Ganz gute Nacht, bis ich um halb sechs das zweite Mal wegen Klo aufwachte und dann natürlich nicht mehr einschlafen konnte – leicht genervt. Trotzdem blieb ich noch liegen bis halb sieben (Bett so schön warm), dann Küchenrunde, Katzenmaintenance und Tee. Die Erkältung scheint sich bis auf noch etwas Resthusten und -schnupfen (der mich aber wenigstens durch die Nase atmen und damit nachts schlafen lässt) jetzt auskuriert zu haben, zumindest hoffe ich das (die Feuerprobe „Tag im Büro“ steht noch aus). Ich war auf jeden Fall Kopf- und Zahnschmerz-frei und fühlte mich ganz guter Dinge. Vor mir noch ein zweiter ganz normaler Wochenendtag, und ich war beinah überrascht, wie sehr ich die langweilige, unausgefüllte Routine genoss – ganz normales Alltags-Wochenende! Es war faktisch mein erstes seit Mitte Dezember Weihnachtsurlaub, dann direkt nach Indien). Und der Monat ist ja schon fast wieder rum.
Ruhiger Vormittag. Der Liebste machte uns ein englisches Frühstück, wir lösten ein bisschen Zeitungsrätsel, dann etwas Schreiben und Internet leerlesen. Irgendwann räumte der Liebste die Möbel zur Seite und machte das Erdgeschoss für Howard und Hector fahrbereit, und das war mein Stichwort, nach oben zu gehen für ausführliche Körperpflege und Wäsche.
Und für die Kater war es das Stichwort, nach unten zu verschwinden. Wie alle Katzen mögen die beiden Staubsauger nicht, deshalb hatte der Liebste ihnen die untere Schlafzimmertür aufgemacht, damit sie sich dort zurückziehen konnten. Da es draußen immer noch deutliche Minusgrade hatte, nahmen sie das auch gern an und pennten den größeren Teil des Tages unten auf dem Bett. Was ich wiederum etwas doof fand, denn als die Roboter fertig waren und der Liebste gewischt hatte und alle Möbel wieder richtig standen, hätten sie ja durchaus mal zu uns nach oben kommen und dort niedlich sein können oder so. Wozu hat man schließlich Katzen.
Wie auch immer. Viel Haushaltszeug: Ich wusch den Tag über drei Maschinen Wäsche, ließ die Spülmaschine laufen, putzte ein bisschen in der Küche herum, putzte gründlich das obere Bad, machte einen Wochenplan für die kommende Woche. Und dann legte ich mich aufs Sofa (katzenfrei, bis der Nasenkater am späten Nachmittag irgendwann doch auftauchte) und las den zweiten Teil von Philip Reeves Mortal-Engines-Reihe zu Ende, Predator’s Gold. Wie schon geschrieben hatte sich das letzte Drittel etwas hingezogen. Der Schluss war dann allerdings wieder ganz okay, vor allem da nicht völlig vorhersehbar und mit einem (logischen, nicht drangepressten) Clifhanger und trotzdem einem Abschluss der Erzählstränge. Kann mir also schon vorstellen, den dritten und vierten Band auch zu lesen (es ist eine Quadrologie). Jetzt aber erst wieder etwas anderes.
Außerdem noch eine Aktion am Vormittag: Ich kochte uns einen Reispudding. Keine Ahnung, ob man den Namen so verwenden kann, denn ein Pudding im englischen Sinn (also im Wasserbad gekocht und dann gestürzt) war es nicht. Aber ich rührte zusätzlich zum Milchreis und der Hafermilch ordentlich Stärke dazu, was eben für den Puddingcharakter sorgte. Das wurde dann nach dem Mittagessen (restliche Pasta e Fagioli) unser Nachtisch, und ja, ganz gut geworden. Außerdem war damit der Milchreis von der Aufbrauchliste weg.
Am Nachmittag (neben eben Haushaltszeug) klickte ich mich ein bisschen durch meinen Laptop. Ich spiele ja ernsthaft mit dem Gedanken, bei meinem privaten Laptop auf Linux zu wechseln und auch sonst einige Programme US-tech-frei zu machen. Den Linux-Umstieg machte ich nicht mal eben so schnell, aber immerhin:
– wechselte ich beim Standardbrowser von Chrome zu Firefox. Keine große Umstellung, ich hatte Firefox lange Jahre als Browser benutzt und war nur davon weggekommen, weil es irgendwann mal ein Problem damit gegeben hatte. Scheint jetzt aber wieder okay zu laufen.
– wechselte ich meine Standard-Suchmaschine von Google zu Startpage, einem niederländischen Anbieter, der die Suche anonymisiert ausführt und Tracking verhindert.
– Las ich bei einigen anderen Programmen nach, wem die überhaupt so gehören und welche Alternativen es gibt (ich muss mir die nächsten Wochen ja auch noch Sachen aufheben). Unter anderem auch zu meinem Handy, wo ich ganz überrascht auf iodéOS stieß: Vielleicht wäre das eine googlefreie Android-Option? Das wäre natürlich der absolute Knaller. Wäre allerdings keine mal-eben-so-Umstellung. Ich muss da noch ein bisschen nachdenken.
– Machte ich schließlich einen Internet-Test: Welche Linux-Distribution passt zu mir?
Und zwar hier: https://distrochooser.de/de
Ich war ziemlich überrascht, wie viele Optionen es gibt. Vermutlich wird es auf Linux Mint oder etwas Ähnliches rauslaufen. (Ich kenne Ubuntu und Suse so ein bisschen, aber wenn ich das Ding ohne Konsole bedienen kann, finde ich es auch okay.)
Abends gemeinsames Kochen – naja, ich stellte die Sachen hin, der Liebste schnippelte und rührte an und machte daraus eine große Schüssel Nudelsalat mit Kohlrabi und einem Rest Erbsen und einem halben Glas Kichererbsen und so, einige Aufbrauch-Sachen dabei (wir sind SO knapp vor unserem Ziel). Außerdem immer wieder ein froher Blick nach draußen, wo es gerade zur Dämmerung begonnen hatte zu schneien. Das tat es den restlichen Abend auch, und da der Boden kalt war, blieb auch alles (vorerst, es soll wärmer werden) liegen und sah schön aus.
Die Kater fanden das allerdings eher nicht – Magi schaute mal raus (nachmittags war ich mit beiden mal kurz draußen gewesen, unter anderem um zu sehen, ob Magi es hinkriegt, sein großes Geschäft zu verrichten – das sah ich nicht, wir müssen das ein bisschen beobachten), aber ansonsten kamen sie abends dann endlich beide zu uns und pennten auf dem Sofa. Für uns nach dem Essen ein paar Folgen der Seenotretter (bei dem Tempo sind wir in zwei Tagen damit durch), und um kurz vor zehn Bettzeit. Ganz zufrieden mit dem unaufgeregten, durchschnittlichen Wochenende.