Tief geschlafen (durchgehend mit Übergangsdecke, der Hochsommer scheint offiziell vorbei zu sein) und merkwürdig intensiv geträumt, eine richtig lange, detaillierte und regelrecht spannende Geschichte, sodass ich mich kurz fragte, ob ich irgendeinen TV-Serienplot im Traum eingebaut hätte. Hatte ich aber nicht. Auch eher spannend in der unangenehmen Art (eine Frau, die von irgendwelchen Mitgliedern des organisierten Verbrechens gejagt wird und versucht unterzutauchen). Keine Ahnung. Am Morgen auf jeden Fall ziemlich müde, als ich kurz vor dem Weckerlicht aufwachte (von allein und vom rumorenden Kater). Draußen etwas weniger bewölkt und deshalb weniger dunkel als am Vortag, aber trotzdem: definitiv Dämmerlicht und kühle, feuchte Früherbstluft.
Katzenmaintenance, Küchenrunde, Tee und Müsli, Schreiben und um acht auf die Yogamatte – Mittwochsroutine, die letzte bis Mitte Oktober. Zumindest was das Yoga angeht (erst Trainerin im Urlaub, dann ich Fuß-OP).
Insgesamt ein etwas hektischer Morgen. Ich kriegte es zwar noch hin, vor dem Yoga die Zähne zu putzen, aber ich war leicht angespannt während der Kursstunde, weil ich ständig einen Blick auf die Uhr hatte. Anstrengend fand ich es auch, keine Ahnung, warum mir die Positionen so schwer fielen. Dazu kamen massive Schmerzen in Nacken und rechtem Schulterblatt, die bis in den Kopf hochzogen und dort blöde Kopfschmerzen verursachten. Alles gar nicht so toll. Ich hörte mit der Abschlussentspannung zwei Minuten früher auf, ließ das Aufräumen sein (fuhr nur meinen Privatlaptop runter und den Krümellaptop hoch), ging blitzschnell duschen und mich umziehen und war eine Viertelstunde später im Zoom-Meeting zu meiner Weiterbildung. Kriegte es pünktlich hin.
Der Vormittag begann ziemlich durchwachsen. Angefangen damit, dass ich mit Erschrecken feststellte, dass ich Depp meine Arbeitsplatzbrille im Büro vergessen hatte – mit meiner Gleitsichtbrille kann ich aber unmöglich am Bildschirm arbeiten. Ich versuchte es, was sofort zu mehr Kopf- und Nackenschmerzen führte. Also Brille abgesetzt und ohne vor dem Bildschirm, auch nicht toll.
Dann fand ich es anfangs wirklich schwer, in das Thema reinzufinden – es war, im Unterschied zu den bisherigen Fortbildungsblöcken, auch tatsächlich eines, bei dem ich nur wenig Erfahrung hatte (was ja eigentlich gut so ist und ein Grund war, warum ich mich für dieses Modul überhaupt angemeldet hatte). Zu Beginn war mir die Notwendigkeit und die Schlüssigkeit mancher Aussagen aber nicht so wirklich klar. Und dann machten wir eine Gruppenarbeit, bei der ich wirklich nicht wusste, wie sie überhaupt zu lösen ist – den Kontext fand ich unsinnig, einen guten Lösungsansatz kannte ich aber auch nicht. Und von den anderen Gruppenmitgliedern sagten zwei komplett gar nichts und die dritte ging mit ihrem Lösungsvorschlag in eine Richtung, die ich für nicht umsetzbar hielt. Also alles etwas blöd.
Nun ja. In der ersten Kaffeepause radelte ich blitzschnell ins Büro, um meine Brille zu holen, und nahm wieder daheim erst einmal eine Schmerztablette – das half schon einmal ein bisschen. Dann kam gegen zwölf der Liebste heim und brachte mir eine Tasse Tee, auch das gut. Dann Mittagspause mit einem Blick in die Mails und ein bisschen Prüfungsnachbereitung vom Vortag (ich Trottel hatte Unterlagen dafür im Büro vergessen, aber die Kollegin schickte mir netterweise einen Scan), anschließend Essen mit dem Liebsten und dem restlichen Stir Fry. Nachtisch Zitronencremeeis. (Nächster Versuch: Haselnusseis.)
Am Nachmittag wurde die Weiterbildung dann richtig, richtig gut. Angefangen damit, dass wir die Ergebnisse unserer Gruppenarbeit besprachen und der Dozent einen sehr ausführlichen, schlüssigen Input gab, bei dem ich eine Menge lernte. (Wie sich herausstellte, waren sowohl mein Lösungsansatz als auch der von der anderen Person nicht ganz richtig gewesen.) Und dann gingen wir wirklich ins Detail, dadurch fielen einige Puzzleteile an den richtigen Platz, es sortierte sich in meinem Kopf und ich fand es richtig hilfreich. Die nächste Gruppenarbeit war dementsprechend deutlich konstruktiver, wir kamen zu einem guten Ziel, und naja, es geht ja nicht darum, überall super zu sein (die Idee ist ja zu üben), aber wenn man am Ende das Gefühl hat, man hat etwas verstanden und gemeistert, ist das schon nett.
Nach der Weiterbildung noch 30 Minuten Orgakram, und um fünf machte ich endgültig Feierabend – gerade als es an der Tür klingelte. Dort stand mein Chef und nahm seine Rampe wieder mit, die er dem Liebsten für das Einladen von Lenchen geliehen hatte. Apropos Lenchen: Der Liebste hatte sie mittags schon wieder repariert. Die beiden angenagten Kabel waren schnell ersetzt, und die leere Batterie ist nicht futsch, sondern musste nur aufgeladen werden. Jetzt hoffen wir sehr, dass es das war und sie locker durch den TÜV kommt. Und dann schauen wir weiter.
Draußen war es erstaunlich warm geworden, ungefähr 28 Grad – ich war in meinem Arbeitszimmer mit Socken und Jäckchen vor dem Bildschirm gesessen, aber das war für draußen definitiv zu viel. Ich ging erst einmal mit dem Kater in den Garten, sah nach dem Rechten und bürstete ihn dann gründlich durch (zu seiner großen Freude, im Garten gefällt ihm das sehr – er wälzt sich dann schnurrend in der Katzenminze und präsentiert alle Seiten von ihm inklusive Bauch, damit man auch überall gut ran kommt). Dieses Tier hat so eine dichte Unterwolle, dass man ihm quasi eine zweite Katze aus dem Fell bürsten kann, unglaublich. Kein Wunder, dass es ihm gefällt, wenn er das filzige Zeug los wird.
Dann ein bisschen lesen auf dem Balkon, während der Liebste den Türrahmen von der unteren Toilette reparierte (da hat er ein wurmzerfressenes Teil rausgesägt und durch frisches Holz ersetzt). Um sechs gemeinsames Kochen: Wir haben ja immer noch Tonnen an Gemüse und jetzt auch noch frisches dazu (Mittwoch Gemüsekistentag), also machten wir einfach zwei große Bleche Ofengemüse: Hokkaido (mit erstaunlich wenig Fruchtfleisch, also insgesamt recht klein im Vergleich zum Inneren, fast nur Kerne – vermutlich eine Auswirkung der Dürre), Kartoffeln, Zucchini, Auberginen, Paprika, Pilze und Kichererbsen. Das Gemüse teilweise mit Olivenöl und Rosmarin (Kartoffeln und Pilze vor allem), teilweise mit grünem Pesto bestrichen (gute Idee). Dazu ein Feierabendbier. Nachtisch keinen mehr, wir waren beide nach dem Essen sehr satt.
Restlicher Abend auf dem Sofa mit neuem Blaulichtquatsch aus der Mediathek und ein bisschen Stargate. Um zehn ins Bett, leicht entsetzt angesichts der Tatsache, dass es draußen wieder so warm geworden ist, dass die Luft beim geöffneten Fenster draußen nicht kühler war als drinnen – nerv. Trotzdem schnell eingeschlafen (mit Katerbegleitung) – die Woche bis jetzt war ganz schön anstrengend.