(Tag der Deutschen Einheit: Na so wirklich einig ist sich dieses Land heutzutage ja eher nicht mehr, wo ein ostdeutsches Bundesland nach dem Anderen an die Nazis fällt. Da möchte ich eigentlich ganz gern uneins sein, also mit der Geisteshaltung dieser Wähler meine ich.)
Nun ja. Einigermaßen okay geschlafen, natürlich vom Kater um zehn vor sechs geweckt worden – mir graut etwas davor, wie er die Stundenverschiebung bei der Zeitumstellung hinbekommen wird. Ich ließ ihn um kurz nach sechs (…NIE vor sechs Uhr reagieren) auf die Dachterrasse und konnte dann noch ein bisschen ausruhen bis zehn vor sieben. Dann leise Katzenmaintenance, Küchen- und Aufräumunde und Tee, den Liebsten ließ ich noch schlafen. Wegen des Feiertags hatten wir sowieso keine größeren Pläne (neben bisschen Putzen und so). Nicht einmal eine Zeitung gab es.
Erst einmal aber Schreiben und bisschen Internet leerlesen. Das gestaltete sich dann recht ausführlich und füllte den größeren Teil des Vormittags aus. Noch ein kurzer Blick auf YouTube (die zwei letzten Heute Show-Folgen nachsehen), dann war es halb zwölf und ich fuhr den Rechner runter. Als nächstes gründlichstes Putzen, inklusive Arbeitszimmer und so, dann ausführliche Körperpflege. Nach der Dusche machte ich das Pflaster am Daumen ab und kein neues mehr drauf: Die Schnittwunde ist quasi wieder zu, die Stelle ist zwar noch empfindlich (es liegt ein Stück Nagelhaut frei) und am Nagel gibt es eine etwas blöde Kante, aber nach zehn Tagen hatte ich auf Pflaster keine Lust mehr. Das Putzen hatte ich übrigens mit Putzhandschuhen gemacht, um den Putzwassersiff vom Daumen wegzuhalten, und das hatte auch an der verletzten Hand gut funktioniert, aber die andere Hand wurde trotzdem nass, weil die Handschuhe einigermaßen alt sind und Löcher hatten. Oh well.
Zum Mittagessen eine große Schüssel Blattsalat mit eigenen Cherrytomaten, dazu ein aufgeschnittener Räuchertofu (roh, weil der Liebste keine Lust auf Anbraten gehabt hatte – geht, aber angebraten ist er sehr viel besser) und ein Fladenbrot mit Auberginencreme. Gutes Essen, nur dass ich sechsbeinige Beilagen im Salat fand, trotz Waschen, und ich glaube, die Saison für Salat vom Biohof ist jetzt vorbei. Je mehr Herbst, desto mehr Viecher im Salat, und qualitativ lässt er auch nach.
Nachtisch: Mandeleis mit Kardamom und Orangenblütenwasser. Das Mandelmus gab eine sehr milde, nussige Basis, das Orangenblütenwasser schmeckte ich fast gar nicht, den Kardamom dafür umso mehr. Insgesamt ein sehr, sehr gutes Eis, nicht so süß, tolle Kombination an Aromen. Nur die Konsistenz war dieses Mal verbesserungswürdig: zu wässrig, zu große Eiskristalle.
Nachmittags noch ein bisschen lesen, ein bisschen Zeitungsrätsel, außerdem Austausch per Handy mit der Indien-Kollegin, die ihren Auftritt bei der Konferenz gut hingekriegt hatte (ich bekam auch ein paar Bilder geschickt). Dazu eine Kanne Earl Grey. Dann kramte ich etwas herum, ging mit dem Kater kurz in den Garten (wieder sonnig und warm, ich hatte auf mindestens vier Tage Regen am Stück gehofft!) und buk uns dann einen klassischen Apfelkuchen mit Streuseln. Richtig bodenständig-öko mit Dinkelvollkornteig und Äpfeln aus dem eigenen Garten, aber da ich nur die kleine 20 cm-Springform nahm (wir müssen den Kuchen ja auch essen), ist die Apfelschublade jetzt immer noch zu drei Vierteln voll.
Zum Kochen nahmen der Liebste und ich uns zusammen Zeit. Begleitet von einem Kochbier (das wir uns teilten, weil es mir leider gar nicht schmeckte und ich deshalb keinen halben Liter wollte – Ulm Goldochsen Kellerbier, für mich viel zu bitter und zu hopfig) machten wir Pasta mit einer Sauce aus Blumenkohl, Cashewcreme, Knoblauch und Hefeflocken, dazu geschmorte Pilze. Sehr gutes Abendessen. Ich wechselte vom Bier auf einen Select Spritz (mit alkoholfreiem Prosecco), beließ es aber ansonsten beim Alkohol für den Tag.
Dann Rückzug aufs Sofa, wo wir eine Folge QI anschauten und dann ein bisschen grübelten, worauf wir Lust hätten. Glücklicherweise schlug mir Netflix vor, dass ja aktuell von The Rookie die siebte Staffel läuft, und wir haben noch nicht einmal die sechste gesehen. Und die fünfte ist mittlerweile so lang her, dass wir uns nicht mehr an sonderlich viele Details erinnern (ein Grund, warum ich Serien eigentlich nicht so gern anschaue, solang sie noch „normal“ ausgestrahlt werden und nicht abgeschlossen sind). Damit haben wir auf jeden Fall ein Programm für die nächsten Wochen, denn natürlich fingen wir wieder mit der fünften Staffel an.
Das also der Rest des Abends, bevor wir um elf ins Bett gingen. Vorher schnitten wir aber noch den Apfelkuchen an: sehr gut geworden. Und passt, im Gegensatz zum Wetter, auch richtig zum Oktober.