, ich auf die Dachterrasse.
Superwarmes T-Shirt-Wetter, auf den heißen Dachterrassenplatten sowieso. Ich hatte damit gerechnet, so eine halbe Stunde oben zu sein und „mal schnell“ die „paar Pflanzen“ einzutopfen, aber am Ende war ich den kompletten Nachmittag beschäftigt. Kein Wunder: Der Liebste hatte uns vier Zucchinipflanzen, sechs Peperonipflanzen und sechzehn (SECHZEHN!) Tomatenpflanzen aus dem Gartenmarkt geholt. Das bescherte uns ein gewisses Platzproblem, denn im Hochbeet auf dem Balkon bekommen wir noch eine Zucchini unter, aber der Rest muss auf die Dachterrasse, und so viele Kübel und Töpfe haben wir gar nicht – zumindest nicht in der Größe. Ich sammelte alles an Terrakotta-Töpfen ein, was so im Garten und auf dem Schattendeck herumstand, und mit Hilfe von einem Sack Erde und vielen, vielen Kannen Wasser war schließlich alles eingepflanzt. Zumindest vorläufig, manche werden irgendwann vermutlich in größere Töpfe (…noch zu besorgen) umziehen müssen.

Der Liebste hatte währenddessen die untere Terrasse und die Staudenbeete gejätet, die Wege freigemäht (der Rest des Gartens darf wachsen und wird erst so ab Juli wieder gemäht) und schließlich das Schattendeck saubergemacht und die Liegestühle aufgestellt. Die sofort von den Katern in Beschlag genommen wurden. (Sowieso beide den ganzen Nachmittag mit ihm im Garten, höchst interessiert.)
Um halb sechs waren wir mehr oder weniger fertig – also „fertig“ ist man in einem Garten ja sowieso nie, aber wir hatten das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten, und noch ein bisschen mehr. Deshalb ein bisschen Ruhepause auf dem Schattendeck mit zwei alkoholfreien Radlern und einem Blick in den Garten: Die Tulpen sind größtenteils verblüht, dafür steht der Flieder seit zwei Tagen in voller Blüte. Die Sumpfdotterblume im Gartenteich ebenfalls, und wie wir überrascht sahen, sind die Knospen an der Baumpfingstrose jetzt auch aufgegangen – von einem Tag auf den anderen in voller Blüte. Dazu blühen bereits zwei Sommerstauden, die wir letztes Jahr vom Friedhof mitgenommen haben (leider keine Ahnung, wie sie heißen – muss mal die App ranlassen), und fette Henne, Zierlauch und Katzenminze stehen in den Startlöchern. Nur noch ein paar Wochen, dann kann man phänomenologisch vom Frühsommer sprechen.

Momentan aber noch Frühling, das merkte man daran, dass die Temperaturen abends sehr schnell deutlich fielen. (Hoffentlich wird es keinen Nachtfrost mehr geben, jetzt wo die ganzen Stecklinge eingepflanzt sind.) Wir gingen also wieder ins Haus. Dort gemeinsames Kochen, ein Rezept aus Bosh Meat mit Seitan-“Chicken“: Chicken Tikka Masala. Ein bisschen eine Materialschlacht, und ein paar Schritte kürzten wir auch etwas ab (zum Beispiel waren wir nicht der Meinung, dass man die Sachen ständig in den Mixer schmeißen muss), aber insgesamt wirkte das schon sehr authentisch und war sehr lecker. Ein wenig zu säuerlich vielleicht für meinen Geschmack.

Ruhiger Abend auf dem Sofa mit zwei Folgen QI, und um zwanzig vor neun schon zum Lesen nach oben. Wo ich das Buch irgendwann mit Mühe weglegte, das Licht ausmachte und dann ums Verrecken nicht schlafen konnte – die Atmosphäre im Buch ist schon ziemlich düster, und irgendwie brachte mir das überhaupt nicht die angenehme Bettruhe, die ich zum Einschlafen gebraucht hätte. Ich holte mir deshalb noch einen Asterix und las Comic bis elf. Dann ging es.