Ungeschnipselt, Markttag, Donnerstag 17.9.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Um halb sechs durch eine randalierende Katze wach geworden. Ich blieb noch bis kurz vor halb sieben liegen (vom Kater misstrauisch beäugt), denn wenn man schon nicht in die Klinik muss… seufz. Schlief aber nicht mehr wirklich. Stand schließlich gleichzeitig mit dem Liebsten auf, und beide auch gleich müde, nicht so super gelaunt, bisschen Kopfweh, überhaupt alles etwas mäh. SO angenervt, dass der OP-Termin verschoben ist, aber HILFT JA NIX!
Also stellte ich mich auf einen Arbeitstag ein, wenigstens mit wenigen Terminen und daheim. Erst einmal Katzenmaintenance, Küchenrunde. Und ich ging durch unseren Medikamentenschrank und sortierte die Katzenmedikamente durch: Was ist abgelaufen, was brauchen wir nicht mehr? Da wir eine Tonne Medikamente für Magi hatten, ist jetzt eine ganze Menge übrig, aber auch für den Kater gibt es noch ein paar Altlasten. Leider alles für die Tonne (und das Zeug ist so aberwitzig teuer!). Nun ja.

Früher Rechnerstart, den Autoresponder und das Teams-OOO für den Tag wieder rausnehmen (…) und die ersten Nachrichten an Kolleg:innen schreiben, dass ich jetzt doch daheim… nun ja. Außerdem stellte ich mein Handy auf laut, denn theoretisch sollte sich die Klinik ja bei mir mit einem Ersatztermin melden, auch wenn ich nicht so richtig dran glaubte (ich hielt es für wahrscheinlicher, dass ich am nächsten Tag anderthalb Stunden am Telefon hängen würde, bis ich jemanden erreichte).
Da wir beide daheim waren und beide nicht so wirklich guter Laune, ging ich fürs Frühstück zum Viertel-Lieblingsbäcker und holte zwei Laugencroissants und zwei Brötchen. Und dann war dort der Brot-vom-Vortag-Korb so voll! Und wir hatten sowieso kein Brot mehr! Also nahm ich noch einen großen Laib Bauernbrot mit. Und eine Tüte mit vier Seelen, weil die der Liebste so gern mochte. Und der Hefezopf im Korb war sogar OHNE Rosinen! Der musste auch noch mit, da gab es nix.

Daheim Frühstück mit Brötchen, ein halbes Brot froren wir ein, die anderen Sachen blieben für später. Blitzschnelle Dusche, ständig mit einem Auge aufs Handy, denn was, wenn der Klinik-Anruf gerade kam, wenn ich am Einseifen war oder die Zahnbürste im Mund hatte oder…? War natürlich nicht so, führte aber zu leicht hektischem Badaufenthalt. Ab neun am Schreibtisch, vorher startete ich noch eine Maschine Wäsche.

Geruhsamer Vormittag – ich hatte mich ja eigentlich als abwesend freigeschaufelt und deshalb keine Termine (nur ein Meeting am Nachmittag, an dem ich jetzt doch teilnehmen konnte). Also ein bisschen Kommunikation, administratives Zeugs wegarbeiten (und zwischendrin mal Wäsche aufhängen und eine zweite Maschine Bettwäsche durchlaufen lassen), alles eher mit verminderter Motivation – dass ich eigentlich jetzt diese beknackte OP gehabt hätte und stattdessen in Warteschleife war, zog mich doch etwas runter.

Aber DANN! Um kurz vor zwölf klingelte tatsächlich das Handy, ich konnte es kaum glauben, und das Bettenmanagement der Klinik war dran. (Komischer Name im Übrigen, weil sie viel mehr managen als nur die Bettenbelegung.) Wie schon am Vortag angekündigt, ist die OP jetzt umgeplant auf ein anderes Krankenhaus, wo das Klinikum teilweise auch operiert, nämlich die Loretto-Klinik hier im Viertel, bei der ich letztes Jahr wegen meines Fußrückens schon einmal war. Also die Chirurgen sind die aus dem Klinikum, sie nutzen nur die Säle (…und die Anästhesisten) dort. Was den Vorteil hat, dass die Termine dort nicht so einfach wegen reinkommender Notfälle abgesagt werden.
Der Nachteil allerdings: Sie haben dort nur so ungefähr alle zwei Wochen OP-Slots, und der nächste freie Termin für mich ist am 23. Oktober. Also noch über einen Monat warten, und dann NATÜRLICH genau treffsicher in unserer Urlaubswoche, war ja klar. Es hat aber immerhin ein paar positive Aspekte: Erstens wurde keine Prüfung oder Fortbildung oder irgendein anderer unaufschiebbarer Termin getroffen, und es ist weit genug weg von Indien im November (…hoffe ich). Und zweitens haben wir ja Urlaub bis zum Freitag, klar, drei Urlaubstage (Freitag und Wochenende) sind damit futsch, aber der Rest ist vorher und wir können wegfahren, ohne dass ich eine verheilende Wunde am Fuß hätte. Nur ein paar Tage (wir planen jetzt Sonntag bis Mittwoch, also drei Nächte), aber das wäre ja schon mal etwas. Also nur halb genervt, dass ich jetzt noch lang warten muss. (Aber ein bisschen genervt schon.)

Mit diesen Nachrichten ging ich in die schnelle Mittagspause (ein paar übrige Tofuwürstchen angebraten, dazu die morgens geholten Seele mit Kräuterfrischkäse, außerdem eine Schüssel Blattsalat). Von eins bis halb drei dann wieder am Rechner, das einzige Meeting des Tages, und danach zweite Pause: Hefezopf und Kaffee. Um kurz nach drei arbeitete ich weiter.

Am Nachmittag gefühlt etwas produktiver: Ich bekam eine ganze Reihe an Sachen weggearbeitet. Unter anderem plante ich einen neuen Kurs für den Herbst (mal schauen) und bereitete alles für die kommende Prüfungswoche vor. Außerdem brav die Mailbox durchgegangen, und um zwanzig nach sechs machte ich ganz zufrieden Feierabend.

Zum Abendessen Nudeln, zu denen ich eine Bolognesesauce aufgetaut hatte, und um sieben gingen wir in die Stadt. Ein SEHR großer Vorteil an dem verschobenen Termin ist nämlich, dass ich jetzt auf den diesjährigen umbrisch-provenzalischen Markt gehen kann. Zwar jetzt am traditionellen Donnerstagstermin nur kurz, weil der Liebste (WARUM??) mit einem Bastelverein-Vorstandskollegen einen Termin um halb neun abends ausgemacht hatte, aber egal. Es reichte uns, um französische Seife (10 Stück) und italienisches Olivenöl (einmal Mitternachtsöl, einmal Chiliöl) einzukaufen und uns dann mit einem Glas Bier (Wein wollte ich keinen) zu einigen Freunden und Kolleg:innen auf den Holzmarkt zu stellen (das klappt donnerstags meistens, dass man dort Leute trifft, es ist der klassische „Tübinger“ Markttag – obwohl dieses Jahr irritierend viele Touristen bereits unterwegs waren). Sehr nett, nur stressig laut für mich, ich hatte das Gefühl, schon wieder heiser zu werden.

Um Viertel vor neun war ich wieder daheim. Dort noch etwas lesen, mich ausführlich vom Kater anmeckern lassen (er ist mit dem Futter mal wieder gar nicht zufrieden, die Katzenwurst will er aber auch nicht mehr und lässt sie nach der Hälfte einfach aus dem Maul fallen), und als der Liebste um zehn von seinem Termin kam, kurzer letzter Austausch und dann ins Bett. Den Abend über hatte es angenehme Temperaturen gegeben (mit Jeans, Sneakern, Hoodie genau richtig unterwegs), aber das Schlafzimmer war kühl. ENDLICH.