Staffelsee im Nebel, Dienstag 20.10.2026

  • Beitrag veröffentlicht:
  • Beitrags-Kategorie:Garmisch / Tagebuch

Wieder eine furchtbar warme Nacht, obwohl wir das Fenster komplett offen hatten. Ich weiß nicht warum es in diesem Schlafzimmer so heiß wurde. Vermutlich lag es auch ein bisschen an den Decken. Auf jeden Fall unruhig geschlafen, lang wach gelegen und dementsprechend morgens nicht so früh aufgestanden. Erst um zehn vor acht war ich schließlich so richtig wach und stand auf für Tee und übliche Morgenroutine. (Also natürlich ohne Kater, aber immerhin mit ein bisschen Küche und Tee.)
Wir hatten ja am Tag davor Sachen gekauft, damit wir zu Hause frühstücken konnten und hatten auch keine Eile, sehr schnell aus dem Haus zu kommen, zumal es draußen sehr nass war,diesig, und man vor lauter Nebel überhaupt keinen Berg sah. Wir hätten an der Nordsee sein können. Na ja, abgesehen von der Architektur. Außerdem hatte ich ziemlichen Muskelkater. Kein Wunder.

Erst einmal Frühstück mit Brot und veganer Sauigelwurst, dazu Tee und eine Kanne Kaffee. Dann eine ausführliche Dusche, ich nahm mir Zeit fürs Haare waschen. Ein bisschen Sachen zusammengeräumt und plötzlich war es kurz vor elf und wir wollten auf den Zug um 11:07 Uhr. Deshalb leichte Hektik, aber wir gingen rechtzeitig aus dem Haus und waren schnell am Bahnhof. Mittlerweile hatte sich der Nebel verzogen und es versprach ein sehr sonniger Tag zu werden, wunderschöne Berge vor blauem Himmel.

Da wir uns vorgenommen hatten, möglichst „eben“ zu gehen, einfach um meine Knie zu schonen, hatten wir die Idee, mit dem Zug nach Murnau zu fahren und dort ein bisschen um den Staffelsee zu laufen. Ein See: Das sollte ja wohl eben sein. Was wir nicht bedacht hatten: Vermutlich wegen des Sees oder wegen des Moors oder wegen beiden hingen die tiefen Wolken komplett über dem Tal und wir fuhren quasi von der Sonne weg. In Murnau waren es gerade mal 10 Grad und vollkommen neblig. Nun ja.

Wir gingen vom Bahnhof aus trotzdem in Richtung See und dort ein bisschen am Seeufer entlang. Das war allerdings eher unterwältigend: Das Seeufer ist größtenteils in Privatbesitz (von irgendwelchen fetten Häusern) und deshalb mit Zäunen und Büschen abgeschirmt. Ziemlich bescheuert. So richtig schön spazieren konnte man dort auch nicht. Also eine Runde Richtung Seehausen, dann recht schnell wieder abgebogen und zurück in Richtung Stadt gelaufen. Diese ist eher ein Städtchen, hat aber ein wirklich niedliches Zentrum, das in erster Linie aus einer historischen Hauptstraße besteht. (…Spätmittelalter, schätzten wir.)

Mittlerweile war es ein Uhr und wir hatten ziemlich Hunger, deshalb befragten wir die Kuh und gingen in ein vietnamesisches Restaurant. Dort ordentliches Essen: für mich Curry mit veganem Hähnchen, für den Liebsten veganes Rindfleisch mit Gemüse im Pfeffersoße. Danach gingen wir gegenüber zum Café Krönner (wieder), hatten dort zwei Stück Kuchen (leider ziemlich deutlich unvegan, und Milchprodukte-Geschmack kann ich halt mittlerweile echt nicht mehr gut) und zwei Tassen Hafermilchkaffee, und dann war es halb drei und wir hatten vom Nebel genug und fuhren mit dem Zug wieder zurück.

In Garmisch gingen wir zurück in die Ferienwohnung. Wir waren beide ziemlich müde und hatten ordentlich Muskelkater, deshalb wollten wir nicht mehr lange rumlaufen und waren auch beide etwas uninspiriert. Restlicher Tag also Tee daheim, viel, viel lesen, und gegen 7 Uhr schließlich noch einmal kurz aus dem Haus und in den Supermarkt, Kleinigkeiten zum Abendessen holen. Dieses bestand dann aus einer letzten Brezel, ein paar Chips und einer Portion Ramensuppe (diese merkwürdigen Instantramen, von denen sich manche Leute quasi ausschließlich ernähren, für mich völlig unerklärlich – es war für mich die richtige Portion Salz und Kohlehydrate am Abend, aber ich brauche das die nächsten drei Jahre nicht mehr).
Wir teilten uns das letzte Bier und verbrachten einen ruhigen Abend. Und ich schaffte es sogar fast, mein Buch zu Ende zu lesen. Aber um kurz nach zehn war ich dann doch zu müde und machte das Licht aus.