Qualität und Trophäen, Mittwoch 22.4.2026

  • Beitrags-Kategorie:Lesen / Tagebuch

Mehr oder weniger durchgeschlafen (!), kurz vor dem Weckerlicht aufgewacht: Das war dringend nötig und ich fühlte mich angenehm frisch beim Aufstehen. Ganz anders als der Liebste, der zwar kurz nach mir aufstand, aber das Schlafdefizit noch überhaupt nicht ausgeglichen hatte. Dementsprechend übernahm ich Katzenmaintenance und Küchenrunde, er brachte nur den Biomüll zum Kompost (draußen komplett wolkenfreier Himmel, aber noch ziemlich frisch mit wenigen Grad über Null).
Insgesamt ruhiger Morgen mit einem Blick in die Zeitung, ein bisschen Schreiben, Brot mit Avocado zum Frühstück. Die allerdings eine Enttäuschung: Obwohl ich sie am Samstag gekauft hatte und sie seitdem neben den Bananen im Korb gelegen hatte (und die Schale mittlerweile deutlich braunschwarz war), war sie immer noch nicht so reif, wie ich mir das wünschen würde. Dadurch wurde das Ganze zu einer etwas faden Angelegenheit, nun ja.

Egal. Um acht ging ich auf die Yogamatte. Guter Kurs, ich war allerdings etwas unkonzentriert und fand es schwer, so richtig „im Moment“ zu sein – aber immerhin klappten alle Positionen (viel für den Bauch und Rücken, scheinbar merke ich das stärkere Muskeltraining jetzt schon) und ich fühlte mich angenehm durchbewegt danach. Latent gehetzt allerdings durch Magi, der die letzte Viertelstunde ins Schlafzimmer kam, um mich herummarschierte und lautstark auffordernd schnurrte. Und das, obwohl er mit dem Futter momentan gar nicht so viel anfangen will: Kaum haben wir die Schilddrüsen-Dosierung nach oben gesetzt, nimmt sein Appetit wieder ab. Leicht nervig.

Wie auch immer. Direkt nach dem Yogakurs wischte ich einmal schnell Schlafzimmer und Treppenabsatz durch (es war ja frisch gesaugt, und am Wochenende werde ich nicht dazu kommen), schaute dann nach meinen Mails und ging duschen. So richtig am Schreibtisch ab zehn.
Ruhiger Vormittag, weil ich quasi keine Termine hatte und mich intensiv in das Thema QM versenken konnte. Konzentriertes Arbeiten bis zur Mittagspause.

Um Viertel vor eins zweite Hälfte Kartoffelsalat zum Mittagessen, danach ein Kaffee und zwei Scheiben Bananenbrot/Schokokuchen. Gemüsekiste weggeräumt, Kopfsalat gewaschen (der erste regionale des Jahres). Außerdem putzte ich gründlich das Bad. Die Putzerei ist die letzten Wochen ein bisschen vernachlässigt worden, aber jetzt ist alles wieder sauber und kann erst einmal so bleiben bis zum, keine Ahnung, übernächsten Wochenende oder so.

Nachmittags weiter im Text, ein paar Prüfungsergebnisse waren gekommen und mussten nachbearbeitet und mitgeteilt werden, ansonsten Protokolle, Dokumentation, Zeugs. Um sechs kam der Liebste heim und ich nahm das als Schlusspunkt für meinen Arbeitstag.

Erst Katzenbespaßung, uns auf den neuesten Stand bringen, der Liebste wickelte seinen Ellenbogen in den neu bestellten elastischen Verband. (Fühlte sich gleich etwas besser an, aber das wird wohl eher ein psychologischer Effekt sein.) Dann gemeinsames Kochen. Da ich bei diesem Wochenplan nicht sonderlich kreativ gewesen war, gab es einfache Krautnudeln mit Pilzen und vorher – natürlich – eine große Schüssel Kopfsalat mit Rucola. (SO cool, dass es wieder frischen Salat gibt.) Und danach – natürlich – noch ein bisschen Bananenbrot-Schokokuchen. Damit waren wir dann sehr, sehr satt.

Restlicher Abend: Wir schauten ein bisschen Feuerwehrquatsch, bürsteten Magi und entdeckten die erste Zecke des Jahres bei ihm, die sich direkt auf der Stirn festgesaugt hatte – blöde Drecksviecher. Seufz. Dann schlief der Liebste auf dem Sofa ein (immerhin bis kurz vor neun durchgehalten) und wir gingen ins Bett, für mich mit Buch, das ich endlich zu Ende las.

Das Buch war wie schon erwähnt Trophäe von Gaea Schoeters – und ich bin noch nicht so ganz sicher, was ich davon halten soll. Ein eher störender Umstand ist vermutlich die Tatsache, dass ich das grobe Setting schon in diversen Besprechungen im Vorfeld gelesen hatte, ich also keinen „oh-my-God-ich bin SO geschockt“-Moment hatte. Aber auch sonst fand ich… nun ja. Etwas zu viel versprochen, etwas zu wenig eingelöst. Es hätte dem Buch eventuell gut getan, wenn es nicht ausschließlich aus der Perspektive des weißen Mannes geschrieben worden wäre – bei dem ich dann noch nicht einmal wirklich überzeugend eine Auseinandersetzung mit einem moralischen Dilemma oder eine wirkliche Entwicklung feststellen konnte (mal abgesehen davon, dass er am Ende Angst bekommt). So bleiben seine größtenteils unlogischen, absurden, selbstherrlichen Thesen halt einfach unwidersprochen (beziehungsweise noch nicht einmal gegen-gedacht) stehen, und die Geschichte wirkt seltsam „unfertig“. Dazu sprachlich gut gemacht, aber auch nichts, was mich vom Hocker hauen würde, und… ich weiß nicht. Ich befürchte, der Erfolg des Buches beruht viel mehr auf dem Setting und dem, was die liberale Chattering Class dort finden will, als auf der tatsächlichen Umsetzung. Oder natürlich, immer eine Möglichkeit, ich bin halt vielleicht einfach nicht enlightened genug.