Aufreger, Mittwoch 4.11.2026

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  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Ganz okay geschlafen, am Morgen fühlte es sich trotzdem nach zu wenig und sehr müde an. Übliche, ausführliche Küchenrunde und Katzenmaintenance, dann ein Blick ins Handy, wo der Guardian mir die frohe Nachricht überbrachte, dass die Demokraten bei den US-amerikanischen Midterm-Wahlen sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat übernehmen werden. ENDLICH einmal zu guten Nachrichten aus den USA aufwachen! Man hatte ja schon fast vergessen, wie sich das anfühlt. SEHR gut. Damit ist natürlich die Gefahr des andauernden faschistischen Umbaus der USA noch nicht gebannt, aber es ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung und ein Zeichen dafür, dass die Wählerschaft dort noch nicht ganz verloren ist.

Ruhiger Morgen, auch deshalb, weil mich das Tempo der Woche zunehmend stresste und ich ein bisschen durchschnaufen musste. Deshalb Schreiben, Tee, Brot mit Frischkäse und Quittengelee zum Frühstück. (Die Quitten, die ich vor einer Woche in der Kiste bestellt hatte, sind immer noch da und verbreiten ihren Geruch in der Küche – nicht mein Favorit, na ja – weil ich bisher werder Zeit noch Muse für die geplante Quittentarte fand, seufz.) Und dann mit einer zweiten Tasse Tee minikurze Katzenwäsche und ab halb neun am Schreibtisch.

Arbeitsintensiver Vormittag mit einem Onlineunterricht und ansonsten wieder viel Feuerwehr – der Katastrophenlieferant hat in seinem Lösungsversuch alles noch mal eine Ecke schlimmer gemacht, es ist zum Haare raufen – und viel, viel Kommunikation. Um Dreiviertelelf kurze Unterbrechung für Dusche und Haare waschen (…eben jene gerauften), ansonsten weiter im Text bis halb eins. Ein kleines bisschen Unterrichtsvorbereitung für den Nachmittag bekam ich auch noch eingeschoben.

Zum Mittagessen die restlichen Nudeln mit Pilzrahmgeschnetzeltem, dann fuhr der Liebste mich zur Arbeit. (Bin schon sehr froh, wenn ich wieder längere Strecken laufen kann.)
Am Nachmittag eine Stunde Unterricht, ansonsten halt viel Orgakram – eigentlich kam ich gut voran und konnte auch mal ein paar dringend nötige Mails beantworten und so, aber dieser Feuerwehrmist ist halt obendrauf und kostet mich Zeit, die ich einfach nicht habe. Und Nerven sowieso. Eine Hälfte der Geschäftsleitung kam zwischendrin sogar bei mir am Schreibtisch vorbei, um mir für meinen Einsatz zu danken und mir mehr oder weniger zu kondolieren. Immerhin war der Kollege nachmittags mal erfolgreich und bekam auf seine sehr ärgerliche E-Mail einen Rückruf und grooooße Versprechen, das man sich die Problemlage genauer ansehen würde: „Ich bin da ganz bei Ihnen!“ Würg.
(Funfact zum Katastrophenlieferanten: Die Chance, dass auf eine unserer E-Mails jemand von dort überhaupt mal antwortet, sind beim Kollegen ungefähr 70% höher als bei mir. Das hat teilweise mit seiner etwas höheren Jobposition zu tun, aber ziemlich sicher zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auch damit, dass er halt einen Pimmel hat und ich nicht. So ein Drecksladen ist das dort nämlich.)

Ab sechs hatte ich noch anderthalb Stunden Abendkurs. Wieder alles gut, ich war ganz zufrieden generell, nur begann mit mein Fuß irgendwann doof weh zu tun, und zwar vermutlich gar nicht die OP-Stelle, sondern halt der generelle Fuß (Gelenke, Bänder), wohl auf die Hinkerei und die suboptimalen Schuhe reagierend. (Immer noch so Plastik-Billig-Crocs, weil das die einzigen sind, wo ich hinten nichts Störendes an der Sehne habe.) Und dann wollte der Beamer plötzlich nicht mehr, was mich WAHNSINNIG machte: Gestern im gleichen Raum mit dem exakt gleichen Equipment und den exakt gleichen Einstellungen, alles hatte prima funktioniert, jetzt wieder und es tut nicht. WARUM? So nervig. Ich habe einfach keine Geduld für technisches Gezicke. (…mit meinem Linux-Laptop daheim wäre das nicht passiert! Lol.)

Um Viertel vor acht holte der Liebste mich ab und eröffnete mir, dass er das Essen zwar nicht hatte anbrennen lassen, aber auf dem Weg zum Supermarkt für ein paar letzte Kleinigkeiten vergessen hatte, was das geplante Essen war, und deshalb haarscharf am Rezept vorbei eingekauft hatte. Ich beschwerte mich aber nicht, denn das gekochte Resultat war extremst lecker und beinah besser als der original geplante Grah: Er hatte eine Art Ragout aus Seitanwurst, Pilzen, Wurzelgemüse und weißen Bohnen gemacht und dazu Drillinge als Countrykartoffeln aus dem Ofen. SO gut, Drillinge sind sowieso die besten Ofenkartoffeln. Und wir essen sie selten, weil es sie im Biomarkt nicht so oft gibt. Oder eigentlich gar nicht. (Warum eigentlich nicht.)

Am Vortag hatten wir, ein bisschen aus Versehen, die letzte (siebte!) Staffel der Rookies beendet, jede Staffel mit nur 10 Folgen geht halt auch schnell. Glücklicherweise hatte mir eine Kursteilnehmerin morgens aber ein bisschen Feelgood-TV auf Arte empfohlen nämlich einmal Küchen der Welt und einmal Zu Tisch mit Lucie – Kitchen Hacks. Davon schauten wir dann drei Folgen, zweimal Lucie zum Thema Walnüsse und Teigtaschen, und eine Folge Küchen der Welt zu einem für mich komplett neuen halbgefrorenen Dessert aus der Florenz (Zuccotto). Sehr schön gemacht, sehr interessant, und nicht oberflächlich, quietschig oder nervig pseudo-cool, wie es so Küchensendungen ja sehr oft sind. Das machte wirklich Spaß anzuschauen. Halt leider noch nicht einmal ansatzweise vegan, aber nun ja. Die Folgen, wo man zusehen kann, wie ein totes Tier zerschnippelt wird, werden wir uns wohl eher nicht ansehen. Aber ansonsten geht das zwischendrin schon.