Lernen, Freitag 4.9.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Relativ gute Nacht, nur etwas früh vorbei, weil ein kleiner Kater die ganze Nacht bei mir schlief (…und schnarchte) und gegen halb sechs wach wurde und herumzuzappeln begann. Seufz. Ich stand um kurz nach sechs schließlich auf: Man hat ja Pläne und wer wollte schon den ganzen freien Tag mit Herumliegen verbringen? (…nun ja, vielleicht nicht den ganzen, aber eine Stunde länger hätte ich mir schon vorstellen können.)
Also Morgenroutine mit allem Drum und Dran. Der „freie“ Tag war von mir ja sowieso als Arbeitstag für meine Weiterbildung eingeplant worden, deshalb war ein früher Start schon in meinem Sinn. Und dann mal schauen, wie es sich so entwickelte. Draußen auf jeden Fall schon einmal strahlend blauer, wolkenfreier Himmel und noch ziemlich frisch, ein schöner, klarer Morgen.

Ich startete den Tag dann aber tendenziell langsam. Tee, Müsli zum Frühstück, dann las ich erst einmal das Internet leer und ging irgendwann duschen. Zwischendrin noch den Kater mit Augentropfen versorgen. (…hoffentlich nur noch bis Montag.). So um zehn war ich am Schreibtisch, schaute erst nach meinen Arbeitsmails (ich hatte keinen Autoresponder drin, nur ein Teams-OOO, deshalb öffnete ich Teams auch nicht) und leitete dort ein paar dringende Sachen weiter. Und dann versenkte ich mich in meine Unterlagen und Notizen von der Weiterbildung und arbeitete am Portfolio (also der Abschlussarbeit dieser Weiterbildung, die die Lernfortschritte und Schlussfolgerungen dokumentieren soll).

Irgendwann in meiner Planung für den Tag hatte ich mir eingebildet, ich könnte „zwei oder drei“ Kapitel meines Portfolios schaffen, aber das war offensichtlich leicht überschätzt. Man könnte auch sagen: Ich arbeitete halt zu gründlich und brauchte deshalb zu lang. Aber was heißt schon „zu lang“? Ich mache die Weiterbildung ja für mich und für meinen eigenen Wissenszuwachs, deshalb möchte ich mir die Zeit lassen, die sich richtig anfühlt. Und in diesem Fall bedeutete das, dass ich nur ein Kapitel zu schreiben schaffte. Wobei „schreiben“ halt auch beinhaltet, dass ich meine Notizen und das Material des entsprechenden Weiterbildungsmoduls noch einmal durchsah und dann länger brauchte, um eine inhaltliche Entscheidung zu treffen (verschiedene Dinge zur Auswahl, die ich erst detaillierter ansehen und bewerten musste). Dafür habe ich das Gefühl, es jetzt wirklich sinnvoll gemacht zu haben.

Längere Mittagspause um kurz vor eins mit dem restlichen Curry (ziemliche Riesenportion) und einem Eis hinterher. Ein Kaffee, ein bisschen Quatschen mit dem Liebsten, der zwar viel zu tun hatte, aber deutlich besser gelaunt war (die blöden Kopfschmerzen hatten sich verzogen). Dann arbeitete er weiter und ich machte noch länger Pause und schaute nach dem Kater. Draußen ABSURD warm, wieder locker dreißig Grad (hallo, Spätsommer???), deshalb war er den ganzen Tag im Garten. Ließ sich dort aber problemlos die Tropfen geben.

Bevor ich wieder an den Rechner ging, las ich noch mein aktuelles Buch zu Ende, Gut wird’s hier nicht mehr, aber besser von Aljosha Muttardi. Ich kenne den Autor in erster Linie von seinen YouTube-Kanälen („Vegan ist ungesund“ und sein eigener Kanal) und auch von einer Staffel Queer Eye Germany. In dem Buch macht er einen großen Rundumschlag, intensiv autobiographisch unterfüttert: Queerness, Veganismus, Social Media, Gesundheitswesen, Aktivismus. (Sogar Palästina kriegt er irgendwo noch unter.) Teilweise sind mir etwas zu viele Wiederholungen drin, zu viele Gedankenschleifen (das Gleiche in anderen Worten noch einmal und noch einmal gesagt), aber insgesamt würde ich es schon empfehlen. Es wirkt sehr authentisch und er spricht einige wichtige Punkte an. Man könnte sagen, einerseits vielleicht ein bisschen etwas für „Follower“ (zu denen ich mich jetzt nur so halb zählen würde), andererseits nimmt man aber schon was daraus mit. Und man hat es schnell durch.

Am Nachmittag dann ausführliches Versinken ins Analysieren, Notizenmachen, Zusammenschreiben, und gegen fünf war ich fertig und hatte ein Kapitel geschrieben. (Das klingt so, als würde ich an einer wissenschaftlichen Arbeit schreiben, und auch wenn das theoretisch richtig ist, habe ich praktisch in erster Linie einen Analysebogen ausgefüllt.) Ich überlegte kurz, ob ich noch mit der Vorarbeit für das nächste Kapitel beginnen sollte, aber ich merkte, dass mein Kopf sehr leer war. Einen kompletten Tag nur „denken“ ist erstaunlich anstrengend! Deshalb schaute ich nur noch ein letztes Mal nach meinen Mails und fuhr den Rechner dann runter.

Der Liebste war auch mehr oder weniger fertig. Um sechs starteten wir deshalb in unsere Datumsnacht: Erst einmal nach dem Kater schauen, dann zu den Urlaubsnachbarn, im Haus und im Vorgarten gießen (es hat die ganze Woche nicht geregnet und war jetzt zwei Tage hintereinander sehr heiß, deshalb war es notwendig), dann eine große Spazierrunde am Flüsschen entlang und durchs angrenzende Wohngebiet. Schlau so ausgelegt, dass wir beim italienischen Restaurant rauskamen. Das war auch gut so, denn erstens war es wirklich heiß (ich war in Sandalen und T-Shirt und langer Hose – im Haus war es kühl gewesen – ziemlich aufgeheizt), und zweitens merkte ich meinen linken Fuß ausgesprochen schmerzhaft.

Nur doof halt, dass das Restaurant aktuell Betriebsferien hat (es sind IMMER noch Sommerferien hier, meine Güte) und wir vor verschlossenen Türen standen. Also gingen wir halt zum Asian Fusion Restaurant ins Nachbarviertel. Eher ungern, denn wir waren da letzte Woche schon, ich hatte deshalb auf gebratene Udon nicht so richtig Lust, und mittags hatten wir ja schon Curry mit Reis gehabt.
War aber trotzdem die richtige Entscheidung: Der gebratene Tofu mit Gemüse war richtig lecker, der Klebreis dazu auch gut (und anders als der Vollkornreis mittags) und überhaupt war es total entspannend, draußen zu sitzen und sich schön zu unterhalten. Guter Abend.

Daheim tropften wir erst einmal den Kater ein letztes Mal (…nur noch zweieinhalb Tage) und setzten uns dann mit einem Glas sizilianischen Grillo auf den Balkon. Das war nur leider etwas absurd: Obwohl es schon dunkel war (kurz nach neun), hatte sich der Balkon so aufgeheizt und die Platten strahlten so viel Wärme ab, dass wir es als unangenehm heiß empfanden und bald wieder reingingen.
Also drinnen noch zwei Folgen Sternentor (Vala ist schon fast vollständig dabei, O’Neill und Carter sind – zumindest vorübergehend – weg und die Ori entpuppen sich als die Riesenarschlöcher, die sie sind: Wir sind in Staffel neun und nähern uns dem Ende) und ein zweites Glas Wein. Um kurz nach zehn ins Bett (begleitet vom Kater, der wieder zum Pennen nach oben kam), dort ein neues Buch gestartet. Ganz okayes Lesejahr bis jetzt.