Recht unruhig geschlafen, obwohl ich, von einmal Nasenkaterbesuch abgesehen, im Schlafzimmer recht unbelästigt war. Trotzdem immer wieder aufgewacht, draußen unterhielten sich mitten in der Nacht Leute (diese Vollidioten), durch die offenen Fenster schien das Licht und in meinem Kopf ratterten die Gedanken. (Tausend Sachen für die Arbeit noch zu erledigen, und den Liebsten hatte ich noch gar nicht heimkommen gehört, dabei war es schon spät, und überhaupt lag ein sichtlich krankes Magertier unten auf dem Sofa und ich fühlte mich ganz hilflos.)
Um Viertel nach fünf dann von einem laut schimpfenden Nasenkater geweckt worden. Klar, ich hatte die Klappe unten wieder zu gemacht, er war also reingekommen und konnte nicht wieder raus. Ich ließ ihn, ziemlich kreislaufig nach drei Stockwerken Treppe, unten zur Kellertür raus, nur um ihn auf der Schwelle umdrehen zu sehen, weil er nämlich gar nicht raus, sondern gefüttert werden wollte. Harhar. Ich kroch noch einmal zum Liebsten ins Bett (der war natürlich heimgekommen, ich hatte ihn nur nicht gehört) und machte dort das Fenster auf, sodass der Kater aus dem Fenster rausklettern konnte (offensichtlich ist selbstbestimmt zum Fenster raus okay, aber durch die Kellertür nicht). Irgendwann wurde es mir zu warm, also ging ich wieder in mein Schlafzimmer und schlief noch einmal bis halb acht. (Nervtier.)
Morgens der erste Blick nach Magi. Der war im ganzen Erdgeschoss nicht zu sehen: Nachdem er es gestern kaum auf dem Sofa von links nach rechts geschafft hatte, war er jetzt die Treppe runtermarschiert und zum Liebsten ins Bett geklettert. Und auch sonst schien es ihm besser zu gehen, er wollte raus. Also kümmerte ich mich um den Nasenkater (Medikament und Futter kein Problem), während der Liebste mit Magi rausging und ihm seine Medikamente mit der Spritze in den Maulwinkel gab (fand er blöd, aber so aufschlecken wollte er nicht, und er muss mindestens das Antibiotikum und die Herzsachen nehmen). Dann beide Kater zum Pennen in den Garten, und ich habe doch so eine halbe Hoffnung, dass es mit Magi wieder besser wird.
Kleine Küchenrunde, dabei Austausch mit dem Liebsten (er hatte eine gute Zeit gehabt, was bei so alten Klassenkameraden-Treffen ja keine Selbstverständlichkeit ist), Tee kochen und schließlich machte der Liebste uns Pfannkuchen zum Frühstück. Es hat seinen Vorteil, wenn man sich auf dem Grillfest mit Alkohol zurückhält und am nächsten Morgen nicht völlig verkatert ist!
Anschließend ruhiger Vormittag: Der Liebste wischte einmal schnell oben und unten durch und zog sich dann mit Laptop aufs Sofa zurück, und ich ließ eine Maschine mit Katzendecken laufen, schrieb ein bisschen und las das Internet leer. Nebenher ein Blick in die Zeitung, eine Kanne Bancha, viel Wasser, während langsam die Bude warm wurde und wir alles verrammelten und verdunkelten. Gelegentlich schauten wir nach Magi, der im Garten im Gras lag und sich alle 20 Minuten so umlegte, dass er im Schatten blieb. Einmal eine kleine Gießrunde für die Staudenbeete, vom aufgeregt hüpfenden Kater begleitet, bei dem ich bei der Gelegenheit eine fette Zecke entdeckte und rauszog (Drecksviecher). Insgesamt Business as usual.
Zum Mittagessen eine große Schüssel Salat (restlicher Kopfsalat aus der Gemüsekiste, wir haben ja in der Solawikiste der Nachbarn noch mehr Salat bekommen und müssen jetzt viel essen), dazu briet der Liebste uns zwei Seitan-Pseudohähnchen an, die ich aus dem Gefrierfach geholt hatte. Bisschen schmal, fand ich, aber wir hatten natürlich noch Erdbeeren mit Quark hinterher. Zeitungsrätsel, ich schaute bei YouTube vorbei, Zeugs. (Mein Selbstdisziplinspeicher war überraschend leer, dafür dass ich ja eigentlich nur eine Viertagewoche hinter mir hatte. Aber ich empfinde das Arbeiten gerade als ausgesprochen anstrengend – zu viele Baustellen parallel – und habe das Gefühl, ich hätte in den vier Tagen ein 40-Stunden-Pensum absolviert.)
Ausführliche Körperpflege mit kühler Dusche – ich war leicht irritiert, wie heiß es immer noch war. Eigentlich waren Temperaturen unter 30 Grad angesagt, aber das fühlte sich irgendwie anders an. Trotz Wärme gingen wir direkt anschließend auf Einkaufsrunde zu Alnatura und dm. Wenig los, wir brauchten wenig (trotzdem Wagen voll wegen vieler voluminöser Sachen, Klopapier und Katzenstreu und Vorratspackungen an Futter und sowas), und es war fast ein bisschen schade, dass wir beim Gemüse durch die Kisten versorgt sind: Es ist so schön, wenn die ganzen Sachen von der Reichenau wieder da sind. (Erdbeeren und Tomaten und so nahmen wir natürlich trotzdem mit).
Daheim räumte ich die Sachen weg und setzte mich dann an den Laptop: Seit einigen Wochen schon möchte ich unser „Haushaltsbuch“ wieder aktualisieren. Unsere kompletten Ausgaben tippe ich schon lang nicht mehr in irgendeine Exceltabelle ein (hatte ich mal, ist aber viel zu aufwendig, wir halten das über die Banken-App im Blick und über ein Banking-Programm, das der Liebste auf seinem Rechner hat und das die Ausgaben mehr oder weniger selbstständig filtert und in Kategorien sortiert). Aber wir haben eigentlich eine Art „Warenkorb“ an ungefähr 40 typischen Produkten, die zu unserem Grundbedarf gehören an Lebensmitteln und Non-Food, und die wir auch mehr oder weniger immer gleich kaufen (also gleiche Marken, gleiche Läden). Eigentlich hebe ich deshalb die Kassenzettel von Alnatura und dm auf (das sind halt unsere Haupt-Läden, dass der Supermarkt nebenan regelmäßig dazugekommen ist, ist eher eine Entwicklung der letzten anderthalb Jahre) und tippe die Preise ein – weniger wegen der exakten Ausgaben, sondern eher, um die Preisentwicklung zu sehen und ein Gefühl für die Preise und „billig“ und „teuer“ zu haben – das Gefühl ist mir nämlich die letzten Jahre ein bisschen abhanden gekommen. Früher war ich da sehr exakt und hatte eine klare Erwartungshaltung, was welche Sachen kosten durften, damit ich sie mir leisten konnte oder nicht. Jetzt nicht mehr – hängt natürlich auch mit der geänderten Einkommensentwicklung zusammen. (Des fetten, großen Privilegs bin ich mir sehr bewusst.)
Also Einkaufszettel. Auf unserem Telefontischchen lag ein großer Berg an Zetteln, und als ich die Liste auf dem Laptop öffnete, stellte ich fest: Letzter Eintrag Juni 2024. Nun ja. Ich beschloss erst einmal, dass ich von 2024 wohl nichts mehr nachtragen würde, und schmiss alle Zettel aus diesem Jahr weg. Dann sortierte ich die anderen Zettel nach Datum, legte eine Liste für 2025 und eine weitere für 2026 an und trug dann erst einmal für 2026 die Jahre Januar bis Mai ein. Und dann entschied ich, dass meine statistische Neugier nicht so groß und die Aussagekraft im Nachhinein eher gering wäre und ich deshalb eigentlich das Jahr 2025 auch nicht mehr unbedingt brauche. Also löschte ich die leere 2025er-Tabelle wieder und schmiss die Zettel aus dem Jahr auch weg. Damit war das Telefontischchen wieder deutlich leerer.
Fazit der Aktion: Vor allem der Alnatura ist ganz erstaunlich preisstabil. Bis auf zwei oder drei Ausnahmen (Mandelmus, Orangensaft) sind die Lebensmittel preislich gleich oder sogar billiger geworden. Bei ein paar Sachen haben wir seit 2024 die Marke gewechselt (unter anderem deshalb, weil Alnatura mit „Prima“ eine Art günstig-Schiene eingeführt hat, so unter dem Motto „Bio für alle“, mit wirklich günstigen Preisen und großen Packungsgrößen, was wir teilweise gern nutzen). Insgesamt kann ich also keinen wirklich schlimmen Preisanstieg erkennen. Beim dm ist es ganz ähnlich. Finde ich echt ziemlich großartig.
Was ich noch nicht angeschaut habe, ist die Entwicklung bei unserer Gemüsekiste, wobei ich auch dort denke, dass sich die Preise nicht sonderlich geändert haben (wir bestellen dort ziemlich konsequent regional und saisonal, und das macht preislich einen riesigen Unterschied). Was wir die letzten Monate preislich gemerkt haben, waren eher die häufigen Einkäufe im Supermarkt nebenan. Wir kaufen dort halt keine billigen Vorräte, sondern eher so Spezialsachen, die es im Alnatura nicht gibt (manche Fleischersatzprodukte, manche „internationalen“ Lebensmittel wie spezielle Ramen und sowas). Und oft dann halt noch ein bisschen Krempel, den man eigentlich nicht braucht. Nun ja. Insgesamt glaube ich, dass wir nicht völlig übertrieben Geld ausgeben (und wir verdienen das Geld schließlich, um es ausgeben zu können, würde ich sagen), aber es lohnt sich schon, das im Blick zu behalten.
Während des Preise-Eintippens übrigens ein bisschen Podcasterei. Neben dem Altbewährten (OK, Amerika und ein paar Folgen aus IQ – Wissenschaft und Forschung) habe ich nämlich neu den Podcast Die Lösung vom BR entdeckt (bzw. wurde mir empfohlen, die öffentlich-rechtlichen Podcasts empfehlen sich ja immer gegenseitig). Ein Psychologie-Podcast, was ja ein sehr weites Feld ist, aber die Themenauswahl gefällt mir bis jetzt ziemlich gut. Außerdem ein wechselndes Host-Team mit hohem Frauenanteil, und die ersten Folgen, die ich hörte, waren eine ganz gute Mischung aus Fachkenntnis und relatable. Mal sehen.
Zum Abendessen hatten wir auswärts geplant, die eigentliche Freitags-Datumsnacht nachholen. Erst einmal Blick in den Garten, die Kater bekamen ihre Abendportion Medikamente, und Magi fraß auch ganz ordentlich Frischfutter (yay!) und trank Wasser. Sehr gut.
Dann also Restaurant, nach etwas Überlegen landeten wir beim Asian Fusion Restaurant, weil man dort wirklich nett draußen sitzen kann. Erstaunlich wenig los, die Außenterrasse zu zwei Dritteln besetzt, drinnen niemand. Uns war es recht, so kam auch das Essen schnell, aber auffallend war es schon. Ich vermute aber mal, dass es nur an den Pfingstferien liegt.
Schöner Abend mit netten Gesprächen und bewährtem Essen (Edamame, gebratener Tofu mit Gemüse und Reis für mich – okay, ich kippte ordentlich scharfe Sauce drüber – und Udon für den Liebsten. Nachtisch Mochi, diese allerdings eher für den Liebsten, ich probierte nur eins, Eiscreme ist ja generell nicht so mein Fall). Um neun auf direktem Weg nach Hause, in erster Linie, weil meine Achillessehne wieder richtig doof weh tat und ich keine langen Wege mehr gehen wollte.
Daheim holten wir Magi nach drinnen (der Nasenkater kam freiwillig mit) und zogen uns noch für anderthalb Stündchen aufs Sofa zurück, mit ein bisschen Sternentor und einem Fingerbreit irischem Single Malt als Absacker. Um elf ins Bett, in immer noch ziemlich warmen Räumen. Es wird Zeit, dass diese merkwürdig unpassende Hochsommerphase mal ein Ende findet.