Puh, was für eine Nacht. Angefangen damit, dass es 21,4 Grad hatte, als ich ins Bett ging: Ich kippte also die Dachterrassentür, in der Hoffnung, es würde schnell abkühlen (tat es nicht). Dann natürlich mehrmals aufs Klo müssen, und beim letzten Mal, nachts um drei, stand dann Magi vor der Tür und latschte mit mir ins Schlafzimmer. Naja, dachte ich, mal sehen, wenn er sich manierlich benimmt, darf er bleiben. Das ging dann so halb (nach nur viermal wegschieben hatte er kapiert, dass er sich neben mich legen muss), aber sein Schnurren ließ sich halt nicht abstellen. Ich nahm schließlich Ohrstöpsel und schlief noch einigermaßen bis sechs (aufgestanden dann erst um halb sieben, so lang turnte er um mich herum), aber von ausgeschlafen und erholt kann keine Rede sein. Und das vor einem langen Tag. Oh well.
Nun ja. Katzenmaintenance, der Liebste kümmerte sich um Küchenrunde und Tee. Ich entschloss mich, den Tag über GAR NICHTS haushaltiges zu machen, mal sehen, wie das werden würde. Auf mich wartete halt die zweite Runde meiner Fortbildung und abends noch Unterricht (und mein Tagesgeschäft, also Mails und so, musste ich auch im Blick behalten, weil ich jetzt ja keinen Urlaub habe), es wird also schon interessant zu sehen, wie sich das kombinieren lässt. Im ausgeschlafenen Zustand vermutlich besser.
Frühstück (restliches blödes Brot getoastet, danach noch ein Quark mit Ananas), ausführliche Dusche, eine Kanne Gunpowder, und um kurz vor neun am Schreibtisch. Mittlerweile etwas wacher und ganz guter Dinge.
Übrigens, als kleiner Nebengedanke: Im Bad hörte ich den Guardian Science weekly-Podcast mit einem Update über die gerade laufende Artemis II-Mission. Die habe ich natürlich in den letzten Tagen mitbekommen, war auch mal auf der Nasa-Webseite zum Simulationen angucken und so, aber insgesamt war ich daran deutlich weniger interessiert, als ich es von mir Astronomie-Nerd erwartet hätte. Das wird vermutlich anders sein, wenn sie es 2028 tatsächlich schaffen, Astronauten auf dem Mond landen zu lassen, aber jetzt aktuell merke ich, dass die „Weltlage“ meine Energie zu sehr in Anspruch nimmt. Ich meine, einfach schon die Tatsache, dass mit den USA ein Land in die Raumfahrt wieder einsteigt, das auf der Erde in den Faschismus abrutscht. Und dass man allen Ernstes im Podcast von „boots on the moon“ sprach, während gleichzeitig darüber spekuliert wird, ob die USA im Iran-Krieg „boots on the ground“ einsetzen wird. Mich bedrängt das starke Gefühl, dass gerade dieses Land erst einmal aufhören sollte, Probleme für den Rest der Weltgemeinschaft zu verursachen, anstatt Geld und Ressourcen und Aufmerksamkeit in irgendwelche Raumfahrtprojekte zu ballern.
Sehr intensiver Vormittag. Neben der Fortbildung hatte ich meine Mails und Teams offen, falls es dringende Sachen geben würde, und das hielt sich zwar in Grenzen, bedeutete aber trotzdem, dass ich ab neun direkt beschäftigt war. Ein paar Mails, über die ich mich ärgerte aus diversen Gründen (Leute, die Zusagen wieder zurückziehen oder wo es doch wieder alles ganz anders ist, Leute mit mangelnder Lesekompetenz, es ist nervig), ein paar Fragen von Kolleg:innen (über die ärgerte ich mich nicht, aber ich musste sie halt erledigen), dazu merkwürdige Informationen vom Katastrophenlieferanten (der aktuell eine Software ausgeliefert hat, ohne sie vorher ordentlich zu testen, und jetzt brennt es an allen Ecken, weil die Software nicht läuft).
Dazu die Weiterbildung – also eigentlich hauptsächlich. Die machte wieder Spaß und enthielt sehr viel neuen Input. Ich hatte (und habe immer noch) etwas die Sorge, dass ich spätestens ab jetzt schon sehr viel kennen und mich langweilen würde, aber das war überhaupt nicht so. Ich lerne eine Menge, und das macht mich echt ganz schön glücklich.
Mittagspause von eins bis zwei: ein paar Mails und Chatnachrichten beantworten, Katzen bespaßen, frischen Tee kochen, das restliche Linsencurry essen (sehr gut, große Portion) und in der Küche gründlich den Herd und den (vormittags in Essig eingeweichten) Besteckkorb putzen. Weil ich zwar morgens gesagt hatte, nichts im Haushalt machen zu wollen, aber haha, mache ich natürlich halt trotzdem. Immerhin bewegte ich mich dabei ein bisschen nach der langen Sitzerei.
Nachmittags weiter im Text, sehr dicht gedrängt (uns lief etwas die Zeit davon). In der zweiten kleinen Pause ein kurzer Teamscall mit dem Chef, dann Weiterbildung bis kurz nach half fünf. Mails, Texte korrigieren, und schließlich noch eine Stunde Onlineunterricht bis sechs. Der wieder ausgesprochen schwierig aus unterschiedlichen Gründen – ich habe da im Vorfeld ein paar suboptimale Entscheidungen getroffen (auch weil es zeitlich zu knapp war), und über die ärgere ich mich jetzt etwas.
Nun ja, auf jeden Fall danach minikurze Nachbereitung, aber nicht mehr lang, ich war wirklich durch. Übrigens beinhaltete die Nachbereitung auch, vorsichtig die zickende externe Festplatte in Betrieb zu nehmen, und siehe da: Sie funktionierte tadellos. Das lag wahrscheinlich daran, dass in der Mittagspause der DPD meine Bestellung gebracht hatte, eine Powerbank und eben die Ersatz-Festplatte, und das hatte die alte jetzt wohl gemerkt und gab sich Mühe. Oder so. Ich muss mir mal genau überlegen, wie ich das daheim jetzt sinnvoll einrichte.
Der Liebste war mittlerweile schon daheim, allerdings noch mit Zeug in seinem Arbeitszimmer beschäftigt und aufgrund von Kopfschmerzen ziemlich schlecht gelaunt. Ich ließ ihn erst einmal ankommen und ging in den Supermarkt nebenan für ein paar Kleinigkeiten. In erster Linie Brokkoli, weil es den für die Gemüsekiste nicht zu bestellen gegeben hatte. Zu meiner Überraschung hatte ihn der Supermarkt aber auch nicht, weder in Bio noch konventionell. Blumenkohl gab es aber schon, und ich hätte erwartet, dass diese beiden Gemüse gleichzeitig Saison hätten? Merkwürdig. Ich bekam ihn dann tiefgekühlt, das war auch okay.
Gemeinsames Kochen, ein Rezept aus dem Februar-Heft VF&L: Penne mit eben Brokkoli und Kichererbsen und einem Pesto aus (…auch) Brokkoli, Nüssen (bei uns Walnüsse und Mandeln, im Original Pistazien), Knoblauch, Olivenöl, Zitronensaft und eigentlich Basilikum, wir nahmen stattdessen Petersilie. Sehr aromatisch, für mich nur etwas zu sauer, aber trotzdem sehr gutes Rezept. Und es dauerte faktisch so lang, wie die Kichererbsen und Penne brauchten – nach 15 Minuten waren wir fertig. (…plus Kichererbsen morgens schon einweichen plus einmal in den Superkmarkt, haha.) Gutes Essen.
Restlicher Abend ein bisschen Blaulichtcontent (Feuer & Flamme hatte eine neue Folge), um neun nach oben für ein paar Takte lesen. Und sehr früh das Licht ausmachen.