KI- und sonstige Digital-Fails, Dienstag 15.9.2026

Erstaunlich gut geschlafen, vermutlich weil ich Ohrstöpsel nahm und deshalb nachts nichts vom Kater hörte – oder vielleicht kam er auch erst um zwanzig nach sechs das erste Mal nach oben, da war das Weckerlicht aber schon an. Kurzes Dachterrassengießen: Die Prognose für Regen hat sich schon wieder verschoben, und Wärme ist auch wieder angesagt. (Seufz.) Der Kater versteckte sich währenddessen auf der Dachterrasse, raste dann nach unten auf den Balkon, dann wieder nach oben, wo der Liebste ihn zu etwas Medikamentenschlabber überreden konnte. Futter wollte er keins, stattdessen raus: Draußen war eine (für uns neue) orange-weiße Katze zu sehen. Das war natürlich so sehr spannend!
…ich glaube, der Kater vermisst Magi schon sehr. Auch wenn wir viel daheim sind.
Auf jeden Fall gemeinsame Küchenrunde, und der Liebste fabrizierte dem Kater noch etwas von der appetitanregenden Paste in die Ohrmuschel. Das hat bei Magi ja immer sehr gut geklappt, beim Kater: Mal schauen. Er fand es erst mal extremst übergriffig und marschierte ohne Futter raus.

Eigentlich wäre ja heute mein OP-Tag gewesen, stattdessen noch ein angefüllter Arbeitstag vor mir, und ein paar Motorradbezogene Sachen warteten auch. (Bin schon ein bisschen angefixt, wann ich mit der Kleinen fahren kann.) Erst einmal Müsli zum Frühstück, eine Tasse Tee, dann holte der der Liebste einen Transporter. Um kurz nach acht luden wir gemeinsam per Rampe das Motorrad ein (leicht gestresst, weil natürlich, trotz Wohnstraße und allem, ständig Autos kamen und vorbeifahren wollten und der Transporter etwas im Weg stand) und er fuhr damit zum TÜV. Und ich ging duschen. Kurz vor neun (ich war gerade dabei, meinen Arbeitsrechner zu starten) war er wieder da: Alles gut, sie hat problemlos TÜV bekommen. Plakette allerdings noch nicht, die gibt es wohl bei der Zulassungsstelle. Okay.

Den Vormittag über ein QM-Meeting, dann viel Orgakram – zur Abwechslung mal wieder ein Tag, bei dem ich mir gleich morgens eine Erlediliste schrieb und sie nicht abgearbeitet bekam, weil alles länger dauerte als gedacht. War aber okay: Ich kam wenigstens mal mit ein paar Sachen voran. Herbstplanungen unter anderem (so langsam sind die meisten Leute wieder aus dem Urlaub zurück).

Zur Mittagspause ging ich um kurz vor zwölf in den Supermarkt nebenan und holte uns zwei vegane Seitansteaks und zwei Ciabattabrötchen, und dann arbeitete ich weiter, während der Liebste uns um halb eins die Steaks anbriet und daraus zwei klassische Schnitzelweckle fabrizierte (kein Essen vom Vorabend übrig, und für längeres Kochen hatten wir beide keine Zeit). Zum Essen setzten wir uns auf den Balkon: Blauer Himmel, warm, leichte Brise, eigentlich perfekt. Nach einer Viertelstunde wurde es uns allerdings schon wieder zu warm. Zum Nachtisch gingen wir wieder rein.

Ab eins wieder am Schreibtisch. Am Nachmittag ein langes Meeting – eine Stunde länger als gedacht, aber es gab einfach viele wichtige Sachen zu besprechen, unter anderem deshalb, weil meine Kollegin und ich letzte Woche so viele akute Sachen auf die Agenda geschrieben hatten, ups. Bisschen blöd, dass ich ausgerechnet an diesem Tag mit Protokoll dran war. Das waren dann auch mehr oder weniger die Hauptaktivitäten des Nachmittags, Meeting, Protokoll schreiben, nebenher Kommunikation, Mails, Gedöns.
Interessant übrigens: Der Kollege hatte beim Zoom-Meeting erstmalig die Zoom-KI mitlaufen und sich von ihr das Protokoll erstellen lassen. Er schickte es mir im Anschluss, damit ich es mit meinen Notizen vergleichen und einschätzen konnte, ob die Funktion für uns was taugt. Das machte ich also, und mein Fazit: Das KI-Protokoll ist von vorne bis hinten kompletter Schrott. Angefangen dabei, dass es ein Verlaufsprotokoll im Präteritum erstellt (warum???). Und dann waren einfach die Informationen viel, viel zu oberflächlich. Ungefähr in diesem Stil: „Es wurden die verschiedenen Arbeitsschritte bei der Erstellung von Dokumenten X und Y geklärt und auf die Notwendigkeit der Vereinheitlichung hingewiesen.“ Okay: WAS sind die Arbeitsschritte genau und wie sieht der vereinheitlichte Weg aus…? Völliger Quatsch. Und dazu mindestens sieben Informationen, die entweder verkürzt oder missverständlich dargestellt waren (z.B. „Information durch M“ – korrekt gewesen wäre „Information geht an M“, oder P informiert über bla“ – wichtig wäre gewesen, wer informiert wird) oder halt einfach komplett falsch. Mein Lieblingsabschnitt: „Das Team besprach Reisepläne, unter anderem eine geplante Reise nach Marokko, bei der eine Rechnung zwischen 8000 und 11.000 Euro in bar bezahlt werden soll“ – äh was? Nichts davon wurde auch nur ansatzweise besprochen, also noch nicht einmal so, dass es ein ähnliches Gesprächsthema gegeben hätte und man sehen könnte, was die KI da zusammengemixt hat. Einfach komplett frei halluziniert. Wirklich unfassbar schlecht. Mir graut davor, dass es tatsächlich Honks gibt, die sich einbilden, das seien valide Ergebnisse und man könne die KI für diese Art Aufgaben einsetzen. Und die dann eventuell nicht mehr anschließend checken. (Und okay, es war die Zoom-KI, es gibt natürlich qualitative Unterschiede je nach Tool. Aber trotzdem.)

Um sechs beendete ich die Arbeit und kümmerte mich um den letzten Motorradschritt: Das Fahrzeug zulassen. Geht ja heutzutage alles online, haha. Ziemlich langes Gefummel, weil ich mich bei der Zulassungsstelle erst über die Bund-ID verifizieren musste – es wäre auch über das Elster-Zertifikat gegangen, aber ich dachte mir, da habe ich doch kürzlich erst meine Ausweis-App auf dem Handy aktiviert, nehme ich also mal die. Geht nur nicht so einfach, weil man dann zusätzlich noch ein Bund-ID-Konto braucht, das muss man erst einrichten, dazu braucht man das Handy, dort den aktivierten Kartenleser, dann den Personalausweis zum Auslesen, und wenn man bei irgendeinem Schritt einen kleinen Fehler macht, z.B. den Ausweis zu früh wegnimmt oder den Button „Kartenleser jetzt aktivieren“ zu spät drückt, dann bricht das System den kompletten Vorgang ab und man startet wieder von vorn.
So nach einer halben Stunde war ich aber so weit, konnte bei der Zulassungsstelle die Daten eingeben (meine Daten wurden über die Bund-ID jetzt abgefragt, das klappte immerhin), altes Nummernschild, Fahrzeugseriennummer, Bla, und ganz, ganz, ganz am Ende, als endlich alles drin war, kam die Meldung, dass dieses Fahrzeug zulassungsfrei sei, da Leichtkraftrad, und deshalb eine Online-Zulassung nicht möglich. Da das Fahrzeug aber kennzeichenpflichtig sei, müsse ich mich vor Ort an die Zulassungsstelle wenden.
…also zulassungsfrei, aber kennzeichenpflichtig, wtf, UND wir müssen persönlich aufs Landratsamt. MEINE Güte. Hätte man nicht diese Information einfach direkt auf die Startseite packen können? („Für folgende Fahrzeugtypen ist die Online-Zulassung nicht möglich: …“) Ich machte auf jeden Fall einen Termin für kommende Woche aus – unter Mühen, denn es gibt nur buchbare Termine am Vormittag und es muss ein Termin sein, an dem der Liebste und ich können (er muss mich hinfahren, ich werde ja wohl hinken). Außerdem muss der Liebste das bereits befestigte Nummernschild wieder abschrauben. Supi.

Damit aber Feierabend. Gemeinsames Kochen: Eine große Auflaufform Kartoffelgratin mit Räuchertofu und Lauch (unter anderem mit der neu ausprobierten veganen Crème Fraîche vom Edeka). Sehr gutes, wenn auch fettiges Essen.
Abendunterhaltung britische Comedy in Form von zwei Folgen QI. Ab neun wurde ich sehr, sehr müde und schlief mehr oder weniger auf dem Sofa ein, deshalb früh ins Bett. Wo ich dann aber trotzdem noch ein Kapitel las – unter anderem deshalb, weil es mir zum Schlafen wieder zu warm war, beim Öffnen der Dachterrassentür kam warme Luft ins Zimmer. MEINE Güte.