Heute ist wieder der Fünfte und damit Tagebuchbloggen-“Event“: Frau Brüllen fragt in ihrem Blog „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ und das Internet (also wer mag) antwortet. Hier mein Tag:
Irgendwann aufgewacht und eigentlich recht gut gefühlt, aber ich musste halt aufs Klo und hatte keine Lust, aus dem gemütlich warmen Bett aufzustehen. Während ich noch mit mir verhandelte, ging das Licht des Lichtweckers an: Also quasi perfekt ausgeschlafen. SO GUT! UND ich hörte den ersten Vogel draußen frühlingszwitschern, als ich die Fenster aufmachte! Dementsprechend beschwingte Küchenrunde, vor allem da der Liebste mich unten schon erwartete, ebenfalls ausgeschlafen und seit fünf wach, und die Kater waren damit auch schon versorgt.
Eigentlich hatte ich noch im Bett liegend so ungefähr kalkuliert, wie lang ich morgens so ungefähr brauchen sollte (nicht unbedingt in der Realität brauche, denn manche Sachen sind ja beliebig verlängerbar): 30 Minuten Aufstehen, Katzenmaintenance und Küchenrunde, 30 Minuten bloggen, 30 Minuten Frühstück, Zeug wegräumen und zweiten Tee kochen, 30 Minuten Bad und richten: halb sieben aufstehen, halb neun aus dem Haus. Das war aber eine ziemlich idealisierte Vorstellung, und zumindest heute konnte ich sie schon mal nicht austesten, da die Kater ja schon versorgt waren. (Keine Beschwerde von mir.) Ich saß also um Viertel vor sieben schon mit Tee am Laptop, während der Liebste uns ein Porridge machte.
Ein bisschen schreiben, Frühstück, Tee, dann ausführliche Körperpflege mit begleitendem Lage-Podcast (wo das erste Kapitel sich ewig mit einem Vorschlag der SPD zur Reform der Erbschaftssteuer beschäftigt, und nichts gegen das Thema, aber das ist bisher nur ein Vorschlag und alles noch sehr in der Luft, da hätte es meiner Ansicht nach kein halbstündiges Feature gebraucht). Ein bisschen Rätselraten bei der Kleiderwahl: Kann man die neue dunkelblaue Jeans und den quasi neuen blauen Wollcardigan mit einem (neu von der Schwester geschenkt bekommenen) braunen Shirt kombinieren? Eigentlich heißt es ja, blau und braun geht nicht, aber auch eigentlich gibt es ja schlechtes „das beißt sich“ und gutes „das beißt sich“ (denke ich). Am Ende fand ich zwar, dass die Farbkombi durchaus passte, aber das Shirt war zu kurz, um es ohne was drunter einfach so zu tragen (im Winter wäre das ein Kandidat für Nieren- und Rückenschmerzen), und mit Unterhemd wäre es zu viel gewesen. Also doch ein Shirt in cremeweiß. Passte auch gut.
Zwanzig vor neun aus dem Haus (…10 Minuten später als angedacht, dem Haarewaschen und der Kleiderwahl geschuldet), ich war trotzdem pünktlich um kurz vor neun im Büro.
Recht anstrengender Arbeitstag, vor allem weil neben mir noch drei Kolleg:innen da waren und damit das Zimmer für meinen Geschmack deutlich zu voll. Schon okay, zusammen zu arbeiten (so konnten wir gleich ein paar Sachen im direkten Gespräch abhaken, anstatt lang zu chatten), aber es kostet mich einfach Konzentration.
Nichtsdestotrotz: Meine Erlediliste ganz gut abgearbeitet am Vormittag, die Mailbox sah gut aus. Mittagspause um halb eins mit restlichem Gemüseeintopf und einem Blick auf die Timeline (und ohne Kolleg:innen, wir hatten alle unausgesprochen das Bedürfnis, allein Pause zu machen).
Drei interessante Dinge am Nachmittag: Erstens fiel mir ein etwas blöder Fehler auf, den den Katastrophenlieferant gemacht und ich nicht nachbearbeitet hatte. Nicht so richtig doof, aber ich war erst einmal ausgebremst (und werde später vermutlich Zusatzarbeit haben). Ich schrieb an die Kairokollegin mit Bitte um Informationen und muss jetzt erst einmal warten. Was ich ja gar nicht so gern mag (wenn schon Fehler ausbügeln, dann wenigstens gleich ran).
Zweitens ein interessanter Anruf, aus dem sich eine komplexe Angebotserstellung ergab – damit war ich mehr oder weniger den restlichen Nachmittag beschäftigt. Mache ich halt nicht jeden Tag, schon gar nicht in diesen Details. Und drittens flatterte mir eine Weiterbildungsoption auf den Tisch, die sich auf den ersten und auch zweiten Blick ziemlich exakt als das darstellte, was ich im letzten Jahr noch vergeblich gesucht hatte. Wenn daraus etwas werden würde, dann wäre ich das nächste Dreivierteljahr ziemlich beschäftigt, aber in einer guten Art. Ich schrieb an den Liebsten für ein Stimmungsbild, und machte dann für den nächsten Tag mit der Geschäftsleitung einen Gesprächstermin aus. Wir werden sehen.
Noch ein wenig Unterrichtsvorbereitung für die nächsten zwei Tage, und um zwanzig vor sechs machte ich Schluss (den Gedanken an Fitness hatte ich da schon verworfen). Heimweg im noch nicht ganz Dunkeln und bei leichten Plusgraden (tagsüber war mehrfach die Sonne rausgekommen). Alles super eigentlich, nur dass ich mit doofem Bauch- und Kopfweh heimging.
Der Liebste war daheim in den letzten Zügen seiner Arbeit und leicht gestresst. Ich versorgte erst einmal die beiden Kater und machte mir einen Fencheltee. Dann gemeinsames Kochen: Ich hatte aus unserem Hugh Fearnley-Whittingstall-Kochbuch (…dieser Name) ein neues Rezept herausgesucht, und zwar gebratener Chicorée, Oliven und Kichererbsen, gewürzt mit Salz und etwas Knoblauchpulver, Orangensaft und -zesten. Das ist schon das ganze Rezept, und so einfach es klingt, so war es auch zu kochen, aber es war (typisch für seine Rezepte) eine ganz außergewöhnlich aromatische, tolle Kombination. Nur war die Mengenangabe „vier Portionen“ wohl eher als Vorspeise oder Beilage gedacht. (Es ist ja auch kein „Sättigungsanteil“ dabei – zusammen mit beispielsweise Country Potatoes könnte ich mir das sehr gut vorstellen.) Wir aßen es auf jeden Fall zu zweit komplett auf und danach noch einen Zitronenjoghurt mit ein paar Nüssen zum Nachtisch. Und ich holte mir für den nächsten Mittag eine Portion Spinatbörek aus der Tiefkühltruhe.
Ab halb acht auf dem Sofa: Kater bespaßen und die letzten zwei Folgen Bodkin ansehen. Sehr nette, spannende, lustige Krimiserie (das Format mit sieben Folgen passt mir sehr gut, man kann die Geschichte etwas detaillierter erzählen, aber es zieht sich nicht ewig hin), und halt überhaupt Irland (Westcork!). Tolle Bilder und so.
Nach der letzten Folge hatte ich keine Lust, noch etwas Neues anzufangen, deshalb ging ich um zehn vor neun schon nach oben und fing im Bett ein neues Buch an (Mick Herron, Down Cemetery Road, ein Buch nicht aus der Slough House-Reihe). Ganz guter Start, und guter Tagesabschluss.