Recht gute Nacht, nur etwas merkwürdige Bauchschmerzen beim Aufwachen. Ich fühlte mich trotzdem einigermaßen ausgeschlafen und war auch schon mehr oder weniger wach, als der Kater protestmiauend ins Zimmer kam. Blick auf den Wecker: Es war 6:45 und damit quasi anderthalb Stunden später als an jedem anderen Tag dieser Woche. Das gilt als „ausschlafen“ und ich war dem Katzentier dankbar. (Mehr oder weniger.)
Deshalb auch gleich aufgestanden, Katzenmaintenance, Küchen- und Aufräumrunde und Tee. Etwas ärgerlicherweise bekam ich für den Liebsten nur noch eine letzte Tasse Irish Breakfast gekocht, damit war die Dose leer. Ärgerlich deshalb, weil er erst vor kurzem im Teeladen war und alles möglich an Nachschub besorgt hat, aber dass der Irish Breakfast zur Neige geht, hatte ich da nicht bemerkt. Aber ich muss sowieso irgendwann demnächst mal wieder in die Innenstadt. Das ist vom Büro aus gar nicht so weit, ich muss es mir einfach einplanen, dran denken und rechtzeitig Feierabend machen. (Und da ist schon die größte Herausforderung.)
Der Liebste war allerdings irritiert, er war sich so sicher, dass er Irish Breakfast gekauft hatte. Was er mitgebracht hatte, war Earl Grey: Hatte ich versehentlich den frischen Earl Grey und den Irish Breakfast in die Earl-Grey-Dose gekippt…? Roch aber nicht danach. Wobei andererseits natürlich die Earl-Grey-Dose schon von sich aus nach Bergamotte riecht. Nun ja. Es blieb etwas mysteriös. Ich bin mir allerdings doch recht sicher, dass es kein Umfüll-Fehler war, sondern der Tee noch nicht gekauft wurde. Das bedeutet für den Liebsten die nächsten Tage: English Breakfast zum Frühstück. DRAMA IM ALLTAG!
Anyway, apropos Alltag. Der Sonntag hatte einen sehr normalen Wochenendablauf, an dem wirklich nichts Außergewöhnliches passierte. Morgens englisches Frühstück. Den Vormittag über ausführliches Zeitunglesen, Internet leerlesen, bisschen herumkramen, und ich zeigte dem Liebsten „Clues by Sam“ (gestern habe ich noch Clues for Sam geschrieben, das Spiel ist so neu, dass ich noch nicht einmal den Titel richtig im Kopf hatte). Leichtes Kopfzerbrecherspiel, bei dem man durch Hinweise auf einem Rasterfeld mit Figuren herausfinden muss, welche Figur unschuldig und welche ein Verbrecher ist. („In Reihe 3 sind die Kriminellen alle direkt benachtbart.“ „Es gibt zwei Unschuldige oberhalb von Paul, keiner davon grenzt direkt an Wanda.“) Der Liebste war sofort gefesselt, wundert mich nicht, in solche Sachen kann er sich verbeißen. Bis es ihn nervt.
Mittagessen: Ich hatte eine Packung vegane „Hähnchen“-Schnitzel aufgetaut, außerdem machten wir zwei Sorten Salat, einmal geraspelte Karotten und Radieschen (aufgrund eines Einkaufsfehlers haben wir aktuell sehr viele Radieschen daheim) mit Joghurtdressing, einmal gewürfelte Landgurken und Cherrytomaten (die Tomaten alle von unserer Dachterrasse) mit Olivenöl und Balsamico. Sehr gutes Essen, auch wenn die Raspelei ein bisschen Sauerei in der Küche war. Leicht ärgerlich, da der Liebste morgens gerade erst im Erdgeschoss geputzt hatte.
Nachmittags etwas Zeit für Haushaltskrams. Gründliche Körperpflege, dann putzte ich das Bad, sortierte Wäsche und erledigte zweimal Wäschedreiklang. Nebenher ein neuer Podcast, Essay und Diskurs vom Deutschlandfunk. Ich bin aber nicht so ganz sicher, ob das etwas für mich ist. Im Grunde genommen wird dort eine halbe Stunde lang zu einem Thema ein sehr akademisches, schriftsprachliches Essay vorgelesen, oder es wird zumindest recht komplex monologisiert, und das finde ich zum Zuhören dann nicht nur anstrengend, sondern auch etwas sinnlos. Wenn es ein geschriebener Text ist, dann kann ich ihn ja genauso gut hören.
Nun ja. Nach der Wäsche weiter Hausfrauliches: Draußen war es sehr Herbst (den größten Teil des Tages hatte es geregnet, erst nachmittags kam ein bisschen die Sonne raus), und ich tat etwas gegen unsere Apfelmassen und buk einen Apfelkuchen. Dieses Mal ein anderes Rezept, und zwar ein Rührkuchen aus der Kastenform mit (vielen) gemahlenen Nüssen und Kakao, und in den Teig kam ein Pfund gewürfelte Äpfel. Schnelles und einfaches Rezept und bisschen anders als die klassischen Apfelkuchen vom Blech oder aus der Springform.
Abends vor dem Kochen noch ein wenig Wochenplanerei für den kommende Woche. Und da fiel mir das erste Mal so richtig auf, dass wir ja nur noch eine Woche arbeiten und dann endlich Urlaub haben. Ist auch nötig (der durchgearbeitete Samstag machte sich schon ein bisschen bemerkbar). Vor dem Urlaub kommen aber noch einige Termine.
Gemeinsames Kochen war ein Nudel-Kichererbsen-Mayosalat (veganer „Eier“-Salat) mit etwas Baguette. Und den Salatresten vom Mittag. Und danach, weil er bis da schon abgekühlt war, einer Scheibe Apfelkuchen, und damit waren wir sehr satt.
Restlicher Abend mit den Rookies auf dem Sofa. Irgendwie in etwas melancholischer, leicht betrübter Stimmung (oft so, wenn die Arbeit überhand nimmt). Wurde aber durch das Essen, das Sofa mit warmer Decke (…es hat endlich Herbsttemperaturen, hatte ich das schon erwähnt?) und die generelle Gemütlichkeit tatsächlich besser. War zum Bett um zehn schon wieder ganz gut.