Nicht so gut geschlafen, lang wachgelegen (wenig doofe Gedanken, ich lag halt einfach WACH und drehte mich leicht genervt im Bett hin und her). Aufgestanden um zwanzig vor sieben, komplett ohne Katzenbesuch. Die beiden kamen erst ein paar Minuten nach dem Aufstehen.
Nach dem Aufstehen als Erstes ein Blick auf die Dachterrasse: Das Vogelbad war leergetrocknet, und einige Blumentöpfe musste ich gießen, nach dem vielen Regen der letzten Wochen ein überraschender Wechsel. Insgesamt sammelte ich 6 graue Minischnecken ein. Beide Kater waren währenddessen mit auf der Dachterrasse und tranken aus dem wieder aufgefüllten Vogelbad (wenn auch ungern – sie hätten halt SO VIEL LIEBER abgestandenes Regenwasser als Leitungswasser).
Katzenmaintenance, Magi nahm seine Medikamente nur mühsam, wollte dann wenig fressen, verschwand bald nach draußen auf den Liegestuhl auf dem Schattendeck. Es war ein sommerlicher Tag angekündigt (strahlend blauer Himmel), und es wurde schon warm (ich war im T-Shirt auf der Dachterrasse), so gesehen nicht ungewöhnlich (auch der Nasenkater hatte wenig Appetit), aber – er muss halt trotzdem fressen. Immerhin sieht das Auge wieder besser aus.
Ein ruhiger Morgen: Ich schrieb ein bisschen und las das Internet leer. Der Liebste machte uns Peanut Butter Porridge zum Frühstück, dazu für mich viel Tee (mal wieder eine Kanne Bancha). Ich fühlte mich ziemlich verkatert, kreislaufig, kopfwehig, schlapp. Irgendwann nahm ich eine Ibu und ging unter die heiße Dusche, danach ging es mir deutlich besser. Gut genug, dass ich, nachdem Harold gefahren war (er fährt nach dem letztem Reperaturversuch wieder einigermaßen zuverlässig), das obere Stockwerk durchwischte. Der Liebste wischte währenddessen unten, damit waren zwei Drittel Hausputz schon erledigt.
Dann gemeinsamer großer Wocheneinkauf, der nach dem Riesen-Einkauf der letzten Woche allerdings (zum Glück) überschaubar war. Unter anderem gab es sehr schöne Erdbeeren und deutsche Tomaten (!) im Alnatura, außerdem die ersten Nektarinen. Ich freute mich. Ich war mit T-Shirt und langer Cargohose unterwegs – eine kurze Hose wäre auch kein Fehler gewesen. Es sind über 30 Grad für das Wochenende angekündigt, und es war schon vormittags krass warm. Als wir wieder daheim waren, machte ich im oberen Stockwerk die Fensterläden zu.
Alle Einkäufe weggeräumt, dann war es schon zwölf und Zeit fürs Mittagessen: Ich machte uns eine einfache Gemüsesuppe mit Gemüsemaultäschchen als Einlage. Darauf hatte ich mich den ganzen Vormittag gefreut (vermutlich wünschte sich mein verkaterter Körper das Salz aus der Brühe), das eigentliche Highlight der Suppe, nämlich die Maultaschen, stellte sich allerdings als ziemlich langweilig heraus. Das „Drumherum“, also die Gemüsesuppe (einfache Brühe mit Zwiebeln, Karotten und Petersilie) war leckerer.
Ruhiger Nachmittag mit etwas Lesezeit und Kaffee, später Erdbeeren (sehr gut, besser als die vom Supermarkt am Donnerstag) mit Vanillequark. Der Liebste putzte noch die Fenster im Erdgeschoss, ansonsten beließen wir es dabei, was die Hausarbeit anging. Und ich nahm mir irgendwann mein Buch und ging zu den beiden Katern aufs Schattendeck. Dort blieb ich den restlichen Nachmittag, nur unterbrochen von einmal Radler (das mir der Liebste brachte, der irgendwann auch dazu kam – Magi ließ sich nicht beeindrucken und blieb auf seinem Sessel, der Kater legte sich allerdings nicht zu mir, sondern sprang die ganze Zeit um uns herum).
Gegen halb sechs hatte ich das Buch durch: Immer noch Mort von Terry Pratchett, am Ende hatte es sich doch etwas gezogen. Nicht weil die Geschichte langatmig wäre, sondern weil ich in der Stresswoche keine Konzentration und Muse zum Lesen hatte. Aber egal, jetzt auf jeden Fall fertig, es hatte mir bis zum Schluss Spaß gemacht. Und ich wusste nur noch erstaunlich wenig von der Geschichte, so gesehen doppelt schön, dass ich das Buch aus dem Regal gezogen hatte. Definitiv eines der besten Scheibenwelt-Bücher (nicht ganz so gut wie die Night Watch-Bände, aber halt mit Death im Mittelpunkt, und das ist einfach eine der ikonischsten Figuren im ganzen Scheibenwelt-Universium).
Fertig gelesen, Schattendeck eingeweiht, und da mein Körper (mit juckenden Augen vor allem) mir immer deutlicher signalisierte, dass es zwar schon schön war draußen, ich aber halt auch inmitten einer hoch wachsenden Wiese mit voller Gräserblüte lag, ging ich rein. Dort ein bisschen herumgeräumt, Post aufgemacht (das neueste Vegan Food & Living-Heft lag im Briefkasten, und dieses Mal war als Goodie eine Packung veganer Eye Liner dabei – benutze ich ja eigentlich nicht, aber freute mich trotzdem) und mit der Nachbarin gesprochen. Die brauchte erst die Hilfe des Liebsten, weil sie gerade ihren Caravan für den Pfingsturlaub packte, dabei technische Probleme festgestellt hatte und sich leicht überfordert fühlte, zumal ihr Mann auch noch halbkrank von Studienfahrt heimgekommen war und sich ins Bett gelegt hatte. Später (technisches Problem gelöst, es war nur ein Filter verschmutzt gewesen) kam sie noch einmal vorbei und brachte uns die Reste ihrer Gemüsekiste, verbunden mit der Bitte, die gefüllten Kisten während ihres Urlaubs abzunehmen (sie holen Solawi-Kisten, wo man wohl während der Urlaubszeit nicht abbestellen kann). Machen wir natürlich sehr gern.
Mittlerweile war es Abend und eigentlich wären die Kater dran gewesen, von denen war aber nichts (mehr) zu sehen. Der Liebste ging sie also suchen (wenig überraschend beide auf der Terrasse gegenüber) und übernahm die Katzenfütterung, ich holte währenddessen noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt nebenan – unter anderem einen Strauß Pfingstrosen. Die Strauchpfingstrose hinter dem Haus ist bereits verblüht, die vor dem Haus fängt aber gerade erst an und im Haus haben wir jetzt also auch welche.
Als ich zurückkam, war der Liebste schon fertig und berichtete von Magi, dass er wieder sehr wenig hatte fressen wollen – Medikamente gingen mit etwas Leberwurstpaste schon, aber vor allem die Katzenwurst ging nicht mehr, er ließ sie einfach wieder aus dem Maul fallen. Das war natürlich sehr blöd, denn jetzt war es abends und wir vor einem langen Wochenende, wo man nicht so einfach zum Tierarzt kann. Hm. Klar gibt es Notdienste, aber… es ist für uns extrem schwer einzuschätzen, was bei ihm halt einfach nur Alter ist und was eine akute Verschlechterung. Ihm war das erst einmal ziemlich egal und er latschte wieder raus.
Gemeinsames Kochen, ein mediterraner Nudelsalat mit frischem Spinat, frischen Cocktailtomaten (vom Bodensee), getrockneten Tomaten in Öl, Pinienkernen, gebratenen Pilzen und etwas veganem Feta. Das Dressing aus Olivenöl und Aceto Balsamico zusammengerührt. Eigentlich hatten wir noch den letzten Rest selbstgemachtes Pesto unterrühren wollen, aber da hatte sich mittlerweile der erste Schimmel draufgelegt. Nun ja. (Es war einfach eine große Portion – wenn wir das nächste Mal Pesto selbst machen, machen wir wohl weniger oder füllen es in zwei kleine Gläser ab, wäre eine schlaue Idee.)
Zum Nudelsalat (sehr gut) noch zwei angebratene Green Mountain-Seitansteaks, die wir reduziert aus dem MHD-Regal mitgenommen hatten. Auch gut, auch wenn ich mir aus diesen Steak-Geschichten ja insgesamt nicht so viel mache. Aber war eine nette Ergänzung zum Nudelsalat. Als Nachtisch ein Limettenjoghurt.
Restlicher Abend ausführlich ins Sternentor abgetaucht, nur einmal unterbrochen von einem Aperitif (Iterol und ein alkoholfreier Bio-Prosecco – der war allerdings wirklich nicht gut, merkwürdig süßlich, muffig und komisch, wird nicht mehr nachgekauft) und einmal von einem Gang nach draußen: Ich wollte gern, dass Magi bei uns ist. Also schaute ich nach und fand ihn schließlich gar nicht auf der Nachbarterrasse, sondern auf dem Kohleweg sitzend wie ein Häuflein Elend – keine Ahnung, was er da wollte. Ich trug ihn wieder zurück, das kleine Bündel aus Fell und Knochen (er ist wirklich so sehr abgemagert). Immerhin schnurrte er eifrig und fühlte sich ganz wohl. Bei uns pennte er dann auf dem Sofa ein, nachdem er ein bisschen Trockenfutter und eine halbe Katzenwurst gefressen hatte, wenn auch unter Mühen. Für die Nacht ließ ich die Schlafzimmertür wieder offen. Ihm ist es wahrscheinlich egal, aber für mich war der Gedanke positiv, dass er zu uns kommen kann, wenn er will.