Nacht mittelprächtig: Temperatur weniger konstant, als ich gern hätte, Schlafdauer ebenfalls, wenn ich nur einmal (…oder kein Mal) hätte aufstehen müssen statt zweimal, wäre das auch okay gewesen. Trotzdem einigermaßen ausgeschlafen morgens, was vermutlich auch der Tatsache geschuldet war, dass ich einen relativ ruhigen Tag vor mir hatte. Oder zumindest erhoffte.
Normale Morgenroutine mit Katzenmaintenance und Küchenrunde, bis auf die rote Tablette erst im zweiten Anlauf klappte alles fließbandmäßig. (Die rote Schilddrüsentablette in einem Stück Wurst ist nach wie vor die Herausforderung: Magi spuckt sie nicht mit Absicht wieder aus, sondern er hat einfach Mühe, die Sachen zu zerbeißen und zu schlucken und dabei das Maul geschlossen zu halten, und da die Tablette so ein Dragee mit fester (und glatter) Hülle ist, fällt sie ihm halt sehr schnell wieder raus. Man fragt sich, ob die Tiermedikamente-Hersteller ihre Produkte eigentlich nicht an echten Tieren ausprobieren. Also nicht von der Verträglichkeit, sondern rein vom Handling her.)
Anyway. Der Tag war ein Prüfungstag, aber da ich nicht verantwortlich war und alle Aufgaben von den Kolleg:innen abgedeckt wurden, hatte ich beschlossen, daheim zu arbeiten und nur als Backup bei Fragen oder Problemen zur Verfügung zu stehen (ich wohne ja glücklicherweise fußläufig vom Büro entfernt). Also keine Hektik am Morgen, stattdessen ein relativ ruhiger Tagesanfang. Zum Frühstück Brot mit Mandelfrischkäse und Lemon Curd, dann ein erster Blick in die Nachrichten (alles ruhig) und schnell ins Bad. Noch eine Kanne Tee gekocht (dieses Mal den Gunpowder von 2016, der mir letztes Jahr schon sehr gut gefallen hatte, eignet sich hervorragend für einen zweiten Aufguss und wird vielleicht auch nachgekauft) und ab neun war ich am Schreibtisch.
Am Vormittag hatte ich gar keine Termine und deshalb Zeit für ein bisschen Unterrichtsvorbereitung und vor allem viel, viel administrativen Krams. Einiges aufgelaufen die letzten Tage. Nebenher ein kurzer Blick in die Nachrichten (es passiert gerade wieder so viel, über das ich mich aufregen könnte, wenn ich die Energie dazu hätte – ich sage nur Heizungsgesetz und Gaslobby und überhaupt), ansonsten eben die Erlediliste abgearbeitet und meine Mailbox mehr oder weniger geleert.
Mittagspause um Viertel vor eins. Der Liebste war auch daheim und draußen zeigte sich das schönste Frühlingswetter, deshalb gingen wir nach dem Essen (restliches Aloo Palak) für einen Kaffee aus dem Haus. Schnell zum dm, ein paar Kleinigkeiten kaufen, und dann zu dem Bäcker, der auch Hafermilch für den Kaffee und IMMER NOCH die Sondereditions-Fasnetsberliner hatte!!! Außerdem Faschingskrapfen, die Fastenzeit schien ihm recht egal zu sein. Uns in dem Moment auch (und gekauftes Gebäck fällt eh nicht unter unsere Süßkram-Regel), deshalb nahmen wir zum Kaffee jeder einen Krapfen und für daheim sechs Berliner (zwei Nougat, zwei Mandel, einen Bienenstich und einen Pistazie). Dann wieder nach Hause, ausgesprochen gut gelaunt – was so ein bisschen Sonne auf die Nase (wir brauchten die Sonnenbrillen) und Wärme alles ausmacht.
Den Nachmittag über drei Meetings, davon ein längeres, ansonsten weiter im Text mit Orgakram – ganz guter Stand am Abend. Das vorletzte Meeting war etwas merkwürdig, weil ich über den Link in einen Zoom-Unterricht meiner Kollegin dazukommen sollte. Als ich den Link anklickte, kam aber nur die Info „Meeting wurde noch nicht gestartet“. Also schrieb ich die Kollegin über Teams an: Doch, sie war im Meeting, aber sonst niemand, keine Ahnung. Ich loggte mich über ihren Account ein (Zoom meckerte ein bisschen „Account schon durch xy in Benutzung“, akzeptierte mich aber) und startete das Meeting noch einmal – und da war sie dann, und kurz darauf auch die anderen Leute. Vielleicht war sie ursprünglich im Meeting gewesen, oder es gab eine merkwürdige Blockade. Keine Ahnung. Zoom läuft ja eigentlich ausgesprochen stabil (wenn wir Probleme haben, dann liegt es quasi immer an der Internetverbindung und nie an Zoom). Nun ja.
Um sechs Feierabend, nach einem insgesamt recht erfolgreichen Tag. Ich holte erst einmal den Kater zur Abendfütterung von der Terrasse (Magi trug ich zwei Stunden später aus meinem Schlafzimmer nach unten, er wollte nicht kommen, fraß aber dann – hoffentlich kein schlechtes Zeichen) und dann den Liebsten aus seinem Arbeitszimmer. Kochen wieder gemeinsam (so cool, wenn das klappt): ein klassisches Dal aus roten Linsen und dazu gebratener Weißkohl mit Sonnenblumenkernen und geschmorten Zwiebeln, indisch gewürzt. Sehr, sehr gutes Essen. (ein Hugh Dingsbums-Sagnochmal-Rezept.) Als Nachtisch ein Nougatberliner.
Und dann mit einem (alkoholfreien) G&T auf den Lesesessel, wo ich mich für den Rest des Abends verkroch: Endlich wieder Lust zum Lesen. Ich habe ein neues Buch von Mick Herron angefangen, den zweiten Band der Zoë Boehm-Reihe, und bis jetzt bin ich noch nicht ganz so drin (ich habe etwas die Befürchtung, das wird ein Beispiel für typische Zweitromanitis werden), aber schnell weglesen tut es sich schon. Deshalb schaute der Liebste irgendwas auf Netflix und ich stöpselte mir die Ohren mit meinen Experience-Loops zu und las. Um neun hoch ins Bett und dort noch ein wenig weitergelesen, aber trotzdem früh das Licht aus.