Bergspitze (fast) und Knie blöd, Montag 19.10.2026

Relativ anstrengende Nacht: es war furchtbar warm, bis der Liebste das Fenster komplett aufmachte, außerdem war ich durstig und musste viel trinken und dann natürlich auch viel aufs Klo. Und keine Ahnung warum, aber ich hatte schon wieder Kopfweh. Deshalb nahm ich irgendwann eine Ibu und konnte damit schließlich schlafen.

Am Morgen um zwanzig nach sieben aufgewacht und immerhin einigermaßen fit. Wir tranken erst einmal zwei Tassen Schwarztee und planten ein bisschen den Tag, dann duschen und um halb neun aus dem Haus zum Frühstück. Für uns ganz praktisch war der denns Biomarkt gleich um die Ecke. Dort kauften wir gemahlenen Kaffee, Hafermilch und eine Portion Seitansalami und holten uns dann an der Cafétheke zwei Tassen Milchkaffee, zwei Brötchen und zwei Laugencroissants. Das wurde in dem Cafébereich unser Frühstück. Ziemlich gut, nur hatte sich die Kassiererin vermutlich vertippt, denn das Ganze kostete 30 €. Zum nächsten Frühstück also vielleicht nicht mehr in den Biomarkt.

Nach dem Frühstück nach Hause, kurze Ruhepause. Ich versuchte mein Mikrofon am Tablet zu aktivieren, weil ich Trottel meine Bluetooth-Tastatur vergessen hatte. Dann packten wir unsere Sachen für den Tag und gingen um 10 Uhr zum Bus, der uns zur Talstation der Alpspitzbahn brachte. Das Wetter war ziemlich super, fast keine Wolken am Himmel und sehr sonnig, allerdings kalt, deshalb waren wir froh über Schal und Mütze, und die grüne Jacke war fast ein bisschen zu wenig.

Wie letztes Jahr auch fuhren wir mit der Alpspitzbahn nach oben zur Bergstation. Und netterweise gab uns die Frau an der Kasse sogar Rabatt wegen unserer Gästekarte, obwohl wir das eigentlich hätten online aktivieren müssen. Oben war einigermaßen wenig los, das änderte sich aber innerhalb der nächsten zwei Stunden und es wurde ein ziemlicher Rummelplatz. Aber nicht schlimm, es ist dort ja alles sehr weitläufig. Ein großer Unterschied zum letzten Jahr aber: Es war viel viel wärmer. Überhaupt gar kein Schnee, und wir zogen recht bald Mütze, dann Schal und später sogar die Jacke aus. Oben die üblichen Fotos, dann tranken wir zwei alkoholfreie Hefe und aßen zwei Portionen Pommes, und gegen zwöf machen wir uns auf den Weg, um zu Fuß von der Alpspitzbahn-Bergstation zur Kreuzeckbahn-Bergstation zu gehen. Laut Karte weniger als zwei Stunden weg und eine blaue Strecke.

Das war auch eigentlich richtig, und dementsprechend viel war auf dem Weg los, jede Menge Familien mit Kindern und Hunden und so weiter, und für uns wäre es eigentlich genau die richtige kleine Wanderung oder besser ein Spaziergang gewesen, nur waren es am Ende trotzdem ca. 300 Höhenmeter ausschließlich bergab. Und das gefiel meinem linken Knie leider gar nicht. Schon nach relativ kurzer Zeit begann es ernsthaft zu schmerzen und ich hatte wirkliche Mühe, die Strecke zu laufen. Wir machen nach zwei Drittel der Strecke noch mal eine Pause auf der Talstation der Hochalmbahn, tranken noch mal etwas und sahen dem Gewusel zu, und dann bissen wir eben die Zähne zusammen und gingen (…hinkten) den Rest der Strecke bis zur Kreuzeckbahn. Auf den ebenen Streckenabschnitten war alles gar kein Problem, Achillessehne und Knöchel und auch generelle Fitness waren alle in Ordnung, nur das linke Knie schmerzte richtig beknackt.

Trotzdem ganz schön stolz, dass wir (…ich) die Strecke schafften. Mit der Kreuzeckbahn fuhren wir wieder runter, stiegen an der Talstation in die Zahnradbahn ein und fuhren zum Hauptbahnhof und waren um drei wieder zurück in der Ferienwohnung. Dort ein bisschen Ruhepause. Wir machten uns einen Kaffee, ich schaffte es, das Mikrofon an meiner Tablet-Tastatur zu aktivieren, und machte ein bisschen Blog-Notizen.

Gegen vier gegen gingen wir wieder aus dem Haus. Keine besonderen Pläne, nur ein bisschen shoppen. Dazu gingen wir nach Garmisch ins Zentrum, mäanderten ein bisschen und kauften in loser Reihenfolge im Touriladen einen Kühlschrankmagneten, ein T-Shirt mit Gämsen und Kräutersalz für unsere Katzensitterin, in der Apotheke eine neue Packung Ibuprofen (rein prophylaktisch, bis aufs Knie ging es mir gut) in einer kleinen Buchhandlung eine Postkarte und ein Buch, weil ich noch nicht genug habe, und schließlich im Edeka eine Funktionsmütze und Hausschuhsocken sowie ein paar Lebensmittel für die nächsten anderthalb Tage. Zum Frühstück vor allem und für zwischendurch.

Damit war es ungefähr halb sechs und der Liebste bekam Hunger. Ich fand es zwar ein bisschen früh zum Abendessen, aber egal. Das stellte sich als richtige Entscheidung heraus, denn wir gingen zur Pizzeria La Bahia ein bisschen außerhalb, ganz in der Nähe von unserer Wohnung letztes Jahr, und als wir ankamen, waren schon einige Gäste da und es wurde recht bald nach uns sehr voll. Wie wir sehen konnten viele Stammgäste, viele Einheimische, was immer ein gutes Zeichen ist.
Wir waren mit dem Abend auch wirklich sehr zufrieden. Ganz ausgezeichneter Service, und das Essen war auch wirklich gut. Als Aperitif nahmen wir beide einen Crodino und teilten uns einen Teller gegrilltes Gemüse, das erstaunlich gut war. Dann Penne Arrabbiata für den Liebsten und Spaghetti mit Pilzen und frischen Tomaten für mich. Meine Spaghetti waren nicht super, ich hätte vor allem mehr Knoblauch erwartet, aber sie waren in Ordnung. Dazu für jeden ein Glas Wein, der Merlot des Liebsten war wirklich gut, mein Primitivo vielleicht ein bisschen zu warm und nicht ganz überzeugend, aber okay. Nach dem Essen einen Espresso, und als der Liebste ein großzügiges Trinkgeld gab, bekamen wir noch einen sehr guten Grappa aufs Haus.

Anschließend nach Hause gewandert, wir hatten keine Lust auf Bus. Kein Wunder, dass meine Uhr irgendwann verkündete, ich hätte mein Schrittziel heute doppelt erreicht. Daheim dann ein ruhiger Abend mit Wasser und viel Lesen und wirklich früh ins Bett. Nach der vielen Bewegung waren wir beide sehr müde.